Tipps

Mit dieser Seite wollen wir medizinische Informationen zu sehr häufig gestellten und wichtigen Fragen unserer Patienten geben:

-  Prävention vor Rückenschmerzen

-  Tipps für langfristiges Abnehmen

-  Wie schaffe ich am Besten meinen Rauchstopp

-  Zu hohe Harnsäure. Was kann ich gegen Gicht tun?

-  Was hat es mit der Eigenbluttherapie auf sich?

-  Informationen für Veganer und Vegetarier

 

Prävention vor Rückenschmerzen heißt vor Rückenschmerzen vorbeugen. Was kann ich dafür tun?                                                                                          

1) Schlafen:

• Nicht auf dem Bauch schlafen, da sonst Hohlkreuz sowie Halsverdrehung unvermeidlich.
• Kein 80x80cm Kissen verwenden, sondern z.B. 20x80cm, damit man nicht mit der Schulter auf dem Kissen liegt.
• Keine zu harte Matratze verwenden, damit die Wirbelsäule an allen Stellen unterstützt wird und keine „Hohlbereiche“ entstehen (mit der Hand unter dem Rücken testen: es darf keine Platz sein, seitliche Beobachtung: gerade Wirbelsäule).
• Matratze nicht älter als 10 Jahre, mit verschiedenen Zonen (meist sieben).

2) Heben:
• Nicht aus dem Kreuz heben.
• Die Beine die Arbeit machen lassen.
• Bewusste Vorspannung der Muskulatur.
• Körpernahes Tragen von Gegenständen.

3) Sitzen:
• Sitz so einstellen, dass die Fußflächen gut am Boden aufstehen,
• der Oberschenkel sollte dabei leicht schräg abfallend sein
• und das Gesäß an der Rückenlehne anstehend sein.
• Die Arme sollten waagerecht auf dem Schreibtisch aufliegen und nicht gehalten werden müssen.
• Ein Mauspäd mit Handgelenkspolster ist ideal.
Keine verkrampfte Dauerhaltung. Sofern möglich öfters mal aufstehen.

4)Muskeltraining:                                                                                                                                                                             2-3x/Woche gezielt Rückenmuskeltraining und Bauchmuskeltraining wäre ideal. Es muss nicht lange sein, 10-15min sind ausreichend. Wir zeigen Ihnen gerne welche Übungen gut sind. Aber wichtig ist, es diese eben wirklich regelmäßig zu machen.

Manche Fitness-Center oder Sportvereine geben Rabatte nach Vorlage eines Rezeptes für Sport.

 

Tipps für langfristiges Abnehmen

„das Problem ist nicht die (kurzfristige) Gewichtsreduktion, das Problem ist diese langfristig zu halten (Ping-Pong Effekt)“


Dazu einige wichtige Grundsätze:
 keine Mogelpackung mit wasserausschwemmenden (=diuretischen) Substanzen.
 lieber langsam eine geringe Reduktion und diese dann langfristig durchhalten.
 wichtiger als eine kurzfristige Diät ist eine nachhaltige Umstellung der Ernährung.
 es gibt viele verschiedene Diäten, die meist aber nur kurzfristig funktionieren. Ein wissenschaftlicher Vorteil einer bestimmten Diät über längere Zeit konnte bislang nicht eindeutig gezeigt werden. Nach unserer Meinung muss die Ernährung von Person zu Person unterschiedlich angepasst werden (je nach Vorlieben), weshalb sich auch in Zukunft keine „Superdiät“ finden lassen wird; aber entscheidend sind 2 Dinge, um die erlangte Gewichtsreduktion nicht nur kurzfristig halten zu können: 

1) die Gesamtkalorienaufnahme muss reduziert werden / bzw. der Verbrauch gesteigert werden.
      
2) man soll dabei satt werden, sonst hält man das nicht lange durch und das Essen muss schmecken!       

Daraus ergibt sich:  

1) Zur Umsetzung ist nach unserer Meinung am Besten das Konzept der Ernährung mit Nahrungsmitteln mit niedriger Energiedichte, durch individuelle  Zusammenstellung im Rahmen einer Ernährungsberatung.

2) In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige körperliche Betätigung extrem wichtig ist. Wir würden sogar sagen, geradezu Voraussetzung dafür ist, um das reduzierte Körpergewicht halten zu können. Dies sollte nach individueller Beratung erfolgen, nach Ermittlung der Laktatschwelle, um eine optimale Fettverbrennung zu erzielen und die jeweilige ideale aktuelle Trainingsherzfrequenz herauszufinden. Achtung! Es klingt paradox, aber Viele verbrennen zu wenig Fett, da sie zu stark trainieren!
wir empfehlen:
Laktatergometrie und Beratung (Igelleistung) bei Dr. med. Andreas Hahn / Rainer Schreiber sowie eine
Ernährungsberatung (bei Diabetes: Kassenleistung, sonst: Igelleistung) bei Dr. med. Johann Brand.

Gibt es Medikamente, die beim Abnehmen helfen?

Nach der ersten großen Schlappe von Appetitzüglern, die vor allem wegen schweren Herz,- und Kreislaufproblemen wieder vom Markt genommen werden mussten, wie Sibutramin blieben zunächst wenige Medikamente, wie Lipasehemmer, die jedoch in ein gutes Konzept eingebunden kurzfristig zusätzlich eingenommen werden können und relativ kostengünstig sind. Medikamente aus der Reihe der GLP-1 Analoga, die ursprünglich nur zur Behandlung des Diabetes gedacht waren, zeigen eine gute und nachhaltige Wirkung bei einem nicht ganz so schönem Handling, da es unter die Haut gespritzt wird. Vorteil: dies kann der Patient 1xtgl. selber machen. Bei Patienten, mit Diabetes wirken sich Metformin neutral, SGLT2-Hemmer und GLP-1 Analoga positiv auf das Körpergewicht aus. Seit Anfang 2018 ist ein neuer Appetitzügler als Tablette auf dem Markt mit komplett anderem Wirkprinzip: EIne Kombination aus Bupropion, das bereit erfolgreich in der Raucherentwöhnung eingesetzt wird und Naltrexon. Wenn die Anwendungseinschränkungen beachtet werden und die Behandlung ärztlich begleitet und kontrolliert (Laborkontrollen) wird stellt dies eine Option zur unterstützenden Bhandlung dar, neben Ernährungsumstellung und pulskontrolliertem laktatangepasstem Ausdauersport.

Und wenn Alles nichts hilft?

Als allerletzte Möglichkeit kann durch eine operative Magenverkleinerung eine Gewichtsreduktion erzielt werden. Diese Therapie kommt bei massiver Adipositas und erfolglosen, dokumentierten, konservatieven Maßnahmen in Frage. Dabei gilt es einige organisatorische Probleme zu umgehen.

 

Wie schaffe ich am Besten meinen Rauchstopp? Optimierte Raucherentwöhnung.

• Erfolgsrate bei einem Rauchstopp im Selbstversuch: nur 3-6%.
• Erfolgsrate bei ärztlicher Unterstützung: ca. 5-10 x häufiger!
Wir gehen davon aus, dass jedem Raucher die erheblichen gesundheitlichen Schäden des Rauchens bewusst sind und wissen, dass die meisten Raucher lieber aufhören würden.
Das Hauptproblem ist trotz des Wissens der Schädlichkeit dem inneren Drang nach einer Zigarette nachzugeben. Genau dabei helfen wir Ihnen dieses Problem zu überwinden.
Wir bieten eine qualifizierte multimodale Raucherentwöhnung an mit hoher Effektivität durch eine Kombination verschiedenster Therapiemöglichkeiten, die wir individuell für Sie zusammenstellen. Wir arbeiten mit Methoden und Medikamenten, die durch Studiendaten gesichert sind in Kombination mit alternativen, langjährig erprobten Behandlungsformen wie Akupunktur und einer regelmäßigen Begleitung über den gesamten Behandlungszeitraum, um ein effektives Gesamtkonzept mit möglichst hoher Erfolgsquote zu erzielen. Wenn Sie interessiert sind sprechen Sie uns einfach an.

 

Zu hohe Harnsäure. Was kann ich gegen Gicht tun?

Der Anfall von Harnsäure als Abbauprodukt unserer gegessenen Nahrung ist normal. Bei manchen Personen ist jedoch der Abbau verringert oder der Anfall verstärkt. Übersteigen die Harnsäurewerte dann im Blut eine gewisse Konzentration so können Kristalle z.B. im saureren Milieu von Gelenken ausfallen. Es kommt zu sehr schmerzhaften Entzündungen, einem Gichtanfall.                                                                                                                                                                                                   Eine erste Möglichkeit insbesondere bei leicht erhöhten Werten bzw. als Basismaßnahme zusätzlich zur medikamentösen Therapie ist die Beeinflussung der Harnsäure durch die Ernährung:
Klassischerweise wird bei Gicht vor Hülsenfrüchten (also Erbsen, Bohnen usw.) gewarnt. Mengenmäßig noch viel wichtiger sind die Vermeidung von Fleisch und vor Allem Innereien. Fleischextrakt verbirgt sich oft in Fertigsoßen. Der Alkoholkonsum beeinflusst den Abbauweg und erhöht daher die Harnsäurewerte. Befolgt man die drei Hauptprinzipien, kein Alkohol, keine Innereien, wenig Fleisch, so ist schon viel geschafft.                                                                                                                                                                                                    Manche Nahrungsmittel, die allgemein als gesund gelten sind bei Gicht kritisch zu bewerten, so z.B. Fisch. Hierbei kommt es sehr auf die Art an. Forellen führen gegenüber Seehecht oder Zander zu relativ hohen Harnsäurewerten. Am Besten vergleicht man die Werte in einer Tabelle, die wir Ihnen gerne bereitstellen (einfach nachfragen). Kaffee spielt mengenmäßig keine relevante Rolle. 

Hilft dies nicht, so gibt es verschiedene Harnsäuresenkende Medikamente. Wir beraten Sie gerne individuell, welches für Sie in Frage kommt.

Bei einem Gichtanfall mit starken Schmerzen z.B. im Großzeh oder Daumen werden starke Schmerzmittel mit entzündungshemmender Komponente benötigt. Nach einem Gichtanfall erlebt ein Medikament gerade eine Renaissance in dem neuen Therapieprinzip der langfristigen, aber niedrigdosierten Einnahme: das Colchizin der Herbstzeitlosen.

 

Was hat es mit der Eigenbluttherapie auf sich?

Die Eigenbluttherapie ist ein alternativmedizinisches Verfahren, bei dem wir eine sehr geringe Menge Blut dem Patienten entnehmen (wie bei einer herkömmlichen Blutabnahme), dieses versetzen mit speziellen das Immunsystem positiv beeinflussenden Substanzen und anschließend wieder in den Muskel spritzen. Dadurch wird ein unspezifischer Reiz gesetzt. Der genaue Wirkmechanismus ist bislang noch nicht entschlüsselt. Dieses Verfahren der Naturheilkunde wird jedoch bereits seit Jahrhunderten eingesetzt. Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht bei der Behandlung unserer Patienten bei folgenden Erkrankungen:
- Allgemeine Abwehrschwäche / Immunschwäche
- Verzögerte Rekonvaleszenz
- Andauernde oder häufig wiederkehrende Erkältungskrankheiten, Nasennebenhöhlenentzündungen, Nieren,-Blasenentzündungen
- Allergien wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis, Urtikaria, Schuppenflechte
- In speziellen Fällen bei manchen rheumatischen Erkrankungen

 Ist das schmerzhaft?
Es ist nicht anders, als eine herkömmliche Blutabnahme oder Spritze.

 Dauert das lange?
Blutentnahme, Vermischen mit einer Substanz und Reinjektion erfolgen unmittelbar hintereinander und dauern zwischen 30 Sekunden und einer Minute.

 Muss man das wiederholen?
Eine Serie von 5-10 Behandlungen ist zu empfehlen.

 Was für Gefahren bestehen?
- Um mögliche Infektionen zu verhindern arbeiten wir unter strengen hygienischen Bedingungen.
- Da Blut in Gewebe gespritzt wird kann es zu einem kleinen „blauen Fleck“ kommen, so wie wenn man sich wo angestoßen hat.
- Allergische Reaktionen sind, wie bei jedem Medikament, möglich.
Insgesamt sind diese Nebenwirkungen selten und wenn sie auftreten sollten, gut behandelbar.
Wir sind der Meinung, dass der Nutzen diese möglichen Nebenwirkungen überwiegt, wenn wir eine solche Behandlung bei Ihnen empfehlen. Fragen Sie uns einfach, wir beraten Sie gerne.
Prinzipiell handelt es sich zunächst um eine Selbstzahlerleistung. Einige Krankenkassen übernehmen jedoch bereits die Kosten. Fragen Sie wegen der Kostenübernahme bei Ihrer Kasse nach.
Wir sind froh, Ihnen dieses Verfahren zusätzlich zu unseren Kassenleistungen anbieten zu können.

 

Informationen für Veganer und Vegetarier:

Leider sind im internet sehr viele Halbwahrheiten bzw. teilweise einfach falsche Informationen zu finden. Daher hier eine objektive, industrieunabhängige, medizinische Darstellung.

Das Hauptproblem bei veganer Ernährung aus medizinischer Sicht ist eine ausreichende Versorgung mit Eisen (Fe) und Vitamin-B12.

Vit.-B12 kann mit pflanzlicher Nahrung so gut wie nicht aufgenommen werden. Ohne Nahrungsergänzungsmittel ist ein Mangel unvermeidbar. Die Vit.-B12 Speicher in der Leber reichen für ca. 2-3 Jahre. Das heißt ein Mangel tritt erst relativ spät in Erscheinung und wird dann oft nicht mehr mit der Ernährungsumstellung in Zusammenhang gebracht. Vit.-B12 wird nicht von Pflanzen produziert. Mikroorganismen produzieren Vit.-B12, z.B. Dickdarmbakterien, aber dort ist eine Aufnahme (Resorption) nicht mehr möglich. Als mögliche Vit.-B12 Quelle verwenden Veganer Soja,-oder Reisdrinks oder Nahrungsergänzungsmittel. Soja selbst hat kein Vit.-B12! Sojadrinks haben dies nur, wenn es künstlich zugeführt wird. Bei einer Menge von 0,38u/100ml und einer leider sehr geringen Resorbtionsquote im Darm des Menschen von nur ca. 1% müsste man über 100 Liter dieses Sojadrinks trinken, um den Tagesbedarf zu decken. Man kommt also unserer Meinung nach um eine Substitution (Ergänzung) mit Vit.-B12 Kapseln oder Tropfen nicht drum rum. Fragen Sie uns einfach nach der richtigen Dosis. Bei längerer veganer Ernährung kann auch eine vorherige Untersuchung des Blutes mit Messung spezieller Parameter sinnvoll sein. Bei schwerem Mangel ist eine i.m. (in den Muskel) Gabe des Vit.-B12 medizinisch sinnvoll.

Bei der Eisenaufnahme ist es weniger kritisch. Pflanzliches Eisen wird zwar deutlich weniger gut resorbiert (aufgenommen), wie tierisches Fe, aber es gibt Tricks die Resorption zu verbessern:                                             Gemeinsame Aufnahme mit Vit.-C (Saft, Paprika, Kiwi, Sanddornmus oder reine Ascorbinsäure als Pulver aus der Apotheke), Apfelsäure, Milchsäure im Sauerkraut. Viel pflanzliches Fe enthalten Getreide und Hülsenfrüchte. Bei angekeimten Getreide ist die Fe-Resorption verbessert. Es sollten auch Resorptionshemmer, wie Kaffee oder Schwarztee vermieden werden. Also am Besten ein Müsli mit angekeimtem Getreide, Apfel und Kiwistückchen oder / und Sanddornmus 2 Stunden vor anderem Essen, Medikamenten, Kaffee oder Schwarztee frühstücken. Bei entsprechend schwerem Eisenmangel (auch das kann man im Blut bestimmen) kann / sollte eine Ergänzung mit Tabletten (auch da gilt für die Verbesserung der Aufnahme das oben gesagte) oder bei Unverträglichkeit i.v. (über die Vene) erfolgen. Wir beraten, untersuchen und behandeln Sie gerne individuell.