Tipps

Mit dieser Seite wollen wir medizinische Informationen zu verschiedenen sehr häufig gestellten und wichtigen Fragen unserer Patienten geben:

-  Coronavirus

-  gehäufte Infekte, was kann ich dagegen tun?

-  Prävention vor Rückenschmerzen

-  Tipps für langfristiges Abnehmen

-  Wie schaffe ich am Besten meinen Rauchstopp

-  Zu hohe Harnsäure. Was kann ich gegen Gicht tun?

-  Was hat es mit der Eigenbluttherapie auf sich?

-  Informationen für Veganer und Vegetarier

 

Coronavirus (letzte Aktualisierung: 28.11.2020):

Der neue Lockdown "light" gilt seit Anfang November, da die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichten, um das exponentielle Wachstum zu brechen. Die Schulen, Kitas, Friseure und Geschäfte bleiben offen, aber ab 2. 11. treten für den gesamten November weitreichende Maßnahmen in Kraft, die im Verlauf für Dezember verlängert wurden. Hier die Wichtigsten: Die Gastronomie muss schließen, genauso wie Kinos und Konzerte und andere Veranstalltungen. Fußballspiele nur ohne Publikum. Vereinssport unterbleibt. Es dürfen sich nur noch Personen von 2 Haushalten bzw. max. 5 Personen treffen. Individualsport draußen ist erlaubt. Da die Maßnahmen zwar zu einer Stagnation, aber keiner relevanten Abnahme führten wurden weitere Maßnahmen beschlossen, die die einzelnen Länder umsetzen können. Insgesamt sind die "Verschärfungen" so moderat, dass meiner Meinung nach keine ausreichende Wirkung zu erwarten ist. Auch eine Lockerung der Maßnahemen zu Weihnachten zu versprechen halte ich für unklug, da die Entwicklung bis dahin noch nicht abzusehen ist.

Unsere Praxis bleibt weiter geöffnet. 

 

Wann besteht der Verdacht auf eine Infektion ?

1) Ein sogenannter begründeter Verdachtsfall besteht, wenn:

Sie "Erkältungs"- Symptome und Allgemeinsymptome haben insbesondere mit Fieber, trockenem Husten und seltener Atemnot. Geschmacksstörung oder Geruchsstörung.

und

Sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt (also >15min "face to face"-Kontakt oder > 30 min in Raum mit hoher Konz. von infektiösem Aerosol oder nach direktem Kontakt zu Körpersekreten) zu einem nachweislich mit Coronavirus infiziertem Menschen hatten

Ist dies der Fall, so sollte eine Rachenabstrichuntersuchung durch die Nase/Mund erfolgen und Sie müssen dann 14 Tage zu Hause isoliert bleiben. Den Abstrich führt der Bereitschaftsdienst der KVB Tel.: 116117 bei Ihnen zu Hause durch, oder Sie vereinbaren online einen Termin zur drive-through Testung auf der Theresienwiese. Diese Telefonnummern sind wie zu erwarten teilweise überlastet, daher immer und immerwieder probieren! Bei Coronavirusverdacht, also Symptome + Kontakt zu Infizierten  nicht in die Praxis oder ins Krankenhaus kommen sondern anrufen und zu Hause bleiben um ggf. eine weitere Ausbreitung zu verhindern! Auch wenn das erste Abstrichergebnis keinen Cornavirus nachweist muss derjenige 14 Tage zu Hause bleiben in Isolation!                                                                                                                                                                                                     Seit dem 23. Okt. wurde in München auf der Theresienwiese zusätzlich für Patienten mit respiratorischen Symptomen, also Symptomen wie Grippe oder Erkältung die Bereitschaftspraxis Infekt eingerichtet, die ohne Voranmeldung besucht werden kann: im Behördenhof Matthias-Pschorrstr. 4, Öffnungszeiten: Mo-Fr: 18-21:00 Uhr, Sa,So, Feiertags: 10-21:00Uhr.

 

2) Haben Sie keine Beschwerden, hatten aber innerhalb der letzten 10 Tage Kontakt (also >15min "face to face"-Kontakt oder > 30 min in Raum mit hoher Konzentration von infektiösem Aerosol oder nach direktem Kontakt zu Körpersekreten), dann erfolgt zunächst keine Testung, Sie müssen umgehend für 14 Tage in Quarantäne! Sie Dürfen nicht einkaufen gehen, Sie dürfen in keine Arztpraxis! Sie müssen sich beim Gesundheitsamt melden. Sie sollen sich selbst beobachten. Treten Symptome auf: s.o. unter 1). Gegen Ende der Quarantäne ist ggf. eine "Freitestung" sinnvoll z.B. über die Theresienwiese online-Terminvereinbarung bzw in Absprache mit dem Gesundheitsamt.

 

3) Haben Sie Symptome mit Fieber oder Husten ohne Kontakt zu einer nachweislichen Coronavirusperson oder ohne Aufenthalt in einem Coronavirusrisikogebiet, so kann der Abstrich in unserer Praxis erfolgen, sofern Sie Patient in unserer Praxis sind. Eine Quarantäne erfolgt dann bis zum Testergebnis, welches bei unserem Labor meist nach 24 Stunden vorlieg, in Spitzenzeiten aber auch länger sein kann.

"Fall unter differentialdiagnostischer Abklärung":  Da die Ausbreitung derartig stark zugenommen hat ist das Kriterium "Risikogebiet" zunehmend aufgeweicht. Daher auch die seit 24.3.2020 angepassten Empfehlungen des RKI, die eine deutlich weitreichendere Testung beinhalten: getestet werden soll, wer akute respiratorische Symptome jeder Schwere hat, auch ohne Kontakt zu Corona-pos-Pat., + entweder Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis, Krankenhaus, oder Risikopatient (also > 60 Jahre oder chronisch krank) oder ohne Risikofaktoren sofern Testkapazität reicht. Also derzeit jeder mit Symptomen. Die medizinische Indikation soll laut RKI (27.4.) auf niedrigschwellig erhöht werden. Das heißt Patienten werden auch bei nur geringen Symptomen getestet z.B. auch bei Geruchs,- oder Geschmacksstörungen, sofern die Testkapazitäten ausreichen und nicht priorisiert werden muss.

 

4) spezielle Fälle:

Personen ohne/ mit Krankheitszeichen, die eine Warnung durch die App erhalten sollen getestet werden. Den Test zahlt die Krankenversicherung. Eine Quarantäne erfolgt bis zum negativen Testergebnis. Dauer bei Einsendung der Testergebnisse durch unsere Praxis bislang ungefähr 24h, also absehbar.

Auch für Personen ohne Krankheitsanzeichen, ohne Warnung über die App, ohne Kontakt übernimmt ab 1.7.2020 die Bayerische Landesregierung die Kosten für einen Corona-Abstrich. Dieser kann in unserer Praxis  durchgeführt werden. z.B. vor geplanten Eingriffen/Untersuchungen in Kliniken oder vor einem Besuch der Schwiegereltern oder anderen Risikopersonen.

Immunglobulintestungen (IgG), die die Antikörperbildung anzeigen, also eine durchgemachte Erkrankung beweisen und somit einen Anhalt für eine mögliche Immunität darstellen können, können als Selbstzahlerleistung bei uns mittlerweile durchgeführt werden. es kann jedoch immer auch falsch positive und falsch negative Testergebnisse geben. Nähere Info´s direkt im persönlichen Aufklärungsgespräch.

 

Was ist ein Risikopatient ?

Ein Patient, der aufgrund seines Alters oder seiner Vorerkrankungen eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schwerwiedenden Verlauf der Erkrankung hat, mit möglicher Intensivpflichtigkeit, im schlimmsten Fall mit einem tödlichen Verlauf.                                                                                                                                                             Eine Gefährdung liegt also insbesondere bei folgenden Erkrankungen vor:

-  Lungenerkrankungen (COPD, schweres Asthma ec.), Rauchen (die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs ist bei Rauchern erhöht)

-  ausgeprägte Adipositas

-  Herzkreislauferkrankungen insbesondere Herzinsuffizienz (=Herzschwäche), KHK (=Arterienverkalkung am Herz),

-  arterielle Hypertonie (eine gute Blutdruck- Einstellung ist besonders wichtig! bitte gerade jetzt nicht aufgrund von Gerüchten und schwachen Hypothesen die auf Tierversuchen an Ratten basieren irgend welche Tabletten weglassen ohne dies mit einem Arzt besprochen zu haben!! Nach 3 neuen Veröffentlichungen von Studien an CoVid-19 erkrankten Menschen im New England Journal of Medicine zeigt sich kein Einfluß von ACE-Hemmern oder Rezeptorantagonisten auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit noch auf die schwere des Erkrankungsverlaufs.)

-  Diabetes (eine gute Blutzucker-Einstellung ist besonders wichtig)

-  Immunsupprimierte Patienten d.h., wenn das Immunsystem geschwächt ist z.B. durch Medikamente wie Biologicals, Cortison oder Immunsupressiva z.B. MTX, verschiedene Tumormedikamente (hier ist die sequentielle Pneumokokkenimpfung besonders wichtig!) Bitte keine Medikamente eigenmächtig weglassen. Bei einer durch Biologicals gut eingestellten Erkrankung ist das Risiko geringer, als wenn die Erkrankung durch Weglassen von Medikamenten sich verschlechtert

- Nierenerkrankungen

- neurologische Erkrankungern

-  Alter > 60 Jahre

-  niedrige CD-8 Zellzahl

-  zu niedrige Vitamin-D Spiegel

-  Zweitinfektion z.B. mit der Grippe oder Keuchhusten (jeweils eine Impfung dagegen ist verfügbar)

 

Was sind Kollateralschäden?

Neben den zweifelsfrei starken psychischen Belastungen für uns Alle und den noch besonders betroffenen Patienten mit Angststörungen kommt nun auch hinzu, dass Patienten mit Herz,-Kreislauferkrankungen, sogar Herzinfarkten und Schlaganfällen die Krankenhäuser meiden (wohl bis zu ca. 30% weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle in Krankenhäusern!!). Dies sind meiner Meinung nach dramatische Zahlen. Ich kann nur Alle ermuntern: kommen Sie zumindest zum Hausarzt, damit dieser einschätzen kann, wie dringlich die Erkrankung ist und mit Ihnen gemeinsam alle Möglichkeiten überlegen kann für eine optimale Versorgung trotz Corona.

 

Wie verbreitet sich das Virus?

Durch ganz überwiegende Mehrheit als Tröpfcheninfektion! z.B. beim Husten, Nießen oder lautem Rumschreien (z.B. bei einem Streit) oder face-to-face Kontakt in einem Gespräch <1,5 Meter Abstand >15 Minuten. Auch eine aerogene Übertragung durch in der Luft befindliche Viruspartikel ist möglich. Daher sollte immer gut gelüftet werden. Ein sogenannte Schmierinfektion durch Oberflächen ist am seltensten. Auf glatten, unbelebten Oberflächen wie Plastik oder Metall konnte das Virus auch nach mehreren Tagen noch nachgewiesen werden, ob es dann jedoch noch aktiv d.h. also ansteckend ist weis man noch nicht. Nachweis auf Pappe: 24 h, auf Kunststoff 48 h, auf Edelstahl: 72 h. Auf dem Fell von Tieren halten die Viren weniger lang. Ansteckend ist ein Erwachsener ohne Symptome vorwiegend ca. 12-24 Stunden bevor er Symptome bekommt. Nach der Berichtigung eines Rechenmodells wohl auch schon bis zu 6 Tage vor Symptomen. Kinder sind meist ohne Symptome, können aber trotzdem ansteckend sein. Das größte Problem bei Kindern stellt die praktisch eindeutig eingeschränkte Umsetzbarkeit von Hygienemaßnahmen dar. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion eines Patienten und Ausbruch der Erkrankung beträgt ca. 1-14 Tage (mittlere Inkubationszeit 5-6 Tage). Daher auch die Frist von 14 Tagen für eine Quarantäne.

 

Was kann ich präventiv tun?

Da noch kein Impfstoff zur Verfügung steht sind vorsorgend insbesondere hygienische Maßnahmen und das Social Distancing sinnvoll, wie:

-  1,5 - 2 Meter Abstand zu anderen Menschen halten. auf Gehwegen beim Passieren von Entgegenkommern hintereinander gehen

-  keine Umarmungen und Händegeben

-  in die Ellenbeugen nießen

-  nicht an Nase, Mund oder die Augen langen (eine gewisse Herausforderung, bei Allergiesaison)

-  Treppengeländer meiden, wenn man auch ohne diese sicher gehen kann

-  häufiges Händewaschen mit Seife und ggf. Benutzung von einem geeigneten Desinfektionsmittel: "mäßig viruzid" ist wahrscheinlich ausreichend.

-  das Smartphone regelmäßig desinfizieren

-  Desinfektionsmittel vor Kindern unzugänglich aufbewahren! Nicht versuchen Desinfektionsmittel selbst herzustellen durch Zusammenkippen von verschiedenen Chemikalien!

-  Kinder (diese können infiziert sein, obwohl sie nicht erkranken) nicht zu den Großeltern (Risikopersonen) geben

-  bei Kleingruppen (z.B. Sport max. 10 Personen laut Verordnung) entsprechende Sicherheitsmaßnahmen mit Abstand und/ oder ggf. Maske einhalten.

im Supermarkt, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Läden und beim Arzt Mundschutz tragen. Sollte man keine OP-Maske oder FFP-2 oder FFP-3 Maske haben, dann ist auch ein Schal oder Tuch über Mund und Nase möglich. Dieser Schutz sollte immer erfolgen, wenn man sich in abgeschlossenen Bereichen befindet und der Mindestabstand von 1,5-2 Metern nicht eingehalten werden kann, z.B. im Aufzug oder Taxi /Auto.

-  suchen Sie wenn erforderlich eine Arztpraxis auf, die einen wartezimmerfreien Patientenverkehr ermöglicht (siehe auch bei uns bei Neuigkeiten bzw. hier, weiter unten) und Infektionspatienten getrennt behandelt.

-  Vermeiden Sie den Aufenthalt in abgeschlossenen Räumen mit vielen anderen Personen. Tragen Sie dann zumindest eine FFP-2 Maske z.B. im Flugzeug.

-  Räume lüften oder Raumluftfilter verwenden

-  von privaten Party´s derzeit absehen

-  nicht in den Urlaub fahren

-  Großveranstaltungen selbständig meiden

-  Aufenthalt > 30 min in geschlossenen Räumen mit anderen Personen meiden

-  durch gute Planung z.B. nur 1x pro Woche einkaufen gehen, möglichst nicht zu den Spitzenzeiten, möglichst mit FFP2-Maske

 

- Stärken Sie Ihr Immunsystem (siehe unten bei der Frage gehäufte Infekte, was kann ich dagegen tun?)

Stärken Sie Herz und Kreislauf durch moderate körperliche Betätigung, sei es durch Spaziergänge, Ausdauertraining oder Gymnastik (auch zu Hause möglich). Achtung starke und sehr starke körperliche Anstrengung kann die Funktion des Immunsystems ca. für die folgenden 4 Stunden reduzieren.

Vitamin-C stimmuliert nachweislich das Immunsystem. Viel Vitamin-C enthalten insbesondere Zitrusfrüchte, Kiwis oder Sanddorn. Bzgl. CoVid-19 sind die Daten uneinheitlicjh.

Zu geringe Vitamin-D Spiegel korrelieren mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko, weshalb Schottland und England eine Supplementierung für Risikogruppen plant. Alle großen Substitutionsstudien sind jedoch bislang negativ ausgefallen.

Mit einer Eigenbluttherapie zur allgemeinen Stimulation des Immunsystems haben wir gute Erfahrungen gemacht. Hierbei wird ein unspezifischer Reiz gesetzt. Näheres siehe unter dem Button Wahlleistungen.

Wenn man mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren kann, so ist dies auf jeden Fall bzgl. einer möglichen Ansteckung sicherer, als z.B. mit der U-Bahn, ec. Auch die frische Luft und die Bewegung sind für den Immunstatus gut. Man sollte jedoch darauf achten durch die Nase oder durch einen Schal zu atmen, damit nicht zu kalte Luft in den Rachen gelangt, welche sonst zu einer reduzierten Aktivität der Flimmerhärchen führen kann. Diese transportieren ja Fremdstoffe wieder nach draußen.

Alle Reiseaktivitäten sind kritisch auf die Notwendigkeit zu hinterfragen. Auch ist die Verhaltensweise im Zielland entscheidend und, dass natürlich viele hier durchgeführten Restriktionen auch dort eingehalten werden sollten wie das Social Distancing" und hygienische Maßnahmen allen voran 1,5 Meter Abstand halten und in geschlossenen Räumen in denen man sich mit fremden Personen befindet eine Maske tragen. Risikogebiete sollten gar nicht erst besucht werden, wenn keine dringlichen Gründe vorliegen. Siehe dazu auch die aktualisierten Empfehlungen des auswärtigen Amtes und die Liste der Risikogebiete, die aktuell fast täglich länger wird: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html. Während einer Phase des exponentiellen Wachstums, wie jetzt sollten alle vermeidbaren Reisen unterbleiben, auch wenn nicht explizit verboten! Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt muss momentan einen neg. Coronatest der letzten 48h vor Rückkehr nachweisen oder in Quarantäne für 14 Tage und sich beim Gesundheitsamt melden. Ein dann in Deutschland durchgeführter Coronatest kann, wenn negativ die Quarantäne aufheben. Diese Regelung soll bis 8. Nov. gelten. Ab 8. Nov. ist eine 10 tägige Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikogebieten geplant und diese kann dann durch ein neg. Testergebnis frühestens 5 Tage nach Rückkehr aufgehoben werden.

Nochmal: Reiserückkehrer aus Risikogebieten z.B. dem Balkan oder Tirol (siehe dazu die jeweils aktuellen offiziellen Angaben der Risikogebiete durch das RKI) müssen laut Infektionsschutzgesetz für 10 Tage in Quarantäne. Diese Patienten dürfen nicht in eine Arztpraxiskommen! Dies ist vielen nicht bewußt! Nach 5 Tagen kann durch ein neg. Testergebnis die Quarantäne aufgehoben werden. In Quarantäne befindliche Personen dürfen nicht in die Praxis kommen. Ein Test kann über die Telefon Nr. 116117 organisiert werden oder nach online-Anmeldung auf der Theresienwiese.

Großveranstaltungen mit > 1000 Personen wurden in allen Bundesländern Deutschlands u.a. auch in Bayern verboten und werden dies voraussichtlich auf lange Zeit bleiben. Aber auch kleinere Menschenansammlungen können ein Risiko darstellen. Wichtig ist jetzt, dass jeder Einzelne mithilft und auch kleinere Menschenansammlung-en ohne Mundschutz mit einer Kontaktzeit zu anderen Personen von > 15 Minuten meidet. Teilweise sind auch Testungen in wiederkehrenden Gruppen z.B. in Vereinen sinnvoll, da hier ein Spreading Ereignis weitreichendere Folgen hätte.  Auch die Politiker befürworten die Einschränkungen von Sozialkontakten ausdrücklich. Unsere Bundeskanzlerin Fr. Merkel sagte: "Verzichten Sie auf Sozialkontakte, wo immer es möglich ist" Diese Mahnung der Anfangszeit gilt im Prinzip immer noch bzw. jetzt im Herbst wieder. Es gilt dies in gewissem Maße zu verinnerlichen, bis wir einen Impfstoff haben. Diese Maßnahmen sollten also weiterhin absolut ernst genommen werden. 

Ab 16.3 sind bayernweit alle Schulen und Kindergärten geschlossen worden. Im Verlauf erfolgte eine stufenweise Öffnung beginnend mit Abschlußklassen unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Ab 21.3. galt in Bayern und vielen weiteren Bundesländern für viele Wochen eine teilweise Ausgangssperre. Um zu vermeiden, dass derart drastische Maßnahmen erneut erforderlich werden, ist es wichtig, dass  alle weiterhin verantwortungsbewußt handeln und es zu keinen größeren Menschenansammlungen  z.B. in Parks oder auf Demonstrationen ohne Mundnaseschutz oder Abstand kommt! Partys ohne Abstand und Mundnaseschutz sind absolut inakzeptabel! Auch private Feiern sollten momentan unterlassen werden. Gerichtsentscheide, dass die eine oder andere Maßnahme unverhältnismäßig sei sind meiner Meinung nach ziemlich kontraproduktiv!! Zusammenrottungen von deutschen Partygästen auf dem Ballermann auf Malle oder Kroatien ohne jeglichen Schutz und Abstand sind maximal unmöglich! Auch die Diskussion über die Abschaffung der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen ist meiner Meinung nach kontraproduktiv und verfrüht. Heute fährt auch keiner mehr ohne Sicherheitsgurt Auto. Wir werden diese Maßnahme noch weiter brauchen. In vielen Ländern ist die Zunahme der täglichen Fallzahlen wieder exponentiell. Wir müssen mehr dagegen tun! Jeder Einzelne.

Da in dem Ministerpräsidententreffen am 14.10.2020 meiner Meinung nach keine wirklich gravierenden Maßnahmen beschlossen wurden und der Lockdown erst um 14 Tage zu spät erfolgte, wird es jetzt von uns selbst abhängen, ob, bzw. wann wir das Ruder noch Mal rumreissen können. Bewegungsdaten haben gezeigt, dass in der ersten Welle Anfang des Jahres, die Bevölkerung selbst schon vor den Ausgangsbeschränkungen reagiert hat. Lasst uns selbst weider mehr Verantwortung übernehmen. Wir müssen die hohen Neuerkrankungsraten deutlich senken, sonst kann es kein auch noch so gutes Gesundheitssystem schaffen!

Sport draußen zu treiben ist nicht nur o.K., sondern für Herz,- und Kreislauf und auch für die Psyche zu befürworten. Das Sitzen auf einer Decke (mit Abstand, bzw. nur Personen des selben oder einem anderen Hausstandes) oder auf Bänken wurde in Bayern bald wieder erlaubt und im Verlauf die Ausgangssperre umgewandet in eine Kontaktsperre, die mittlerweile auch wieder aufgehoben wurde. Lasst uns Alles dafür tun, damit so drastische Maßnahmen nicht wieder erforderlich werden.

Da bislang die meisten Todesfälle bei alten Menschen und Personen mit Vorerkrankungen auftraten, sollten alle Personen über 60ig meiner Meinung nach und chronisch kranke Patienten eine Pneumokokkenimpfung erhalten, sofern diese nicht schon innerhalb der letzten 6 Jahre erfolgte. Bei manchen Erkrankungen ist sogar eine sequentielle Pneumokokkenimpfung, das heißt 2x sinnvoll. Genauso wichtig ist die Keuchhustenimpfung (= Pertussis) für alle Kinder und Erwachsene. Bei dieser Impfung sind i.d.R. nur für 6 Jahre Antikörper nachweisbar. Sie ist in manchen 3fach Tetanusimpfstoffen enthalten, aber eben nur 6 Jahre sicher wirksam und sollte daher ggf. bereits vor der normalerweise routinemäßigen 10- jährigen Tetanusauffrischung erfolgen.                                                                                                                                                                  Auch bei der Grippe handelt es sich um eine impfpräventable Lungenerkrankung. Diese sollten jetzt unbedingt so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Der Impfstoff ist bereits verfügbar.

Schutzmasken bieten für einen selbst nur einen bedingten Schutz. Nur FFP-2 oder FFP-3 Masken haben einen aerosol,- bzw. virenwirksamen Filter. Die Maske muss dicht an der Haut abschließen (problematisch bei Bärten), also angedrückt werden und funktioniert offiziell nur 20 min sicher und ist ansich ein Einmalprodukt, wird aber aufgrund des Mangels regelmäßig wiederverwendet, was auch wohl gut funktioniert. Meiner Meinung nach ist eine Desinfektion durch Sonnenstrahlung am praktikabelsten, laut Forschern aus den USA auch in der Mikrowelle zusammen mit einem Glas mit wenig Wasser zur Dampfproduktion möglich. Dann dürfen aber keine Metallteile drin sein, da sonst Brandgefahr besteht!!

Eine einfache OP-Maske oder ein Tuch vor Mund + (!) Nase schützt einen selbst nur eingeschränkt, da viel Luft seitlich vorbeiströmt, verhindert aber gesamtpopulativ gedacht die Ausbreitung, da man dann Andere nicht so leicht ansteckt und ja immer auch ohne Symptome schon infiziert sein könnte. Wenn das Material der Maske dies verträgt, kann /sollte diese bei > 60°C gewaschen werden.

Schutzvissiere anstelle einer Maske bieten Schutz vor direkten Spritzern etwa bei einer medizinischen Untersuchung, aber eben nicht vor der aerogenen Übertragung.

Nochmals im Einzelnen:

FFP-2 Masken:

Hierbei gilt es 2 verschiedene Typen zu unterscheiden: Die mit, und ohne Ausblaßventil. Die mit Ventil bieten ausschließlich einen Eigenschutz. Die Ohne Ventil, bei denen durch das Fließmaterial ein,- wie ausgeatmet wird, führen sowohl zu einem Eigenschutz, wie auch Fremdschutz und stellen somit die höchste Sicherheitsstufe dar.

OP-Masken:

Neuere Untersuchungen zeigen, dasß OP-Masken neben dem Fremdschutz auch einen (unerwartet) hohen 50-75% Eigenschutz bieten, wenn die Maske eng anliegt und durch das Gewebe geatmet wird. Vorteil: es ist nicht ganz so anstrengend dadurch zu atmen.

Selbstgebastelte Masken:

Das Problem vieler selbst gemachter Masken besteht darin, dass womöglich das Gewebe zu dicht und undurchlässig ist und so vorwiegend die Luft von den Seiten angesaugt und von dort ein,- bzw. ausgeatmet wird. Es besteht ein Fremdschutz. Auch wenn die selbstgebastelten Masken oft hübsch aussehen, ist die Wirksamkeit der OP-Masken und natürlich der FFP-2 Masken deutlich besser. Mittlerweile sind letztere auch wieder erhältlich zu günstigem Preis.

Wir haben keine Atemschutzmasken zu verkaufen! Mittlerweile sind jedoch in vielen Apotheken und anderen Läden auch FFP-2 Masken für ca. 5,- Euro zu bekommen.

 

Sind Raumluftfiltergeräte sinnvoll?

Wenn man die Möglichkeit hat, die Fenster eines Raumes zu öffnen, ist meiner Meinung nach Stoßlüften sehr sehr wichtig und gut, am schnellsten wirksam und sehr kosteneffizient.

Wenn die Fenster nicht geöffnet werden können, aus welchen Gründen auch immer, so sind auch Raumluftfiltergeräte nachweislich wirksam. Wie schnell und stark hängt von der Leistung des Gerätes ab. Es gibt gute Untersuchungen von Teilchenphysikern, nach denen man auf folgende Gegebenheiten achten sollte:

- Kapazität für die Umwelzung von dem 6-fachen Raumvolumen pro Stunde. Also z.B. bei einem 20 qm Raum ca. 300 Kubikmeter pro Stunde

- Hepa-Filter: H13 oder H14 nach Norm EN 1822-1

- < 52 Dezibel (damit das Geräusch erträglich ist)

wichtig: das Gerät nicht auf Automatik stellen, sondern manuell auf das 6-fache des Raumvolumens!

 

Warum sind alle Maßnahmen so wichtig?

Eine Einzelkettenverfolgung und Eindämmung, wie im "Webasto-Fall" war in Deutschland lange Zeit nicht mehr lückenlos möglich, da es zu viele Fälle geworden waren. Wir hatten Mitte März eine exponentielle Kurve der nachgewiesenen Fälle, die also sehr steil nach oben ging. Wäre dieser Trend so geblieben, so wäre unser Gesundheitssystem und insbesondere unsere Intensivbettenkapazitäten in den Krankenhäusern überfordert gewesen!, wie Modellrechnungen belegen. Alle derzeitigen Maßnahmen zielen darauf ab, die Kurve abzuflachen, um Zeit zu gewinnen z.B. für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen. Am 9.4.2020 hatten wir eine Stagnation erreicht. Von April bis Juni abfallende Neuerkrankungsraten.  Seit Juni war eine Einzelkettenverfolgung durch unsere aufgestockten Gesundheitsämter, die auch durch die Bundeswehr unterstützt wurden, wieder möglich. Dies ist jetzt nicht mehr in vollem Maße möglich! Da die Politik nur sehr zurückhaltend am 26.10.2020 mit restriktiven Maßnahmen reagierte liegt es an uns allen Kontakte auf ein Minnimum zu reduzieren und uns selbst und Andere zu schützen. In diesem Zusammenhang ist auch das Tragen von Masken in geschlossenen Räumen zu sehen. Klar nervt das bei Hitze. Aber, es ist halt einfach so wichtig. Die anfangs teilweise bezweifelte Wirksamkeit der Masken ist wissenschaftlich mitlerweile eindeutig bewiesen.  Ich find auch die kurze Zeit im Laden oder der U-Bahn ist dies wirklich zumutbar. Denkt doch mal an die Chirurgen, die diese (fast) den ganzen Tag aufhaben müssen, immerschon.

 

Was passiert, wenn bei mir eine Infektion nachgewiesen wurde?

Wenn im Abstrich oder Sputum die Infektion nachgewiesen wurde, so muss ich, sofern der Gesundheitszustand dies zuläßt, 14 Tage zu Hause bleiben in Isolation. Sie müssen das Gesundheitsamt anrufen, sofern dieses nicht schon Kontakt mit Ihnen aufgenommen hat. Es handelt sich dann um eine behördlich angeordnete "muss-Isolation"!

Bei schwerer Erkrankung oder Verschlechterung des Zustandes wird eine Klinikbehandlung in "einfacher" Isolation erforderlich. Der Transport dort hin erfolgt durch den Rettungsdienst  Tel.: 112 unter Angabe Coronavirusinfektion bzw. Coronavirusverdacht.

Bei weiterer Verschlechterung erfolgt i.d.R. eine Verlegung auf die Intensivstation mit den Möglichkeiten von invasiven Methoden, wie Beatmung oder ECMO (=extracorporale Membranoxygenierung). Diese letzte Möglichkeit wird bei einem Versagen der Lunge eingesetzt und ermöglicht die Sauerstoffversorgung des Körpers durch einen Blutfilter neben dem Bett.

 

optimierte Praxisorganisation

Wegen der Coronaviruspandemie sind ungeschützte Kontakte mit anderen Personen zu Vermeiden. Unsere Ärzte, wie auch unsere Mitarbeiter tragen Schutzmasken und werden regelmäßig auf Corona getestet. Alle Patienten haben eine Mund,-und Nasenbedckung zu tragen. Wir versuchen einen Abstand von 1,5-2 Metern zwischen allen Personen zu bewerkstelligen. Verdächtige Patienten werden abgesondert. Wir versuchen die Wartezeit sehr gering zu halten durch den Parallelbetrieb von mehreren Ärzten gleichzeitig.

Dies alles bedeutet einen sehr hohen organisatorischen Aufwand. Bitte helfen auch Sie mit bei einem raschen Ablauf und haben Ihre Versichertenkarte und ggf. Impfausweis griffbereit. Bitte kommen Sie pünktlich bzw. zeitgenau zum Termin, also nicht später, aber auch nicht eher. Sie müssen einen Mund/Naseschutz bei uns benutzen. Auch ein Schal oder Halstuch über Mund und Nase ist möglich. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ein Aufenthalt im Tresenbereich nur kurzfristig erlaubt ist. Auch in der offenen Sprechstunde versuchen wir einen Mindestabstand von 1,5-2 Metern zu erzielen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Sie ggf. kurz im Treppenhaus warten müssen. Bitte halten Sie auch dort Abstand und halten die Abstandsmarkierungen ein. Wegen der Bedeutung der aerogenen Übertragung wird bei uns viel gelüftet und es laufen Ventilatoren um einen erhöhten Luftaustausch zu bewerkstelligen. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Diese Maßnahme ist aus medizinischer Sicht zum Schutz für uns Alle, auch Sie erforderlich. Wir geben Alles um das Risiko für Alle zu senken und eine ärztliche Versorgung von allen unseren Patienten optimal fortzuführen. Wir wünschen Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund.

 

Telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU):

Ab 18.10.2020ist es wieder möglichbei leichten Erkrankungen der Atemwege eine telefonische Beratung durch den Hausarzt zu erhalten. Die entsprechende AU wird dann postalisch zugeschickt oder an eine Vertrauensperson ausgehändigt, die dann z.B.  bei Erstkontakt im Quartal auch die notwendige Versicherungskarte in die Praxis bringt. Die Dauer der Krankschreibung beträgt maximal 7 Tage und kenn einmalig um 7 Tage verlängert werden.

 

Ist Covid-19 nur eine Lungenerkrankung?

Nein, leider handelt es sich um eine Multiorganerkrankung!

-  Nervensystem: Das Virus wurde im Gehirn nachgewiesen. Daher resultieren daraus auch die typischen Geruchs,- und Geschmackstörungen, die sich aber zum Glück wieder zurückbilden können. Schlimmer ist eine mögliche Hirnschwellung und eine mittlerweile nachgewiesene "demyelinisierende Erkrankung der Nerven" ähnlich der Multiplen Sklerose. Auch psychische Erkrankungen mit z.B. Halluzinationen wurden in den Zusammenhang mit einer Coronainfektion gebracht. Nach einer Studie vom Imperial College London an 85000 Patienten verlohren schwer an CoVid-19 Erkrankte im Durchschnitt 8,5 IQ Punkte vom Intelligenzquotienten, dasGehirn "alterte" um ca. 10 Jahre.

-  Gefäßsystem/Gerinnung: Es zeigte sich eine Häufung von Thrombosen und Lungenembolien zum Teil eben auch mit tödlichem Verlauf

-  Nieren: Pathologen konnten das Virus im Gewebe nachweisen. Klinisch zeigt sich bei Intensivpatienten das akute Nierenversagen mit ggf. notwendiger Dialyse (=Blutwäsche).

-  Herz: Auch hier wurde durch Pathologen und klinisch eine Herzmuskelentzündung bei 20% der Erkrankten nachgewiesen. Laborchemisch zeigten sich erhöhte Herzmarker. Als Erscheinungsbild kann daraus eine starke Einschränkung der Leistungsfähigkeit resultieren.

-  Darm: Auch in der Darmwand konnte das Virus isoliert werden. Es gibt Krankheitsverläufe mit ausschließlich Durchfall.

 

Haben wir eine Chance?

Ja!

Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich verbessert, die Intensivkapazitäten konnten deutlich gesteigert werden und wir haben verschiedene Impfstoffe in Aussicht.

Über 248 Forschergruppen in verschiedenen Ländern und Kontinenten arbeiten intensivst an Impfstoffen. Hochmoderne DNA-Impfstoffe haben bereits Phase III-Studien durchlaufen und stehen kurz vor der Zulassung. Die Zulassungsanträge von Biontech laufen. Der Impfstoffhersteller Moderna aus den USA wird bald nachziehen. Nach den derzeitigen Ergebnissen haben beide Impfstoffe eine 94% bzw. 95%ige Wirksamkeit. Der in Zusammenarbeit mit der Oxford Universität und Astra Zeneka entwickelte Impfstoff hat derzeitigen Ergebnissen zu Folge eine 70%ige Wirksamkeit. Der Impfstoff von CureVac wird wohl noch bis zum nächsten Jahr brauchen, bis zum Abschluß der Studien. Derzeit laufen ca. 49 klinische Studien. Bleibt noch das Verteilungsproblem. Der russische Impfstoff mit einer initialen Anzahl von nur 38 Probanden zur Zulassungszeit stellt ein Großexperiment dar, wie es nur in autokratisch regierten Ländern möglich ist. Die Risiken für die jeweiligen Personen sind noch nicht abschätzbar. Die aktuell nach Umfragen abgeschätzte Impfbereitschaft in der deutschen Bevölkerung liegt bei ca. 70%. Sollte es sich bewahrheiten, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes von Biontech bei >90% liegt, so kann epidemiologisch betrachtet durch die Impfung ein guter Schutz für die gesammte Bevölkerung erzielt werden.

Wird eine durch Impfung oder Erkrankung erzeugte Immunität anhalten? Bzgl. der Immunität nach durchgemachter Erkrankung führten zunächst die rasch absinkenden Antikörpernachweise zur Beunruhigung. Laut einer Untersuchung des La Jolla Institute of Immunology in Kalifornien waren jedoch noch nach 8 Monaten im Blut von ehemals an CoVid-19 erkrankten B-Gedächtniszellen nachweisbar, die zu einer schnellen erneuten Antikörperproduktion führen. Auch die T-Zellen könnten helfen: Untersuchungen von Marke Hoffmann der Universität in Freiburg, welche kürzlich in Nature Medicine erschienen, zeigten, dass T-Gedächtniszellen, die auf mit Sars CoV-2 infizierten Zellen reagieren, noch nach über drei Monaten nachweisbar waren.

Auch wird fieberhaft an Medikamenten zur gezielten Behandlung gearbeitet. Ein Wundermittel gibt es noch nicht, aber: In den USA wurde für Remdesivir eine Schnellzulassung bewirkt, nun auch in Europa. Dieses kann bei schwer kranken Patienten die Beatmungsdauer senken aber die Sterblichkeit nicht signifikant beeinflussen. Indiziert ist es jedoch auch in der Frühphase der Erkrankung, wenn die Virusreplikation sehr hoch ist. Alle anderen antiviralen Therapien waren bislang erfolglos. Insbesondere Lopinavir, Ritonavir, Hydroxychloroquinund Chloroquin, mit und ohne Azithromycin. Bei letzteren wurde die Schnellzulassung durch die FDA (Amerikanische Arzneimittelbehörde) wurde im Juni 2020 zurückgenommen wegen einem fehlendem Wirksamkeitsnachweis. Gefährliche QT-Zeitverlängerungen können zu gefährlichen Herzrythmusstörungen führen                                                                                                                      

Antiserum von ehemals infizierten Patienten könnte eine Behandlungsoption darstellen und wird schon produziert und getestet. Auch eine passive Immunisierung durch synthetisch hergestellte monoklonale Antikörper kann in der Frühphase bei hoher Virusreplikation hilfreich sein. Bamlanivimab hat in den USA die Notfallzulassung erhalten.

In Frankreich konnte in einer Studie durch Tocilizumab, ein Interleukin -6-Rezeptorantagonist, die notwendige Beatmungshilfe reduziert werden und die Sterblichkeitsrate gesenkt werden. 

In Beobachtungsstudien konnte ein erster Anhalt für die Wirksamkeit von Famotidin gefunden werden. Die Wahrscheinlichkeit zur notwendigen Beatmung als auch die Sterblichkeit konnte in einem retrospektivem Vergleich halbiert werden. Der wissenschaftlich geforderte Beweis durch eine prospektive Doppelblindstudie fehlt hier noch, wird aber gerade untersucht.                   

Insgesamt haben wir also viel dazugelernt und die Sterblichkeit auf den Intensivstationen ist gesunken (nicht nur durch jüngere Erkrankte). Remdesivir wird oft am Anfang eingestzt um die Viruslast zu senken. IFN-ß in der Frühphase der Behandlung intensivpflichtiger Patienten moduliert die Immunabwehr. Eine frühzeitige Gerinnungshemmung dieses Patientenkollektives hat die Sterblichkeit deutlich sinken lassen und auch Dexamethason senkt in einem vorläufigen Studienergebnis einer britischen Studie die Sterblichkeit bei schwer erkrankten Patienten in späteren Stadien durch eine Hemmung des sogenannten Cytokinsturms. Damit haben wir schon ganz brauchbare Behandlungsoptionen, die auch unsere Intensivkapazitäten entlasten. Gute Übersicht über Medikamentenkandidaten und die jeweiligen gelaufenen Studien: https://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/AVP/COVID-19/index.html.

Der vermehrte Aufenthalt der Bevölkerung im Freien im Sommer hat eine hemmende Auswirkung auf die Verbreitung des Virus, da ein erheblicher Verdünnungseffekt einer möglichen Viruskonzentration erfolgte. Diese Auswirkung ist aber kaum quantifizierbar. Die wärmere Jahreszeit hat die Grippewelle typischerweise abflauen lassen, genau so, wie die Erkältungskrankheiten durch andere Viren. Offensichtlich hat die warme Jahreszeit aber alleine keine ausreichende Wirkung auf Co-Vid-19 da auch mittlerweile in vielen warmen Ländern sich eine starke Ausbeitung zeigt. In Brasilien, Südafrika und Indien hatten wir (22.5.2020) ein exponentielles Wachstum! SARS und MERS waren jeweils lokal begrenzt und CoVid-19 hat sich weltweit ausgebreitet. Das heißt, wenn auf der einen Seite der Erde Sommer ist und die Erkrankung weniger häufig vorkommt, könnte es sich im Winter auf der anderen Seite gerade wieder ordentlich ausbreiten. Auch in Australien läuft eine zweite Welle ab, wie in vielen Ländern. Obwohl Australien eigentlich ziemlich gute Voraussetzungen hatte, da sie ihr Land hermetisch abgeriegelt hatten und es sich um eine Insel handelt. Laut statistischen Untersuchungen von der Arbeitsgruppe von Mohammad Jalali von der Harvart Universität, die die Auswirkungen des Klimas auf das Virus untersuchten, verlangsamt sich die Pandemie erst ab 25°C. Mit jedem Grad darüber sank die geschätzte Reproduktionsrate nur um ca. 3%. Der Sommer alleine wird das Virus nicht verschwinden lassen. Andersrum gedacht stellen meiner Meinung nach die vielen Ausbrüche in Fleischverarbeitenden Betrieben mit deutlich abgesenkten Temperaturen in den Arbeitshallen ein Modell dar für den Herbst bzw. kalte Witterungsbedingungen und zeigen, wenn wir nicht aktiv viele Dinge dagegen unternehmen werden, so wird sich das Virus wieder weiter verbreiten! Wir müssen uns jetzt wieder mit aller Kraft zusammenreissen.

Eine Herdenimmunität noch vor dem Impfstoff zu erreichen scheint mir persönlich in Deutschland sehr unwahrscheinlich (siehe weiter unten). Es würden dafür laut Wissenschaftlern und Epidemiologen Antikörpernachweise bei 60-70% der Personen in der Bevölkerung benötigt. Geschätzt dürften wir mömentan bei wenigen Prozent, aber in jedem Fall im einstelligen Bereich liegen.  Eine unerwartet niedrige Übertragungsrate in Haushalten von ca. 15% auf ander Haushaltsmitglieder sowie unter Ehepartnern von ca. 28% könnte für eine unerwartete Hintergundimmunität sprechen. Dieses Phänomen könnte allerdings auch durch bereits nachgewiesene genetische Faktoren in unserem Blutgruppensystem erklärt sein. Eine neuere Studie zeigt, dass sehr wahrscheinlich keine T-zellvermittelte Kreuzimmunität durch andere Coronaviren hervorgerufen wurde. Studien der Universität von Oxford an Makaken zeigten, dass der dort verwendete Impfstoff die Affen vor einer schweren Lungenerkrankung bewahrte, aber nicht vor einer Infektion generell. Das Virus war nach absichtlicher Infektion z.B. in der Nase nachweisbar. Das bedeutet, dass möglicherweise Impfstoffe zwar eine schwere Erkrankung verhindern könnten, nicht aber die Ausbreitung des Virus. Eine Herdenimmunität anzustreben wäre in meinen Augen zu höchst unethisch. Außerdem handelt es sich nicht um eine harmlose Erkrankung, sondern um eine Multiorganerkrankung, die auch (wenn auch weniger häufig) jüngere Menschen treffen kann. Man denke da nur an die Schädigung des Nervensystems.

Anhand aller Lockdownmaßnahmen in verschiedensten Ländern in der ersten Welle sieht man, dass drastische Maßnahmen wirksam sind, wenn diese auch konsequent umgesetzt werden. Daher ist es wirklich extrem wichtig, dass die angeordneten Maßnahmen auch eingehalten werden und Sozialkontakte auf ein Minnimum reduziert werden. Das "Social Distanceing" ist super wichtig. Und offensichtlich reichen die angeordneten Maßnahmen nicht und es liegt jetzt an jedem Einzelnen alle Kontakte auf ein Minnimum zu reduzieren!!!

Die weltweite Rate ist seit.Okt. steigend. Die USA hatten mit 99.000 Neuerkrankungen pro Tag schon am 30.10.2020 eine traurige Höchstmarke, die sich täglich weiter topt mit aktuell am 14.12. 194.000 Neuerkrankungen pro Tag laut CDC. Das Virus belohnt nicht Ignoranz und Narzissmus. Lasst uns daraus lernen. Die bislang von den Wissenschaftlern gemutmaßte Vorhersage, dass die zweite Welle schlimmer werden könnte hat sich zumindest in den USA bestätigt. Daten zum Superspreading und der Dispersion von Fällen sowie dem angenäherten Dispersionsfaktor kappa von 0,45 zeigt leider, wie schnell auch in der jetzigen Situation die Pandemie auch in Deutschland wieder außer Kontrolle geraten könnte und dass bei einem Verdachtsfall eine sofortige Quarantäne noch vor einem PCR-Testergebnis entscheidend ist und wie wichtig es wäre von der Politik und den Gerichten dafür zu sorgen, dass Ereignisse bei denen so ein Spreading zum Tragen kommt weiterhin verhindert wird, wie z.B. Chorsingen oder große Menschenansammlungen ohne Abstand und/oder Mund,-Naseschutz. Eine neue Studie der Stanford Universität zeigt, dass Restaurant, Cafe´s und Fitnessstudios hotspots für Superspreadingereignisse darstellen können. Daher ist es mir aus medizinischer Sicht völlig unverständlich und meiner Meinung nach verantwortungslos, wie das Bayerische Landesgericht am 12.11.2020 die Schließung von Fitnessstudios kippen konnte!  Auch haben viele Coronagegner immer und immer wieder auf Demonstrationen gegen die Auflagen verstoßen! Wie kann man diese noch zulassen und dann der Polizei die Schuld geben?!

Immerhin hat eine, Ausweitung der Test´s stattgefunden. Die Ergebnisse müssen aber schneller da sein, weswegen Schnelltests mit einem Ergebnis nach 90 min sinnvoll und wichtig sind. Auch sollte die Bezahlung von Schnelltests uneingeschränkt von der Krankenkasse übernommen werden!

Spezielle Info´s: 

In Deutschland handelte es sich im Anfangsstadium um eine exponentielle Entwicklung der sicher nachgewiesenen (im PCR Test gesicherten) Neuerkrankungsfälle. Im Verlauf hatte sich die Verdoppelungsgeschwindigkeit der Fallzahlen von anfangs alle 2,3  über 15 - 20 Tage (je nach Bundesland, Stand 18.4.) auf >35 Tage (Stand 20.4.) verlängert, was einen weniger steilen Anstieg bedeutete und die Wirksamkeit der Maßnahmen zeigte. Dieser Parameter ist in der Anfangsphase gut brauchbar und wird jetzt nicht mehr weiter von mir benannt. Die Anzahl der täglichen Neuinfektionen zeigte in Deutschland einen im Trend anhaltenden Rückgang vom Peak ab dem 28.3.. Die Reproduktionszahl R ist von 2,6-3,5 auf unter 1 gesunken bis auf 0,7 (Stand 17.4.20, laut RKI, alte Berechnungsmethode). Das heißt, dass eine Person nur noch weniger als eine weitere und nicht mehr 2-3 weitere Personen ansteckte. Für eine rückläufige Wirkung benötigen wir R < 1. Dieser Parameter ist ganz gut zur Abschätzung zur Entfernung zum Kipp-Punkt und stellt somit eine Art rote Alarmlampe dar. Alle Parameter zeigten  während des "Shut-down" in die richtige Richtung, und zeigten an, dass die Shut-Down-Maßnahmen der ersten Welle im März wirksam waren. In einem wirtschaftswissenschaftlichem Berechnungsmodell wurde als idealem Kompromißwert (also einem guten Wert für die Wirtschaft bei einer noch nicht erhöhten Sterberate) von R= 0,75 postuliert. Die Reproduktionsrate R schwankt momentan knapp unter bzw. über 1, je nach Ort.                      

Für Zweifler hier der unverfälschte Zeitstrahl: Am 8.3. wurden Großveranstaltungen abgesagt, am 13.3. mahnt die Bundesregierung Sozialkontakte einzuschränken und in Bayern und Baden-Württemberg wurden Besuche in Altenheimen untersagt, am 16.3. erfolgten die Schulschließungen, am 20.3. erfolgte in Bayern eine Ausgangssperre. Parallel dazu begannen viele Firmen Homeoffice einzuführen. Passend dazu und zu der Inkubationszeit zeigte sich 1-3 Wochen später der Effekt mit rückläufigen Neuerkrankungsraten in Deutschland ab dem 28.3. (Quelle: Johns Hopkins Universität).                                                                                                           

Im Verhältnis zu den deutlich gesteigerten Kapazitäten im Gesundheitssystem hatte es in Deutschland im April gereicht. Bei 34 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner hatten wir in Deutschland eine Auslastung von durchschnittlich nur rund 60% (20.4.). Der wichtigste Parameter im Verlauf ist dann der Rückgang der täglichen Neuerkrankungsrate. In Deutschland Anfang Mai im Wochenmittel etwas unter Tausend. Es liegt also an der Dynamik einer Pandemie, dass verschiedene Parameter diese zu verschiedenen Zeiten jeweils unterschiedlich beschreiben, nicht an den Wissenschaftlern! Offensichtlich ist es eindeutig von Vorteil, wenn Politiker auch Wissenschaftler sind oder den Hintergrund mathemathisch-physikalischer Gegebenheiten verstehen können um verantwortungsbewußt richtige Entscheidungen zu treffen. Extrem schwierig ist, dass die Politik unter Druck der Wirtschaft und Lobbyisten steht gleichermaßen wie unter der zunehmenden Zahl an ungeduldigen Bürgern, teilweise aufgepeitscht durch Verschwöhrungsmythenverbreiter und Falschmeldungen. Der R-Wert ließ sich lange Zeit in der Nähe von 1 halten. Seit September sind die Fallzahlen deutlich angestiegen. Die jeweils aktuellsten Zahlen zur Neuerkrankung in den jeweiligen Ländern weltweit liefert die Johns Hopkins Universität: https://coronavirus.jhu.edu/map.html  oder das RK unter https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4.Momentan ist es am eindrücklichsten auf die 7-Tagesinzidenz zu schauen, also die tägliche Neuerkrankungsrate jeweils auf eine Woche gemittelt. Während die Fälle bei Tönnies nur einen kleinen Anstieg der Fallzahl bewirkten, der gut kontrollierbar war haben wir jetzt eindeutig eine zweite Welle durch die Reiserückkehrer und die gestiegene Sorglosigkeit und Unachtsamkeit, die über das ganze Land verteilt ist. Ein großes Problem ist die weite Verbreitung in der gesammten Bevölkerung. Wir müssen vorsichtiger sein! Wir müssen unsere Kontakte einschränken. Und wir müssen mehr testen. Nur wenn viel getestet wird, kann man neue Initialfälle finden und die Ausbreitung eindämmen. Gleichzeitig muß Resourcenschonend gezielt getestet werden, da teilweise die Kapazitäten ausgeschöpft sind.

Wir schaffen es nochmal! Helft alle mit! Wichtig ist bzgl der Maßnahmen nicht nachlässig zu werden und auch alle empfohlenen und nicht zwingend vorgeschriebenen Maßnahmen einzuhalten, um um ein Absinken der noch immer viel zu hohen Neuerkrankungsraten zu erzielen. Über die Ostertage hatte die Disziplin der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung durchgehalten. Auch die Wiedereröffnung nach dem Lockdown hat gut funktioniert. Der Sommer lief gut. Die Reiserückkehrer und die Nachlässigkeit von uns Allen hat zu einem begrenzten Anstieg geführt. Die zusätzlichen kalten Temperaturen im Herbst haben dann zu dem erwartungsgemäßen Wiederanstieg geführt. Durch den Lockdown light konnte das exponentielle Wachstum gebrochen werden. Aber die Neuerkrankungsraten sind noch auf einem viel zu hohen Niveau, welches das Gesundheitssystem über längere Sicht nicht verkrafte wird. Wir waren gerade im exponentiellen Wachtum der Neuinfektionszahlen! Am 28.10.2020 laut Johns Hopkins Universität 23.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, ob wir einen Rebound verkraften werden! Bleiben wir weiter vorsichtig. Es sollte auch jeder selbst überlegen, wie er durch sein Verhalten dazu beitragen kann und nicht nur nach den Vorgaben der Politik gehen.

Die Letalität in Deutschland war anfangs (21.4.2020) bei 3,2% laut RKI, ist im Verlauf gesunken durch bessere Behandlungsmöglichkeiten und einen steigenden Anteil an jüngeren Erkrankten. Eine genauere Abschätzung der Überschußsterblichkeit ist erst seriös nach der Pandemie durchführbar.

Wie geht es weiter?

Wir hatten seit Ende August leider eindeutig und unwiderlegbar einen Anstig der Neuerkrankungsrate von über 2000 Fällen pro Tag laut RKI. Seit Mitte Oktober hatten wir ein exponentielles Wachstum der Neuerkrankungsrate in der Größenordnung über zwanzigtausend Neuerkrankungen.Die erste Welle sieht dagegen richtig klein aus. Dies ist absolut kritisch!! Und uns steht noch der restliche Herbst bevor. Wir müssen wieder vorsichtiger werden. "Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an." Dieser Wahlspruch der Anfangszeit gilt auch jetzt wieder ganz besonders.

Mittlerweile besteht in Bayern die Möglichkeit, dass sich jeder kostenfrei mehrmals testen (Abstrich) lassen kann, der will. z.B. für Personen die einen Kontakt mit Risikopersonen planen. z.B. vor einem Schwiegerälternbesuch ist dies meiner Meinung nach sinnvoll und zu befürworten. Dieser kann bei uns durchgeführt werden. Eine Quarantäne ist für diese Personengruppe ohne Erkrankungsanzeichen nicht erforderlich.

Die Nachverfolgungs-App ist fertig. Diese App ist freiwillig. Lange hats gedauert, aber dafür soll diese App datenschutzrechtlich deutlich besser sein als diejenigen in totalitären Regimes. Aber wichtig ist dann, dass möglichst viele, bei denen die App auf dem Smartphone läuft, auch mitmachen! Die Datenspeicherung erfolgt dezentral. Die Idee hinter dieser App ist, dass die Nachverfolgung schneller erfolgen kann und dadurch Infektionsketten schneller unterbrochen werden können. Dadurch wird die Ausbreitung gehemmt. Außerdem können Begegnungen entdeckt werden von Personen, die man nicht kennt z.B. im Nahverkehr. Diese können ja auch bei der Nachverfolgung der Ketten durch das Gesundheitsamt nicht ausgemacht werden. Diese App ist ein weiterer wichtiger Baustein, um einer leider immer noch möglichen zweiten Welle und dem Herbst zu begegnen. Bislang wurde die App 17 Millionen mal heruntergeladen.

In Bayern werden teilweise Reihenuntersuchungen in Altenheimen, Schulen und Kita´s durchgeführt. Zeit wird`s.

 

Woran hapert es (meiner Meinung nach) noch?

In erster Linie daran, dass es in der jüngeren Vergangenheit kein vergleichbares Ereignis gab und daher keiner genau sagen kann, was wie starke Auswirkungen haben wird. Aber die zweite Welle im Herbst war absehbar und einige Vorbereitungen hätten besser getroffen werden können. Man hätte sich Südkorea oder Japan als Vorbild nehmen können.

- Verglichen mit der ersten Welle Anfang des Jahres hätten viel eher stärkere Einschränkungen erfolgen müssen, um das exponentielle Wachstum zu brechen. Ob die jetzt durchgeführten Allgemeinmaßnahmen und Gegenmaßnahmen gegen Hotspots, wenn sie denn nun eingehalten würden, ausreichen, um vor Weihnachten die Fallzahlen deutlich gesenkt zu haben ist unklar. Die momentane Entwicklung spricht meiner Meinung nach schwer dagegen. Ein zu spätes Eingreifen wird auch die Wirtschaft nicht schützen.

- Massentestungen bzw. eine erhebliche Ausweitung der Tests, wie von der WHO empfohlen, waren anfangs noch nicht möglich aufgrund fehlenden Materials, da Lieferketten aus China schwer betroffen waren, lange fehlten die offiziellen Empehlungen des RKI, wie mit asymtomatischen Personen welcher jeweiligen Gruppe zu verfahren ist. Erst am 15.5.2020 erfolgte per Gesetz die Regelug, dass die Krankenkassen auch die PCR-Untersuchung auf CoVid-19 bei asymptomatischen Krankenversicherten übernehmen müssen. In der Versorgungsrealität zahlt die Krankenkasse nur in ganz bestimmten Fällen (z.B. App-Alarm). Bislang wurde nur in Bayern ab 1.7.2020 ein Corona Test für Alle eingeführt, also kostenfrei auch bei Personen ohne Erkrankungserscheinungen. Die kostenlosen Tests für Reiserückkehrer wurde leider Bundesweit wieder eingestellt.

- die Durchführung und Bezahlung von Schnelltests in größerem Umfang, die es mittlerweile auch in guter Qualität gibt wäre dringend notwendig.

- Seit über drei Wochen melden eine Vielzahl an Arztpraxen einen Mangel an Grippeimpfstoff. Jetzt wird überlegt die nationale Reseve auszugeben und erst mal der Bedarf ermittelt! Das ist meiner Meinung nach Realsatire, wenn s nicht so traurig wäre. Wieso wurde diese Reserve nicht Ende Oktober ausgegeben?

- So langsam sollten die selbst gebastelten Masken, die in der Anfangsphase super wichtig waren, gegen FFP-2 Masken und OP-Mundschutz ersetzt werden, da wir momentan die Kapazitäten dafür wieder haben.

- Aktuelle Umfragen über die Impfbereitschaft in der Bevölkerung in Deutschland bzgl. eines CoV2-Impfstoffes besagen, dass ca. 70% in der Bevölkerung zu einer Impfung bereit wären. Das geht noch besser! Bleibt auf einen Mitnahmeeffekt zu hoffen, wenn die ersten Impfungen (hoffentlich) gut vertragen wurden.

- brauchbare Schnelltests auf Antigene, die es mittlerweile gibt sollten allgemein verfügbar und bezahlt werden. Oft ist es wichtiger den Test schnell zu haben, als die allerhöchste Genauigkeit. Das soll heißen, ein Schnelltest mit einer etwas schlechteren Sensitivität gegenüber der PCR ist besser bzw. epidemiologisch sinnvoller, wenn das Ergebnis nach 90 Minuten vorliegt und nicht erst nach 4 Tagen.

- Ein Immunstatusausweis ist meiner Meinung nach pure Illusion, da ich nicht weis, wer rechtlich die Verantwortung für falsch positive Fälle übernehmen soll bzw. kann, denn diese wird es immer geben selbst bei einer sehr guten Spezifität z.B. bei ELISA-Test´s von 99%. Bestätigungstests, die eine wirkliche Sicherheit geben würden sind Forschungseinrichtungen mit Hochsicherheitslabors vorbehalten und schon logistisch nicht für die breite Öffentlichkeit möglich. Und auch von einer nur mittelgroßen Anzahl an Personen die immun seien könnten sind wir weit entfernt. Bei einer aktuellen Studie in Schweden zeigten nur 8% der Stichprobe in Stockholm Antikörper.

Kostenfreie Immunglobulintests sind noch nicht verfügbar. Diese können teilweise Aufschluß über den entsprechenden Stand der Immunität liefern. Ob wir eine ausreichende Herdenimmunität vor dem Impfstoff erzielen werden ist meiner Meinung nach höchst fraglich. Für diese Immunität wäre eine Durchseuchung von 60-70% der Bevölkerung erforderlich. Davon sind wir meilenweit entfernt. In der Stichprobe in Deutschland in Heinsberg, immerhin einem Hotspot der Pandemie, konnten gerade mal bei 15% der Bevölkerung Antikörper nachgewiesen werden. In der Gesamtpopulation schätzen verschiedene Wissenschaftler eine Rate von wenigen Prozent, auf jeden Fall im einstelligen Bereich. Eine Herdenimmunität wird daher nicht (vor einem Impfstoff) funktionieren.

Was aber für jeden Einzelnen unter Umständen interessant sein kann: Einen Antikörpertest aus dem Blut (IgG, ELISA), mit sehr guter Spezifität (98,5%) und Sensitivität von ca. 94% 21 Tage nach dem Symptombeginn, können wir anbieten. Die Ergebnisse werden dann von unserem kooperierendem Labor in wenigen Tagen vorliegen. Dieser Test ist CE Zertifiziert und wurde u.a. an der Charite in Berlin validiert. Dieser Test zeigt spätestens 3 Wochen nachdem eine Person eine Coronainfektion durchgemacht hat an, ob dieser Patient Antikörper gebildet hat. Laut den Angaben des Testherstellers Euroimmun gibt es keine Kreuzreaktionen dieses ELISA-Testes mit den 4 "Erkältungscoronaviren", lediglich mit dem alten CoVid-1 Virus, welches als ausgestorben gilt und nicht in Europa zirkulierte. Dennoch gibt es, wie bei jedem Test auch falsch positive Ergebnisse. Das heißt das man (aufgrund des Testergebnisses) meint, dass der Patient Antikörper gegen CoVid-19 entwickelt hat, obwohl dies nicht der Fall ist, was zu einer falschen Sicherheit führen kann. Auch ist unsicher, ob eine Antikörperbildung sicher vor einer erneuten Erkrankung schützen kann. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass dann zumindest der Krankheitsverlauf milde ablaufen sollte. Auch falsch negative Testergebnisse sind möglich. Die Wahrscheinlichkeit Antikörper nachzuweisen ist abhängig von der Durchseuchungsrate in der Bevölkerung und somit momentan noch gering, wird aber steigen. Auch die Auftretenswahrscheinlichkeit falsch positiver Werte wird sich mit höherer Antikörpermenge in der Bevölkerung verbessern. Dieser Test ist keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden (40,4 Euro). Eine mögliche T-zellvermittelte Immunität wird von diesem Test nicht erfasst.

 

Was ist das Präventionsparadox?

Wenn man rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreift und diese wirksam sind, so wird man nicht die volle Wucht z.B. einer Pandemie (da sie verhindert oder abgeschwächt wurde) erleben. Manche Personen machen dann, den in der Wissenschaft nie erlaubten Umkehrschluß: "war doch gar nicht so schlimm", " Alles übertrieben". Wenn man vergleichend nach Italien oder New York schaut sieht man recht genau, wie es in Deutschland bzgl. dem Coronavirus wahrscheinlich ohne Lockdown gekommen wäre.

 

Wo kann ich mich gut und seriös informieren?

Stadtverwaltungen und Gesundheitsämter haben zwar hotlines zur Information der Bürger geschaltet, aber insbesondere letztere haben wichtigeres zu tun! Sie müssen und sollen die Infektionsketten verfolgen. Daher bitte ich alle Leser  dort von Anfragen abstand zu nehmen.

Empfehlen würde ich die regelmäßigen Podcasts des Virologen und Epidemiologen Alexander Kekule z.B. im MDR oder der ARD-Mediathek (Coronakompass), in welchen er viele relevante Gegebenheiten um das Coronavirus sehr gut allgemeinverständlich darstellt und praktikable pragmatische Lösungen anbietet und wissenschaftliche Aspekte gut verständlich serviert und auch Hörerfragen fachlich bewertet und beantwortet. Genauso zu empfehlen sind die Podcasts des Chef-Virologen der Berliner Charite Christian Drosten, der die Sachverhalte jedoch mehr unter dem Wissenschaftlichen Aspekt und sehr detailiert darstellt, was eher den Spezialisten anspricht. 

 

Waren die Maßnahmen übertrieben?

Leider gehen momentan zunehmend Menschen auf die Straße und demonstrieren (was ihr gutes Recht ist, solange sie Abstand halten) da sie die Gefährlichkeit des Virus nicht wahrhaben wollen und/oder die Maßnahmen des Shut-Down für übertrieben halten. Wenn man die oben dargestellten Sachverhalte beachtet wie, dass es sich um eine Multiorganerkrankung handelt, die Letalität in der Größenordnung von 5-10x so hoch wie bei Grippeinfektionen sieht, beachtet, dass auch junge, zuvor gesunde Menschen versterben können (ca. 3,5% der Verstorbenen unter 60igstem Lebensjahr) oder einfach nur nach Italien oder New York schaut kann man eigentlich kaum noch die Gefährlichkeit des Virus leugnen. Hier ist noch nicht mal berücksichtigt, dass das Virus z.B. durch einen höheren Selektionsdruck durch die Behandlung mit den jetzt gefundenen antiviralen Mitteln, zu einer höheren Gefährlichkeit oder Infektiosität mutieren könnte. Fakt ist, wir hatten anfangs ein exponentielles Wachstum. Wenn man das nötige mathematische Grundverständnis einer Exponentialfunktion beherrscht, weis man, das ein noch so gutes Gesundheitssystem (auch das deutsche Gesundheitssystem) keinerlei Chance hat, wenn diese Kurve nicht gebrochen wird. Kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht mit einem mathematischen Modell vom Pax Plank Institut, welches versucht die Auswirkungen der verschiedenen Maßnahmen zu ermitteln. Einer der Ergebnisse dieses sogenannten SIR-Modells besagt, dass eine Schulschließung nur 5 Tage später zu einer Steigerung des Peaks der Neuerkrankungen um den Faktor 4 bedeutet hätte (also somit ca. 30.000 Neuerkrankungen pro Tag statt 7.500). Ein weiterer Schluss dieser Arbeit ist, dass keine einzige der getroffenen Maßnahmen hätte fehlen dürfen um eine Abnahme der Neuinfektionszahlen zu bewirken. Ein wirklich nicht zu unterschätzendes psychologisches Problem ist das sogenannte "Präventionsparadox" laut Christian Drosten, da man das Verhinderte nicht sehen kann und so den falschen Schluß ziehen könnte die Maßnahmen seien übertrieben gewesen. Hätte es auch anders gehen können? Ich finde im Vergleich zu vielen anderen Ländern war unsere Ausgangssperre, die ja nicht wirklich eine solche war und sehr viel Spielraum gelassen hatte wirklich moderat und mit Augenmaß. Schweden ist jedenfalls kläglich gescheitert mit einer 4-fach höheren Sterblichkeitsrate als seine Nachbarländer. In Belgien lag die kalkulierte Sterblichkeit im Juli bei bei 8%. In den USA lag die tägliche Neuerkrankungsrate am 13.11.bei 177.000! Und auch bei uns waren die Fallzahlen seit Oktober deutlich steigend und wir waren in die exponentielle Phase gerutscht! Momentan scheint es so, dass wir den Kippunkt erreicht haben könnten. Aber Momentan ist das Niveau der Neuerkrankungsraten auch bei uns auf einem Plateau von ca. 20.000!

 

Was können Verschwöhrungsmythen bewirken?

Verschwöhrungserzähler sind meiner Meinung nach gefährlich, da sie unsere jetzt gerade gelernte Achtsamkeit unterminieren. Das "Social-Distanceing" ist aber super wichtig, um einigermaßen unbeschadet durch die zweite Welle im Herbst zu kommen. Das Gefährliche daran ist, das die verschiedensten Erzählungen meist auf einem kleinen Fünkchen Wahrheit beruhen (was die Zustimmung erhöht), die Schlußfolgerungen aber dann oft völlig unwissenschaftlich weitergeführt werden, z.B. durch nicht zulässige Unkehrschlüsse, Zitate veralteter Sachverhalte, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate oder durch Weglassen bekannter weiterer Fakten, was aber oft nicht für jeden so gleich ersichtlich ist. Daraus werden sogenannte "Theorien" entwickelt, meist ohne solide wissenschaftliche Grundlage, bis hin zu völlig abwegigen Behauptungen, wie: "das Bill Gates nur ein Handlanger böser Mächte sei, die eine diktatorische Weltherrschaft errichten wollten" ... "und die Menschheit dezimieren wollen"..."mit Impfungen Chips implantieren würden"..."und kleine Kinder zu einem Verjüngungsmittel verarbeiten würden". Laut einigen Psychologen sollte man mit Verschwöhrungsgläubigen keine Diskussionen führen, um Ihnen keine Bühne zu bieten. Eine Diskussionsbereitschaft kann als Zugeständnis und Anerkennung des Verschwöhungsgläubigen fehlgewertet werden, bishin zu der Meinung, dass es ein Indiz darstellen könne, dass diese teilweise völlig abwegigen Meinungen eine akzeptable Position darstellen könnten. 

Wir konnten den Sommer genießen. Laßt uns jetzt wieder achtsam sein und uns wieder zusammenreißen und uns voll konzentrieren auf das "Social-Distanceing". Wenn wir aus der ersten Welle gelernt haben, können wir auch eine Zweite überstehen!!! Die Epidemiologen sagen, dass in der Regel bei Pandemien die Zweite die schlimmere wird. Wenn wir darauf vorbereitet sind können wir es abfangen. Auch dabei wird es wieder auf (fast) Alle ankommen. Es wird bereits erheblich mehr Grippeimpfstoff bevorratet, als die Jahre zuvor. Dieser ist seit September verfügbar und wurde bislang gut vertragen, soweit ich das überblicken kann. Und nächstes Jahr gibt es dann (hoffentlich) den Corona-Impfstoff.

Bleibt´s gsund!

 

gehäufte Infekte, was kann ich dagegen tun?

-  Das Zitrusfrüchte das Immunsystem stimmulieren ist hinlänglich bekannt. Am meisten Vitamin-C ist in der Acerolakirsche enthalten.

-  Das Spurenelement Zink ist ein wichtiges Co-Enzym für verschiedene Stoffwechselwege und unterstützt damit das richtige Funktionieren des Immunsystems. Es bedarf dafür nur relativ geringe Mengen.

-  Auch auf den Eisen,- und Vitamin-D- Stoffwechsel sollte man achten, aber nicht ungezielt Nahrungsergänzungsmittel nehmen, sondern vorher die entsprechenden Laborwerte durch eine Blutabnahme ermitteln und dann gezielt ersetzen (= substituieren) was fehlt.

-  Bei der Blutabnahme kann der Arzt ggf. auch gezielt schwere Immundefekte ausschließen.

-  Physikalisch läßt sich, was auch durch Studien nachgewiesen ist, das Immunsystem durch Sauna, Tauchbecken und kalte Güße stimmulieren. Wichtig ist, das man das richtig macht.

-  Verschiedene Phytotherapeutika können das Immunsystem stärken. Wichtig ist, die verschiedenen Vor,- und Nachteile der einzelnen Präparate bzw. Wirkstoffe abzuwägen in Abhängigkeit von der jeweiligen Person.

-  Die Besten Erfahrungen haben wir mit einer Eigenbluttherapie 2x/Woche für ein paar Wochen gemacht. Dabei wird ein unspezifischer Reiz gesetzt. Es zeigt sich meist eine gute Wirksamkeit zur Stärkung des Immunsystems, auch bzw. gerade wenn in der schulmedizinischen Blutuntersuchung kein handfester Mangel festgestellt werden kann. Diese Behandluung wird teilweise sehr unterschiedlich durchgeführt. Durch unsere fachliche Ausrichtung auch auf Naturheilkunde haben wir die notwendige Expertise dafür.

Die Kombination aus erst einer vernünftigen Blutabklärung mit ggf. folgender notwendiger Substitution und einer naturheilkundlichen Behandlung führt nach unserer Meinung zu einer optimalen Stimmulation des Immunsystems und dadurch zur Vermeidung von Infekten.

 

Prävention vor Rückenschmerzen heißt vor Rückenschmerzen vorbeugen. Was kann ich dafür tun?                                                                                          

1) Schlafen:

• Nicht auf dem Bauch schlafen, da sonst Hohlkreuz sowie Halsverdrehung unvermeidlich.
• Kein 80x80cm Kissen verwenden, sondern z.B. 20x80cm, damit man nicht mit der Schulter auf dem Kissen liegt.
• Keine zu harte Matratze verwenden, damit die Wirbelsäule an allen Stellen unterstützt wird und keine „Hohlbereiche“ entstehen (mit der Hand unter dem Rücken testen: es darf keine Platz sein, seitliche Beobachtung: gerade Wirbelsäule).
• Matratze nicht älter als 10 Jahre, mit verschiedenen Zonen (meist sieben).

2) Heben:
• Nicht aus dem Kreuz heben.
• Die Beine die Arbeit machen lassen.
• Bewusste Vorspannung der Muskulatur.
• Körpernahes Tragen von Gegenständen.

3) Sitzen:
• Sitz so einstellen, dass die Fußflächen gut am Boden aufstehen,
• der Oberschenkel sollte dabei leicht schräg abfallend sein
• und das Gesäß an der Rückenlehne anstehend sein.
• Die Arme sollten waagerecht auf dem Schreibtisch aufliegen und nicht gehalten werden müssen.
• Ein Mauspäd mit Handgelenkspolster ist ideal.
Keine verkrampfte Dauerhaltung. Sofern möglich öfters mal aufstehen.

4)Muskeltraining:                                                                                                                                                                             2-3x/Woche gezielt Rückenmuskeltraining und Bauchmuskeltraining wäre ideal. Es muss nicht lange sein, 10-15min sind ausreichend. Wir zeigen Ihnen gerne welche Übungen gut sind. Aber wichtig ist, es diese eben wirklich regelmäßig zu machen.

Manche Fitness-Center oder Sportvereine geben Rabatte nach Vorlage eines Rezeptes für Sport.

 

Tipps für langfristiges Abnehmen

„das Problem ist nicht die (kurzfristige) Gewichtsreduktion, das Problem ist diese langfristig zu halten (Ping-Pong Effekt)“


Dazu einige wichtige Grundsätze:
 keine Mogelpackung mit wasserausschwemmenden (=diuretischen) Substanzen.
 lieber langsam eine geringe Reduktion und diese dann langfristig durchhalten.
 wichtiger als eine kurzfristige Diät ist eine nachhaltige Umstellung der Ernährung.
 es gibt viele verschiedene Diäten, die meist aber nur kurzfristig funktionieren. Ein wissenschaftlicher Vorteil einer bestimmten Diät über längere Zeit konnte bislang nicht eindeutig gezeigt werden. Nach unserer Meinung muss die Ernährung von Person zu Person unterschiedlich angepasst werden (je nach Vorlieben), weshalb sich auch in Zukunft keine „Superdiät“ finden lassen wird; aber entscheidend sind 2 Dinge, um die erlangte Gewichtsreduktion nicht nur kurzfristig halten zu können: 

1) die Gesamtkalorienaufnahme muss reduziert werden / bzw. der Verbrauch gesteigert werden.
      
2) man soll dabei satt werden, sonst hält man das nicht lange durch und das Essen muss schmecken!       

Daraus ergibt sich:  

1) Zur Umsetzung ist nach unserer Meinung am Besten das Konzept der Ernährung mit Nahrungsmitteln mit niedriger Energiedichte, durch individuelle  Zusammenstellung im Rahmen einer Ernährungsberatung.

2) In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige körperliche Betätigung extrem wichtig ist. Wir würden sogar sagen, geradezu Voraussetzung dafür ist, um das reduzierte Körpergewicht halten zu können. Dies sollte nach individueller Beratung erfolgen, nach Ermittlung der Laktatschwelle, um eine optimale Fettverbrennung zu erzielen und die jeweilige ideale aktuelle Trainingsherzfrequenz herauszufinden. Achtung! Es klingt paradox, aber Viele verbrennen zu wenig Fett, da sie zu stark trainieren!
wir empfehlen:
Laktatergometrie und Beratung (Igelleistung) bei Dr. med. Andreas Hahn / Rainer Schreiber sowie eine
Ernährungsberatung (bei Diabetes: Kassenleistung, sonst: Igelleistung) bei Dr. med. Johann Brand.

Gibt es Medikamente, die beim Abnehmen helfen?

Nach der ersten großen Schlappe von Appetitzüglern, die vor allem wegen schweren Herz,- und Kreislaufproblemen wieder vom Markt genommen werden mussten, wie Sibutramin blieben zunächst wenige Medikamente, wie Lipasehemmer, die jedoch in ein gutes Konzept eingebunden kurzfristig zusätzlich eingenommen werden können und relativ kostengünstig sind. Medikamente aus der Reihe der GLP-1 Analoga, die ursprünglich nur zur Behandlung des Diabetes gedacht waren, zeigen eine gute und nachhaltige Wirkung bei einem nicht ganz so schönem Handling, da es unter die Haut gespritzt wird. Vorteil: dies kann der Patient 1xtgl. selber machen. Bei Patienten, mit Diabetes wirken sich Metformin neutral, SGLT2-Hemmer und GLP-1 Analoga positiv auf das Körpergewicht aus. Seit Anfang 2018 ist ein neuer Appetitzügler als Tablette auf dem Markt mit komplett anderem Wirkprinzip: EIne Kombination aus Bupropion, das bereit erfolgreich in der Raucherentwöhnung eingesetzt wird und Naltrexon. Wenn die Anwendungseinschränkungen beachtet werden und die Behandlung ärztlich begleitet und kontrolliert (Laborkontrollen) wird stellt dies eine Option zur unterstützenden Bhandlung dar, neben Ernährungsumstellung und pulskontrolliertem laktatangepasstem Ausdauersport.

Und wenn Alles nichts hilft?

Als allerletzte Möglichkeit kann durch eine operative Magenverkleinerung eine Gewichtsreduktion erzielt werden. Diese Therapie kommt bei massiver Adipositas und erfolglosen, dokumentierten, konservatieven Maßnahmen in Frage. Dabei gilt es einige organisatorische Probleme zu umgehen.

 

Wie schaffe ich am Besten meinen Rauchstopp? Optimierte Raucherentwöhnung.

• Erfolgsrate bei einem Rauchstopp im Selbstversuch: nur 3-6%.
• Erfolgsrate bei ärztlicher Unterstützung: ca. 5-10 x häufiger!
Wir gehen davon aus, dass jedem Raucher die erheblichen gesundheitlichen Schäden des Rauchens bewusst sind und wissen, dass die meisten Raucher lieber aufhören würden.
Das Hauptproblem ist trotz des Wissens der Schädlichkeit dem inneren Drang nach einer Zigarette nachzugeben. Genau dabei helfen wir Ihnen dieses Problem zu überwinden.
Wir bieten eine qualifizierte multimodale Raucherentwöhnung an mit hoher Effektivität durch eine Kombination verschiedenster Therapiemöglichkeiten, die wir individuell für Sie zusammenstellen. Wir arbeiten mit Methoden und Medikamenten, die durch Studiendaten gesichert sind in Kombination mit alternativen, langjährig erprobten Behandlungsformen wie Akupunktur und einer regelmäßigen Begleitung über den gesamten Behandlungszeitraum, um ein effektives Gesamtkonzept mit möglichst hoher Erfolgsquote zu erzielen. Wenn Sie interessiert sind sprechen Sie uns einfach an.

 

Zu hohe Harnsäure. Was kann ich gegen Gicht tun?

Der Anfall von Harnsäure als Abbauprodukt unserer gegessenen Nahrung ist normal. Bei manchen Personen ist jedoch der Abbau verringert oder der Anfall verstärkt. Übersteigen die Harnsäurewerte dann im Blut eine gewisse Konzentration so können Kristalle z.B. im saureren Milieu von Gelenken ausfallen. Es kommt zu sehr schmerzhaften Entzündungen, einem Gichtanfall.                                                                                                                                                                                                   Eine erste Möglichkeit insbesondere bei leicht erhöhten Werten bzw. als Basismaßnahme zusätzlich zur medikamentösen Therapie ist die Beeinflussung der Harnsäure durch die Ernährung:
Klassischerweise wird bei Gicht vor Hülsenfrüchten (also Erbsen, Bohnen usw.) gewarnt. Mengenmäßig noch viel wichtiger sind die Vermeidung von Fleisch und vor Allem Innereien. Fleischextrakt verbirgt sich oft in Fertigsoßen. Der Alkoholkonsum beeinflusst den Abbauweg und erhöht daher die Harnsäurewerte. Befolgt man die drei Hauptprinzipien, kein Alkohol, keine Innereien, wenig Fleisch, so ist schon viel geschafft.                                                                                                                                                                                                    Manche Nahrungsmittel, die allgemein als gesund gelten sind bei Gicht kritisch zu bewerten, so z.B. Fisch. Hierbei kommt es sehr auf die Art an. Forellen führen gegenüber Seehecht oder Zander zu relativ hohen Harnsäurewerten. Am Besten vergleicht man die Werte in einer Tabelle, die wir Ihnen gerne bereitstellen (einfach nachfragen). Kaffee spielt mengenmäßig keine relevante Rolle. 

Hilft dies nicht, so gibt es verschiedene Harnsäuresenkende Medikamente. Wir beraten Sie gerne individuell, welches für Sie in Frage kommt.

Bei einem Gichtanfall mit starken Schmerzen z.B. im Großzeh oder Daumen werden starke Schmerzmittel mit entzündungshemmender Komponente benötigt. Nach einem Gichtanfall erlebt ein Medikament gerade eine Renaissance in dem neuen Therapieprinzip der langfristigen, aber niedrigdosierten Einnahme: das Colchizin der Herbstzeitlosen.

 

Was hat es mit der Eigenbluttherapie auf sich?

Die Eigenbluttherapie ist ein alternativmedizinisches Verfahren, bei dem wir eine sehr geringe Menge Blut dem Patienten entnehmen (wie bei einer herkömmlichen Blutabnahme), dieses versetzen mit speziellen das Immunsystem positiv beeinflussenden Substanzen und anschließend wieder in den Muskel spritzen. Dadurch wird ein unspezifischer Reiz gesetzt. Der genaue Wirkmechanismus ist bislang noch nicht entschlüsselt. Dieses Verfahren der Naturheilkunde wird jedoch bereits seit Jahrhunderten eingesetzt. Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht bei der Behandlung unserer Patienten bei folgenden Erkrankungen:
- Allgemeine Abwehrschwäche / Immunschwäche
- Verzögerte Rekonvaleszenz
- Andauernde oder häufig wiederkehrende Erkältungskrankheiten, Nasennebenhöhlenentzündungen, Nieren,-Blasenentzündungen
- Allergien wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis, Urtikaria, Schuppenflechte
- In speziellen Fällen bei manchen rheumatischen Erkrankungen

 Ist das schmerzhaft?
Es ist nicht anders, als eine herkömmliche Blutabnahme oder Spritze.

 Dauert das lange?
Blutentnahme, Vermischen mit einer Substanz und Reinjektion erfolgen unmittelbar hintereinander und dauern zwischen 30 Sekunden und einer Minute.

 Muss man das wiederholen?
Eine Serie von 5-10 Behandlungen ist zu empfehlen.

 Was für Gefahren bestehen?
- Um mögliche Infektionen zu verhindern arbeiten wir unter strengen hygienischen Bedingungen.
- Da Blut in Gewebe gespritzt wird kann es zu einem kleinen „blauen Fleck“ kommen, so wie wenn man sich wo angestoßen hat.
- Allergische Reaktionen sind, wie bei jedem Medikament, möglich.
Insgesamt sind diese Nebenwirkungen selten und wenn sie auftreten sollten, gut behandelbar.
Wir sind der Meinung, dass der Nutzen diese möglichen Nebenwirkungen überwiegt, wenn wir eine solche Behandlung bei Ihnen empfehlen. Fragen Sie uns einfach, wir beraten Sie gerne.
Prinzipiell handelt es sich zunächst um eine Selbstzahlerleistung. Einige Krankenkassen übernehmen jedoch bereits die Kosten. Fragen Sie wegen der Kostenübernahme bei Ihrer Kasse nach.
Wir sind froh, Ihnen dieses Verfahren zusätzlich zu unseren Kassenleistungen anbieten zu können.

 

Informationen für Veganer und Vegetarier:

Leider sind im internet sehr viele Halbwahrheiten bzw. teilweise einfach falsche Informationen zu finden. Daher hier eine objektive, industrieunabhängige, medizinische Darstellung.

Das Hauptproblem bei veganer Ernährung aus medizinischer Sicht ist eine ausreichende Versorgung mit Eisen (Fe) und Vitamin-B12.

Vit.-B12 kann mit pflanzlicher Nahrung so gut wie nicht aufgenommen werden. Ohne Nahrungsergänzungsmittel ist ein Mangel unvermeidbar. Die Vit.-B12 Speicher in der Leber reichen für ca. 2-3 Jahre. Das heißt ein Mangel tritt erst relativ spät in Erscheinung und wird dann oft nicht mehr mit der Ernährungsumstellung in Zusammenhang gebracht. Vit.-B12 wird nicht von Pflanzen produziert. Mikroorganismen produzieren Vit.-B12, z.B. Dickdarmbakterien, aber dort ist eine Aufnahme (Resorption) nicht mehr möglich. Als mögliche Vit.-B12 Quelle verwenden Veganer Soja,-oder Reisdrinks oder Nahrungsergänzungsmittel. Soja selbst hat kein Vit.-B12! Sojadrinks haben dies nur, wenn es künstlich zugeführt wird. Bei einer Menge von 0,38u/100ml und einer leider sehr geringen Resorbtionsquote im Darm des Menschen von nur ca. 1% müsste man über 100 Liter dieses Sojadrinks trinken, um den Tagesbedarf zu decken. Man kommt also unserer Meinung nach um eine Substitution (Ergänzung) mit Vit.-B12 Kapseln oder Tropfen nicht drum rum. Fragen Sie uns einfach nach der richtigen Dosis. Bei längerer veganer Ernährung kann auch eine vorherige Untersuchung des Blutes mit Messung spezieller Parameter sinnvoll sein. Bei schwerem Mangel ist eine i.m. (in den Muskel) Gabe des Vit.-B12 medizinisch sinnvoll.

Bei der Eisenaufnahme ist es weniger kritisch. Pflanzliches Eisen wird zwar deutlich weniger gut resorbiert (aufgenommen), wie tierisches Fe, aber es gibt Tricks die Resorption zu verbessern:                                             Gemeinsame Aufnahme mit Vit.-C (Saft, Paprika, Kiwi, Sanddornmus oder reine Ascorbinsäure als Pulver aus der Apotheke), Apfelsäure, Milchsäure im Sauerkraut. Viel pflanzliches Fe enthalten Getreide und Hülsenfrüchte. Bei angekeimten Getreide ist die Fe-Resorption verbessert. Es sollten auch Resorptionshemmer, wie Kaffee oder Schwarztee vermieden werden. Also am Besten ein Müsli mit angekeimtem Getreide, Apfel und Kiwistückchen oder / und Sanddornmus 2 Stunden vor anderem Essen, Medikamenten, Kaffee oder Schwarztee frühstücken. Bei entsprechend schwerem Eisenmangel (auch das kann man im Blut bestimmen) kann / sollte eine Ergänzung mit Tabletten (auch da gilt für die Verbesserung der Aufnahme das oben gesagte) oder bei Unverträglichkeit i.v. (über die Vene) erfolgen. Wir beraten, untersuchen und behandeln Sie gerne individuell.