Corona

Coronavirus (letzte Aktualisierung: 1.8.2021):

 

Neuigkeiten:

Laut Bundesgesundheitsministerium ist ab Sept. für Immunsupprimierte, Hochbetagte und Pflegebedürftige eine Auffrischimpfung mit einem m-RNA Impfstoff geplant, unabhängig davon, welche Impfung zuvor erfolgte.

Etwas verzögert zu den Nachbarländern steigt jetzt auch die Neuinfektionsrate in Deutschland (aktuelle Inzidenz 30.7.21: 16%!). Wir sind bereits in der vierten Welle! Ein weiterer Anstieg wird kommen durch die Reiserückkehrer und die kälteren Temperaturen im Herbst. Laßt uns wieder vorsichtiger sein. Bei nur geringsten Erkältungssymptomen sich selbst testen, oder testen lassen!!! Und sich impfen lassen und Andere motivieren sich impfen zu lassen!!

Wenn man sich weltweit die Kurven ansieht (z.B. bei der Johns Hopkins Universität), so sieht man deutlich, dass in den Ländern, in denen fleißig geimpft wird / Wurde die Neuinfektionsrate entkoppelt ist von der Sterberate.

Die Delta-Variante nimmt auch in Deutschland so stark zu, dass diese bald die vorherrschende sein wird. Sie ist deutlich ansteckender, aber so wie es aussieht nicht tödlicher. Dennoch müssen wir vorsichtig bleiben. Wenn wir gut durch die vierte Welle im Herbst kommen wollen muss die Impfquote noch deutlch höher werden (17.7.21: 59,8% Erstimpfungen, 46% zweifach geimpft). Leider macht sich gerade eine gewissse Impfmüdigkeit breit insbesondere bei jüngeren Personen, die jetzt dran wären zum Impfen. Meiner Meinung nach ist das Virus soweit auf der ganzen Welt verbreitet, dass es dauerhaft bleiben wird. Und somit wird sich in den nächsten Jahren jeder Nichtgeimpfte infizieren!! Man hat also die Wahl: sich impfen lassen und nur einen relativ kleinen, nicht infektiösen Teil des Virus, nämlich die mRNA für das Spikeprotein + Lipid erhalten oder eben die mRNA des ganzen lebenden Virus abbekommen, samt möglichem schwerem oder sogar tödlichem Krankheitsverlauf oder long-CoVid.

Biontech nimmt eine Anpassung des Impfstoffes an die Deltavariante vor und plant eine Studie. Verläuft diese positiv könnten wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres die ersten breit angelegten Auffrischungen damit erfolgen.

Die ersten Studien mit einer Boosterimpfung mit Biontech, also einer dritten Impfung laufen. Meiner Meinung nach wird diese im Herbst für Risikogruppen kommen.

Ich meine wir sind in Deutschland jetzt (Ende Juni) erst mal so ziemlich durch´s Gröbste durch. Vielen Dank an Alle die mitgeholfen haben!! Wir müssen aber aufpassen, dass wir mit dem Impfen nicht nachlässig werden, denn die vierte Welle im Herbst wird meiner Meinung nach kommen. Wir können aber beeinflussen, wie hoch und schlimm sie wird.

Die Wirksamkeit von Biontech bei der Delta-Variante beträgt 78%!

Bund und Länder haben sich geeinigt, dass ab Anfang Juni auch Jugendliche ab 12 Jahren geimpft werden dürfen.

Laut einer aktuellen (27.5.21) Studie der CDC (= Amerikanische Seuchenschutzbehörde) ist die "brake through"- . bei der Impfung mit Comirnaty von BioNTech/Pfizer, also die Rate der Personen, die zweimal geimpft waren und trotzdem erkrankten bei 1: 10.000, also entsprechend 0,01%

Großbritanien, Norirland, Isle of Man, alle Kanalinseln und alle britischen Überseegebiete gelten seit 23.5.21 als Virusvariantengebiete.

BioNTech und Astra Zeneca sind nicht nur gut gegen die britische Variante B.1.1.7, sondern auch gut gegen die indische Variante  B1.617.2 wirksam.

in Bayern öffnen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in Landkreisen mit einer Inzidenz < 100

Die Außengastronomie öffnet wieder

Ab So 9.5.2021 tritt die von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Verordnung zur Lockerung der Coronaschutzmaßnahmen in Kraft. Das bedeutet für Genesene und vollständig Geimpfte (15 Tage nach der zweiten Impfung):

- keine Ausgangssperre mehr.

- Treffen mit beliebig vielen Geimpften. Geimpfte und Genesene zählen bei den Kontaktpersonen nicht mit.

- keine Beschränkungen mehr bei privaten Zusammenkünften.

- Geimpfte und Genesene dürfen wieder in beliebig großen Gruppen Sport treiben.

- Geimpfte und Genesene werden Getesteten gleichgestellt. z.B. sind für diese Gruppe keine Tests mehr erforderlich vor Betreten eines Ladens.

- Geimpfte und Genesene müssen bei Kontakt zu einer erkrankten Person nicht mehr in Quarantäne (außer es handelt sich um eine besorgniserregende Virusvariante oder eine Einreise aus einem Virusvariantengebiet)

Abstands,- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht gilt weiter.

Bei einer aktuellen Erstimpfrate von über 30% der Bevölkerung zeigt sich die dritte Welle gebrochen. Wenn wir jetzt nicht übermütig werden, schaffen wir es. Aktuelle Impfrate in Deutschland pro Tag: 1 Million Dosen

Aktuelle 7Tage-Inzidenz pro 100.000 in München (laut Tagesspiegeldaten): 110,5 Tendenz sinkend. Das läßt doch hoffen.

Aktuell verimpfen wir in meiner Praxis sowohl Comirnaty von BioNTech, als auch Vaxzevria von Astra Zeneca. Für letzeres sind Termine deutlich rascher zu erhalten.

In München gilt wieder eine nächtliche Ausgangssperre von 22:00 bis 5:00 Uhr.

Eine neue Studie aus Schottland zeigt, dass bei Astra Zeneca bereits nach der ersten Impfung eine 95%ige Wirksamkeit besteht bzgl. eines schweren Krankheitsverlaufs mit Intensivpflichtigkeit oder einem tödlichem Verlauf. Es wird also nach der ersten Impfung bereits eine Wirksamkeit erreicht, wie bei BioNTech oder Moderna jeweils nach der zweiten Impfung. Der Zeitraum bis zur zweiten Impfung wurde bei Astra Zeneca auf 12 Wochen ausgedehnt, da sich dann eine bessere Wirksamkeit zeigt gegenüber z.B. nur 4 Wochen.

Die indische Doppelmutante B.1.617 besteht aus einer Kombination der Südafrikanischen Variante B.1.351 und der sogenannten britischen Variante B.1.1.7. Eine höhere Infektiosität wird aufgrund der rapide steigenden Fallzahlen in Indien vermutet, ist jedoch noch nicht belegt.

Am 16.4.21 wurde auch unsere Bundeskanklerin Angela Merkel mit Astra Zeneca geimpft.

In Bayern ist geplant, dass 2x geimpfte Personen nicht mehr in Quarantäne müssen.

Die Einfuhr des Coronaimpfstoffes von Johnson und Johnson nach Deutschland wurde gestoppt. Auch bei diesem Impfstoff traten gehäuft Sinusvenenthrombosen auf.

Ab 7.4.21 beginnt in meiner Praxis die Impfung gegen Corona mit dem Impfstoff Comirnaty von Biontech / Pfizer.

Der Anteil der "britischen" Mutante mit höherer Sterblichkeit ist in Deutschland auf 88% gestiegen.

Da die Anzahl der Sinusvenenthrombosen (vorwiegend bei jungen Frauen) in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung gegen Corona mit Astra Zeneca auf 31 gestiegen ist bei 2,7 Mil. Impfdosen wurde in Berlin und München die Verimpfung an Personen unter 60 LJ gestoppt. Auch die STIKO (= Ständige Impfkommision) empfiehlt Vaxzevria, den Coronaimpfstoff von Astra Zeneca, nur noch für über 60ig- Jährige.

Die Häufigkeit der Sinusvenenthrombose nach der Impfung mit Astra Zeneca ist offensichtlich sowohl alters,- als auch geschlechtsspezifisch und beträgt derzeit (Stand Anfang April) bei über 60ig-Jährigen Frauen ca. 1:1 Mil. und bei über 60ig-Jährigen Männern ca. 1:10 Millionen.

Am 23.3. wurde eine Verlängerung des Lockdown bis Mitte April beschlossen, sowie eine Verschärfung über die Osterfeiertage, da Modellierungen eine noch schlimmere Welle als die zweite prognostizieten.

Sowohl die WHO, als auch die EMA (Europäische Zulassungsbehörde) empfehlen die Fortführung der Impfung mit Astra Zeneca nach Abwägung von Nutzen und Risiko. Ein Zusammenhang mit Sinusvenenthrombosen (Blutgerinnseln im Kopf), verminderten Blutplättchen und Blutungen konnte nicht widerlegt werden und ist an dieser Lokalisation häufiger als in der Normalbevölkerung. Bei bereits 20 Millionen Impfungen in Großbritanien bei vorwiegend > 65 Jährigen errechnet sich bei insgesamt 18 Fällen eine Häufigkeit von 1: 1Mil. . Bei 13 Fällen in Deutschland bei vorwiegend < 65 Jährigen ergibt dies bei 1,6 Millionen Impfungen eine Häufigkeit von 1: 200.000. Von den 13 Fällen waren 12 weiblich. Die Wahrscheinlichkeit eines 50ig jährigen Mannes mit Coronainfektion daran zu versterben beträgt 1:1000. 

In München werden erst mal keine weiteren Impfzentren aufgemacht, sondern die Impfung über die Hausärzte ab April geplant. Bei uns sind alle Vorbereitungen getroffen. Sobald wir Impfstoff erhalten legen wir los. Wir sollen Impfstoff am 6.4.21 bekommen.

In der EU wurde nun ein weiterer sehr guter Vektorimpfstoff von Johnson + Johnson zugelassen. Dieser muß nur einmalig gegeben werden.

Die Inzidenz ist in München seit einer Woche bereits über 50, Tendenz steigend. Der Anteil der britischen Mutante ist in München bei 2/3 angelangt.

Nach Modellierungen des RKI ist für April, Mai ein Anstieg der Neuerkrankungsraten deutlich über der von Weihnachten auszugehen!

Die Zahlen steigen weiter, wir sind am Beginn der dritten Welle!

Das französische Departement Moselle, dass an das Saarland und Rheinland-Pfalz angrenzt wurde als Virusvariantengebiet eingestuft. Es resultiert eine verschärfte Testpflicht für Einreisende, jedoch nur stichprobenartige Kontrollen.

Es wurde jetzt beschlossen, dass Erzieherinnen und Lehrkräfte in Grund,- und Förderschulen bei der Impfpriorisierung ab sofort vorgezogen werden auf Priorisierung Grad II.

Schnelltests zur Selbstdurchführung (Gurgeltest, vordere Nasenabstrich) sind nun auch in Deutschland zugelassen und sollen demnächst der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Die Neuerkrankungsrate stagniert und fällt nicht weiter. Der R-Wert ist auf über eins gestiegen! Und wir müssen von einer in kürzester Zeit weit verbreiteten britischen Variante ausgehen. Ob das mit der Öffnung der Schulen gut geht wage ich zu bezweifeln.

Der Schutz vor Übertragung bei mit Biontech geimpften Personen soll laut ersten Beobachtungsstudien der israelischen Gesundheitsamtes bei fast 90% liegen (22.2.21). Sollten sich diese Beobachtungen in gesicherten Studien bewahrheiten, so wäre dies ein wirklicher Hoffnugsschimmer.

Die nächtliche Ausgangssperre in Bayern ist aufgehoben. Jetzt müssen wir nicht mehr um 21:00 Uhr zu Hause sein.

Tirol und Tschechien wurde als Virusmutationsgebiet eingestuft und die Einreise aus diesen Gebieten ist ab So 14.2.21 nur noch mit negativem Coronatest und deutschem Ausweis möglich. Es bestehen Ausnahmen für bestimmte Pendler und Lastwagenfahrer.

Die in Großbritanien weitverbreitete Virusmutante B1.1.7, die Südafrikanische B.1.351 und die brasilianische Variante B1.1.2.8 sind weiter auf dem Vormarsch und in Europa längst angekommen! Alle verbreiten sich leichter, als die Bisherigen. B1.1.7 hat eine höhere Letalität! Erste Untersuchungen zeigen, dass die mRNA-Impfstoffe wirksam sind bei B1.1.7. Bei der südafrikanischen Variante ist die Wirksamkeit von Moderna jedoch nur noch ein Sechstel! Daher müssen wir weiter trotz sinkender Neuinfektionszahlen sehr sehr vorsichtig bleiben!! 

Die "Null Covid-Strategie besagt die Neuerkrankungsrate nicht nur auf unter 50/100.000 sondern fast vollständig auf Null zu bringen. Diese von manchen Wissenschaftlern propagierte Strategie würde eine Verlängerung des Lockdown um Wochen bedeuten, wäre aber eine sinnvolle Stategie den neuen Virusvarianten zu begegnen. Selbst aus den Daten von Großbritanien lässt sich das Verhalten von B.1.1.7 nur schwer abschätzen. überschlagen ist die Variante ca. 30-50% ansteckender. Modellrechnungen zeigen, sollte sie wirklich 50% ansteckender sein, so wäre trotz beibehaltener sprich unveränderter Lockdownmaßnahmen ein erneutes exponentielles Neuerkrankungswachstum im März/April zu erwarten. Bleiben wir vorsichtig und lassen uns nicht von der sinkenden Zahlen verführen. Wir haben bereits eine unsichtbare Pandemie in der Pandemie. Das RKI gibt bis Ende Januar eine Quote von 5,8% B.1.1.7 in Deutschland an. Laut dem Labor Becker in München ist der Anteil der Mutanten von allen positiv Getesteten derzeit (Stand 10.2.21) 30,9 %! In Tirol ist die Variante B.1.351 stark am Ansteigen.

Der Lockdown "light" seit Anfang November hatte nur das exponentielle Wachstum gebrochen, die Neuerkrankungsrate blieb jedoch auf dem sehr hohen Niveau der jeweiligen Spitzenwerte von von ca. 20.000 Neuerkrankungen pro Tag. Dieses Großexperiment ist also gescheitert. Die Nachverfolgbarkeit der Gesundheitsämter war trotz Unterstützung der Bundeswehr schon lange nicht mehr gegeben. Massenansammlungen an Glühweinständen, rege Betriebsamkeit während der Weihnachtseinkaufszeit, eine diffuse Verbreitung in der Bevölkerung ec. führten offensichtlich zu einem weiteren Anstieg. Das Gesundheitssystem stieß teilweise an seine Grenzen. Schwerstkranke müssen ausgeflogen werden. Die täglichen Sterbezahlen stiegen!

Daher wurden Verschärfungen notwendig. Ab 16.12.2020 wurde der "harte Lockdown" mit Schul,- und Geschäftsschließungen beschlossen und in der ersten Januarwoche bis Ende Januar verlängert und verschärft. Anschließend erfolgte eine weitere Verlängerung bis zum 14.2.21 bzw. Ende Fdbruar. Es darf sich jetzt nur noch eine weitere Person mit einem anderen Haushalt treffen. In ganz Bayern galt für viele Monate eine nächtliche Ausgangssperre von 21:00- 5:00 Uhr. Die Einreisebeschränkung in den Landkreis Miesbach wurde bereits wieder aufgehoben. Jedoch haben wir auch in Deutschland bereits einen Eintrag der mutierten Varianten aus Großbritanien, Südafrika und Brasilien, die alle ansteckender sind. Zumindest die britische Variante verursacht wohl doch eine um 35% höhere Sterblichkeit. Wir müssen weiter vorsichtig bleiben!  Nicht alle Maßnahmen können und sollten von den Sicherheitsbehörden überwacht werden. Daher müssen wir uns selbst vernünftig verhalten!!!! Schränken Sie Reisen und Besuche / Kontakte weitestgehend ein! Wenn ich mich mit Verwandten im engsten Familienkreis treffen möchte ist eine Testung vorher z.B. mit einem Schnelltest sehr sinnvoll.

Wegen der großen Nachfrage nach fachgerecht durchgeführten Schnelltests auf das Coronavirus werden wir diese auch weiterhin anbieten. Man muß beachten, dass ein Schnelltest nur eine "Momentaufnahme" ist / sein kann. Die Spezifität unseres Test ist mit > 99% und die Sensitvität mit >96% jedoch sehr gut. Daraus ergibt sich, dass ein negatives Testergebnis (= kein Coronavirusnachweis) fast immer richtig ist. Wegen durchaus möglicher sogenannter falsch positiver Fälle (das heißt das Testergebnis zeigt einen Virus an, obwohl doch kein Virus da ist) sollte bei einem pos. Ergebnis eine PCR zur Bestätigung durchgeführt werden (diese kostet dann für Sie nichts extra!). Das Testergebnis unseres Tests liegt nach 15 Minuten vor. Dieser Test ist zugelassen für Personen ohne Beschwerden, ebenso wie für Patienten mit Beschwerden (Infektzeichen, Husten, Fieber, Geschmacksstörung, Geruchsstörung). Schnelltests sind meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Element in der Pandemiebekämpung. Die neuen Schnelltests aus dem vorderen Nasenbereich sind derzeit vergriffen. Wir werden diese jedoch in wenigen Tagen zur Verfügung haben.

In Bayern gilt ab 18.1.21 eine Pflicht für FFP-2 Masken im Öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel und in Arztpraxen.

In Deutschland wurde ab dem 26.12.2020 mit der Impfung in Pflegeheimen und dem Personal von Intensivstationen begonnen. Seit 11.1.21 kann man online unter: www.impfzentren.bayern.de sich zur Impfung anmelden oder telefonisch: 089/904292222 (Tipp: am Wochenende kommt man leichter durch). Einen Termin bekommt man, je nach Proirisierung. Die gemachten Angaben müssen belegt werden und werden kontrolliert. Falschangeben werden in manchen Gebieten (z.B. in FFB) auch strafrechtlich geahndet. Bei nicht stimmigen oder nicht belegten Angaben erfolgt dann spätestens im Impfzentrum selbst eine Aussortierung. Ab Ende Feb. 21 sind in München Comirnaty von Biontech / Pfizer, Moderna und der Impfstoff von Astra Zeneca in Verwendung. Eine Festlegung, welchen Impfstoff man erhält wird vom Computerprogramm in Abhängigkeit des Alters und der Priorisierung festgelegt. Ein Wechsel nach Wunsch ist nicht möglich. Selbstverständlich kann man eine Impfung auch bis zuletzt noch ablehnen.

 

Impfung?! häufige Fragen:

Die pandemische Wirksamkeit der Impfung zeigte sich zuerst deutlich an den Kurven der Neuerkrankungsraten in den USA, Großbritanien und Israel, bei denen die dritte Welle derzeit überstanden ist.

Ich empfehle die Coronaimpfung für fast Jeden. Ich selbst habe die Impfung sehr gut vertragen. Der Impfstoff Comirnaty von Biontech / Pfizer wurde vor Zulassung an über 21.000 Personen getestet und gilt nach derzeitiger wissenschaftlicher Datenlage als sicher. Er wurde weltweit eingesetzt und bereits zig millionenfach verimpft. Er ist ab dem 16ten Lebensjahr zugelassen. Vereinzelt traten schwere allergische Reaktionen auf, die es prinzipiell bei jedem Medikament geben kann. Deswegen erfolgt regelmäßig eine überwachung von 15 min nach der Impfung. Eine wirkliche Kontraindikation besteht nur bei einer Allergie gegen Polyethylenglykol (PEG), einem Bestandteil des Impfstoffs. Wichtig ist entgegen manchen Gerüchten, dass dieser Impfstoff nicht das Erbgut von Menschen verändert! Er enthält mRNA (nicht DNA!), also den gleichen "Stoff", den viele Erkältungsviren enthalten. Bei jeder Erkältung, die ein Mensch durchmacht wird mRNA in die menschlichen Zellen eingebracht, ohne das menschliche Erbgut zu verändern. Die mRNA wird nicht ins menschliche Erbgut eingebaut und zerfällt sehr schnell. Auch werden natürlich keine Chips eingebracht, das ist purer Unsinn. Der Impfstoff von Biontech muss 2x verimpft werden, im Abstand von 6 Wochen. Wiederholte  Untersuchungen zeigten, dass der Impfstoff auch gegen die neue Mutante B.1.1.7 aus Großbritanien, und die Südafrikanische Variante B.1.351 sehr gut wirksam ist. Auch gegen die indische Variante wirkt BioNTech rel. gut. Der Impfstoff soll die Erkankung verhindern, oder zumindest einen schlimmen Verlauf, was auch nach der derzeitigen Datenlage funktioniert. Nach neueren Daten kann auch eine Infektion und damit eine Übertragbarkeit zu fast 90% verhindert werden. aber nicht vollständig gebannt werden. Daher werden auch geimpfte Personen weiterhin bei Kontakten eine Maske tragen müssen und sollten auch alle weiteren Vorsichtsmaßnahmen weiterhin durchführen. Eine sogenannte sterile Immunität wird es nicht geben.

Der m-RNA Impfstoff von Moderna ist weitestgehend vergleichbar und auch gut wirksam gegen die Mutante B1.1.7.

Der Vektorimpfstoff von Astra Zeneca hat ein anderes Transferprinzip (siehe unten) und ist bzgl. leichter oder asymptomatischer Erkrankungen zu ca. 70% wirksam, bzgl. schwerer Erkrankungen / notwendiger Krankenahuseinweisung oder Todesfall genau so gut wirksam, wie die m-RNA Impfstoffe! Er ist auch gut wirksam gegen die Mutante B1.1.7.. Wegen in zeitlichem Zusammenhang stehenden Sinusvenenthrombosen (= Blutgerinnsel im Gehirn) insbesondere bei jungen Frauen verimpfe ich Astra Zeneca i.d.R. nur an über 60ig jährige Frauen sowie an Männer zusätzlich auch unter 60 LJ, also ab 18. Lebensjahr. Das Gleiche gilt für Johnson und Johnson.

Wir beraten Sie gerne, welche Kontraindikationen vorliegen und welche chronischen Erkrankungen relevant sind. Auch können wir Ihnen eine Bescheinigung ausstellen. Seit 6.4. Impfen wir mit Biontech, ab 19.4. auch mit Astra.

 

Kontraindikationen d.h. wann eine Impfung nicht erfolgen darf:

-bei einer akuten fieberhaften (Temp > 38,5° C) Erkrankung

-bei Kindern und Jugendlichen < 16. Lebensjahr

-bei Schwangerschaft, Stillzeit (relativ)

-bei einer anderen Impfung innerhalb der letzten 14 Tage

-bei einer durchgemachten Coronainfektion innerhalb der letzten 6 Monate (relativ)

- bei bekannten Allergien auf einen der Inhaltsstoffe (bei Biontech und Moderna: Polyethylenglycol = PEG, bei Astra Zeneca: Histidin, Polysorbat 80 (E433).

 

Ist der Impfstoff von Astra Zeneca wirklich schlechter?

Meiner Meinung nach hat Astra Zeneca in erster Linie eine sehr schlechte "Publicity" gemacht. Teildaten wurden veröffentlicht und später wieder zurückgezogen, als neuere genauere Gesamtdaten vorlagen. Das verunsichert und fördert nicht gerade das Vertrauen. 70% Wirksamkeit hört sich einfach schlechter an als 95%. Man muß sich aber genau ansehen, worauf die 70% bezogen waren. Nämlich auf leichte Erkrankungen und asymptomatisch Infizierte. Bei der entscheidenden Betrachtung der schwer Erkrankten und Verstorbenen erreicht Astra Zeneca wohl mit seinem Vektorimpfstoff die gleiche Wirksamkeit, wie Biontech oder Moderna. In der Zulassungs-studie von Astra Zeneca mußte kein einziger 2x Geimpfter in ein Krankenhaus wegen eines schweren Verlaufs oder ist verstorben! Vektorimpfstoff bedeutet, dass ein harmloses Adenovirus, dem die entscheidenden Gensequenzen zur Vermehrung entfernt wurden, für den Transfer der RNA des Spikeproteins verwendet wird. Dieses Virus stirbt bald ab. In der Muskelzelle wird das Spikeprotein gebildet und der Mensch bildet Antikörber dagegen, sowie toxische T-Zellen oder B-Gedächtniszellen. Astra Zeneca ist auch gut wirksam gegen die britische Variante. Der Wechsel der Strategie von einer Verimpfung von Astra Zeneca Coronaimpfstoff erst an nur unter 60ig-Jährige in Kombination mit einem Impfstopp wegen Sinusvenenthrombosen und einem Abfall der Thrombozytenzahlen hin zu einer Verimpfung jetzt nur noch an über 60ig-Jährige hat zu großer Verunsicherung geführt, ist aber letztendlich ein Beweis dafür, dass in Deutschland die Kontrollmechanismen sehr gut funktionieren und zeigt ein sehr vorsichtiges Vorgehen. Ich persönlich finde die jetzige Regelung gut, da bei über 60ig-Jährigen das Risiko für eine Sinusvenenthrombose sehr gering ist (bei einem Mann ca. 1:10Millionen, bei einer Frau ca. 1:1 Million). Die momentane Arbeitshypothese einer Arbeitsgruppe aus Greifswald für die Entstehung der Sinusvenenthrombose geht von einem Autoimmunphänomen aus, wie wir es gelegentlich bei Heparin sehen und kennen. Es hat also nichts mit einer Gerinnungsstörung zu tun. So ist auch bei Patienten, die zuvor eine Thrombose oder Lungenembolie hatten nach derzeitigen Daten die Wahrscheinlichkeit für eine erhöhte Häufigkeit an Sinusvenenthrombosen nicht gegeben. Eine neue Studie aus Schottland zeigt, dass bei Astra Zeneca bereits nach der ersten Impfung eine 95%ige Wirksamkeit besteht bzgl. eines schweren Krankheitsverlaufs mit Intensivpflichtigkeit oder einem tödlichem Verlauf. Es wird also nach der ersten Impfung bereits eine Wirksamkeit erreicht, wie bei BioNTech oder Moderna jeweils nach der zweiten Impfung. Nach der zweiten Impfung nach 12 Wochen wird nochmals eine Verbesserung der Wirksamkeit erreicht.

 

Was ist eine heterologe Impfung?

Eine Impfung nicht zweimal mit dem selben Impfstoff, sondern einem Wechsel des Impfstoffprinzips. Da im zeitlichen Verlauf jungen unter 60ig jährigen Frauen, die bereits Astra Zeneca erhalten hatten wegen einer Änderung der Zulassung die zweite Dosis nicht mehr mit diesem Impfstoff gespritzt werden konnte wurde auf einen mRNA Impfstoff als zweite Gabe ausgewichen. Nun liegen erste Daten dieser "gemischten" Impfungen vor. Und es zeigt sich dass diese Kombination zu einer besonders hohen Wirksamkeit führt. So hat jetzt auch die STIKO empfohlen alle unter 60ig Jährigen, die als este Dosis Astra Zeneca erhielten als zweite Dosis einen mRNA Impfstoff zu verabreichen.

 

Impfungen von Schwangeren? / in der Stillzeit?:

Bislang (20.5.21) gibt es keine kontrollierte randomisierte Studie bzgl. der Auswirkungen von Coronaimpfungen auf Schwangere, Stillende bzw. den Fötus oder Säugling. Daher wurde von der STIKO keine generelle Empfehlung (und Übernahme der Verantwortung) durch die STIKO ausgesprochen, sondern nur eine Aussage, wenn Ärzte / Patientinnen, die Verantwortung übernehmen, dass dann insbesondere Schwangere mit besonderer Gefährdung durch chronische Erkrankungen oder hohes Expositionsrisiko nach ausführlicher Aufklärung / Beratung ab dem 2ten Trimenon geimpft werden könnten. Antikörper nach Impfung gehen sowohl auf den Foetus, als auch in die Muttermilch über. Bei Erkrankung der Mutter wird i.d.R. der Foetus nicht infiziert, die Frühgeburtsrate sowie die Totgeburtsrate ist jedoch erhöht und bei Schwangeren ein schwererer Verlauf zu erwarten. In meiner Praxis impfen wir keine Schwangeren / Stillenden. Wenden Sie sich diesbezüglich bitte an Ihre(n) Gynäkologen.

 

Wann besteht der Verdacht auf eine Infektion ?

1) Ein sogenannter begründeter Verdachtsfall besteht, wenn:

Sie "Erkältungs"- Symptome und Allgemeinsymptome haben insbesondere mit Fieber, trockenem Husten und seltener Atemnot. Geschmacksstörung oder Geruchsstörung.

und

Sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt (also >15min "face to face"-Kontakt oder > 30 min in Raum mit hoher Konz. von infektiösem Aerosol oder nach direktem Kontakt zu Körpersekreten) zu einem nachweislich mit Coronavirus infiziertem Menschen hatten

Ist dies der Fall, so sollte eine Rachenabstrichuntersuchung durch die Nase/Mund erfolgen und Sie müssen dann 14 Tage zu Hause isoliert bleiben. Den Abstrich führt der Bereitschaftsdienst der KVB Tel.: 116117 bei Ihnen zu Hause durch, oder Sie vereinbaren online einen Termin zur drive-through Testung auf der Theresienwiese. Diese Telefonnummern sind wie zu erwarten teilweise überlastet, daher immer und immerwieder probieren! Bei Coronavirusverdacht, also Symptome + Kontakt zu Infizierten  nicht in die Praxis oder ins Krankenhaus kommen sondern anrufen und zu Hause bleiben um ggf. eine weitere Ausbreitung zu verhindern! Auch wenn das erste Abstrichergebnis keinen Cornavirus nachweist muss derjenige 14 Tage zu Hause bleiben in Isolation!                                                                                                                                                     Seit dem 23. Okt. wurde in München auf der Theresienwiese zusätzlich für Patienten mit respiratorischen Symptomen, also Symptomen wie Grippe oder Erkältung die Bereitschaftspraxis Infekt eingerichtet, die ohne Voranmeldung besucht werden kann: im Behördenhof Matthias-Pschorrstr. 4, Öffnungszeiten: Mo-Fr: 18-21:00 Uhr, Sa,So, Feiertags: 10-21:00Uhr.

 

2) Haben Sie keine Beschwerden, hatten aber innerhalb der letzten 10 Tage einen relevanten Kontakt (also >15min "face to face"-Kontakt oder > 30 min in Raum mit hoher Konzentration von infektiösem Aerosol ohne FFP-2 Maske oder nach direktem Kontakt zu Körpersekreten), dann erfolgt zunächst keine Testung, Sie müssen umgehend für 14 Tage in Quarantäne! Sie Dürfen nicht einkaufen gehen, Sie dürfen in keine Arztpraxis! Sie müssen sich beim Gesundheitsamt melden. Sie sollen sich selbst beobachten. Treten Symptome auf: s.o. unter 1). Gegen Ende der Quarantäne ist ggf. eine "Freitestung" sinnvoll z.B. über die Theresienwiese online-Terminvereinbarung bzw in Absprache mit dem Gesundheitsamt.

 


3) Haben Sie Symptome mit Fieber oder Husten ohne Kontakt zu einer nachweislichen Coronavirusperson oder ohne Aufenthalt in einem Coronavirusrisikogebiet, so kann der Abstrich in unserer Praxis erfolgen, sofern Sie Patient in unserer Praxis sind. Eine Isolation erfolgt dann bis zum Testergebnis, welches bei unserem Labor meist nach 24 Stunden vorlieg, in Spitzenzeiten aber auch länger sein kann.

"Fall unter differentialdiagnostischer Abklärung":  Da die Ausbreitung derartig stark zugenommen hat ist das Kriterium "Risikogebiet" zunehmend aufgeweicht. Daher auch die seit 24.3.2020 angepassten Empfehlungen des RKI, die eine deutlich weitreichendere Testung beinhalten: getestet werden soll, wer akute respiratorische Symptome jeder Schwere hat, auch ohne Kontakt zu Corona-pos-Pat., + entweder Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis, Krankenhaus, oder Risikopatient (also > 60 Jahre oder chronisch krank) oder ohne Risikofaktoren sofern Testkapazität reicht. Also derzeit jeder mit Symptomen. Die medizinische Indikation soll laut RKI (27.4.) auf niedrigschwellig erhöht werden. Das heißt Patienten werden auch bei nur geringen Symptomen getestet z.B. auch bei Geruchs,- oder Geschmacksstörungen, sofern die Testkapazitäten ausreichen und nicht priorisiert werden muss.


4) spezielle Fälle:

Personen ohne/ mit Krankheitszeichen, die eine Warnung durch die App erhalten sollen getestet werden. Den Test zahlt die Krankenversicherung. Eine Quarantäne erfolgt bis zum negativen Testergebnis. Dauer bei Einsendung der Testergebnisse durch unsere Praxis bislang ungefähr 24h, also absehbar.

Auch für Personen ohne Krankheitsanzeichen, ohne Warnung über die App, ohne Kontakt übernimmt ab 1.7.2020 die Bayerische Landesregierung die Kosten für einen Corona-Abstrich. Dieser kann in unserer Praxis  durchgeführt werden. z.B. vor geplanten Eingriffen/Untersuchungen in Kliniken oder vor einem Besuch der Schwiegereltern oder anderen Risikopersonen. Dies ist jedoch nur möglich soweit ausreichende Laborkapazitäten bestehen, wird also vom Arzt an dem jeweiligen Tag nach der Gesamtsituation entschieden.

Kostenfreie Corona Ag Schnelltests mit Bescheinigung können bei uns durchgeführt werden. Ergebnis nach 15 min.

Immunglobulintestungen (IgG), die die Antikörperbildung anzeigen, also eine durchgemachte Erkrankung beweisen sollen und somit einen Anhalt für eine mögliche Immunität darstellen könnten, können ebenfalls als Selbstzahlerleistung (ca. 40,-Euro) bei uns durchgeführt werden. Es kann jedoch immer auch falsch positive und falsch negative Testergebnisse geben. Nähere Info´s direkt im persönlichen Aufklärungsgespräch.

 

Was ist ein Risikopatient ?

Ein Patient, der aufgrund seines Alters oder seiner Vorerkrankungen eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schwerwiedenden Verlauf der Erkrankung hat, mit möglicher Intensivpflichtigkeit, im schlimmsten Fall mit einem tödlichen Verlauf. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Eine Gefährdung liegt also insbesondere bei folgenden Erkrankungen vor:

-  Lungenerkrankungen (z.B. COPD), Rauchen (die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs ist bei Rauchern erhöht)

-  ausgeprägte Adipositas

-  Herzkreislauferkrankungen insbesondere Herzinsuffizienz (=Herzschwäche), KHK (=Arterienverkalkung am Herz),

-  arterielle Hypertonie (eine gute Blutdruck- Einstellung ist besonders wichtig! bitte gerade jetzt nicht aufgrund von Gerüchten und schwachen Hypothesen die auf Tierversuchen an Ratten basieren irgend welche Tabletten weglassen ohne dies mit einem Arzt besprochen zu haben!! Nach 3 neuen Veröffentlichungen von Studien an CoVid-19 erkrankten Menschen im New England Journal of Medicine zeigt sich kein Einfluß von ACE-Hemmern oder Rezeptorantagonisten auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit noch auf die schwere des Erkrankungsverlaufs.)

-  Diabetes (eine gute Blutzucker-Einstellung ist besonders wichtig)

-  Immunsupprimierte Patienten d.h., wenn das Immunsystem geschwächt ist z.B. durch Medikamente wie Biologicals, Cortison oder Immunsupressiva z.B. MTX, verschiedene Tumormedikamente (hier ist die sequentielle Pneumokokkenimpfung besonders wichtig!) Bitte keine Medikamente eigenmächtig weglassen. Bei einer durch Biologicals gut eingestellten Erkrankung ist das Risiko geringer, als wenn die Erkrankung durch Weglassen von Medikamenten sich verschlechtert

-  Krebserkrankungen mit reduziertem Allgemeinzustand

-  Nierenerkrankungen

-  neurologische Erkrankungern

-  Alter > 60 Jahre

-  niedrige CD-8 Zellzahl

-  zu niedrige Vitamin-D Spiegel

-  Zweitinfektion z.B. mit der Grippe oder Keuchhusten (jeweils eine Impfung dagegen ist verfügbar)


Was sind Kollateralschäden?

Neben den zweifelsfrei starken psychischen Belastungen für uns Alle und den noch besonders betroffenen Patienten mit Angststörungen kommt nun auch hinzu, dass Patienten mit Herz,-Kreislauferkrankungen, sogar Herzinfarkten und Schlaganfällen die Krankenhäuser meiden (wohl bis zu ca. 30% weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle in Krankenhäusern!!). Dies sind meiner Meinung nach dramatische Zahlen. Ich kann nur Alle ermuntern: kommen Sie zumindest zum Hausarzt, damit dieser einschätzen kann, wie dringlich die Erkrankung ist und mit Ihnen gemeinsam alle Möglichkeiten überlegen kann für eine optimale Versorgung trotz Corona.


Wie verbreitet sich das Virus?

Durch ganz überwiegende Mehrheit als Tröpfcheninfektion! z.B. beim Husten, Nießen oder lautem Rumschreien (z.B. bei einem Streit) oder Singen oder face-to-face Kontakt in einem Gespräch <1,5 Meter Abstand >15 Minuten. Auch eine aerogene Übertragung durch in der Luft befindliche Viruspartikel ist möglich. Daher sollte immer gut gelüftet werden. Hierbei wird von einer möglichen Übertragung bei einem Aufenthalt > 30 min ohne Schutz in einem kontaminierten Raum ausgegangen. Ein sogenannte Schmierinfektion durch Oberflächen ist am seltensten. Auf glatten, unbelebten Oberflächen wie Plastik oder Metall konnte das Virus auch nach mehreren Tagen noch nachgewiesen werden, ob es dann jedoch noch aktiv d.h. also ansteckend ist weis man noch nicht. Nachweis auf Pappe: 24 h, auf Kunststoff 48 h, auf Edelstahl: 72 h. Auf dem Fell von Tieren halten die Viren weniger lang. Ansteckend ist ein Erwachsener ohne Symptome vorwiegend ca. 12-24 Stunden bevor er Symptome bekommt. Nach der Berichtigung eines Rechenmodells wohl auch schon bis zu 6 Tage vor Symptomen. Kinder sind meist ohne Symptome, können aber trotzdem ansteckend sein. Das größte Problem bei Kindern stellt die praktisch eindeutig eingeschränkte Umsetzbarkeit von Hygienemaßnahmen dar. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion eines Patienten und Ausbruch der Erkrankung beträgt ca. 1-14 Tage (mittlere Inkubationszeit 5-6 Tage). Daher auch die Frist von 14 Tagen für eine Quarantäne, die auch weltweit so gesehen wird.

 

Ist Covid-19 nur eine Lungenerkrankung?

Nein, leider handelt es sich um eine Multiorganerkrankung!

Nervensystem: Das Virus wurde im Gehirn nachgewiesen. Daher resultieren daraus auch die typischen Geruchs,- und Geschmackstörungen, die sich aber zum Glück wieder zurückbilden können. Schlimmer ist eine mögliche Hirnschwellung und eine mittlerweile nachgewiesene "demyelinisierende Erkrankung der Nerven" ähnlich der Multiplen Sklerose. Auch psychische Erkrankungen mit z.B. Halluzinationen wurden in den Zusammenhang mit einer Coronainfektion gebracht. Nach einer Studie vom Imperial College London an 85000 Patienten verlohren schwer an CoVid-19 Erkrankte im Durchschnitt 8,5 IQ Punkte vom Intelligenzquotienten, dasGehirn "alterte" um ca. 10 Jahre.

Gefäßsystem/Gerinnung: Dieser Coronavirus führt zu einer Endothelitis, also einer Entzündung der Gefäße. Es zeigte sich eine Häufung von Thrombosen und Lungenembolien zum Teil eben auch mit tödlichem Verlauf

Nieren: Pathologen konnten das Virus im Gewebe nachweisen. Klinisch zeigt sich bei Intensivpatienten das akute Nierenversagen mit ggf. notwendiger Dialyse (=Blutwäsche).

Herz: Auch hier wurde durch Pathologen eine Herzmuskelentzündung bei 20% der Erkrankten nachgewiesen. Klinisch ist eine Herzmuskelentzündung bei CoVid-19 als eher selten beschrieben, was aber auch an einer erheblichen Dunkelziffer liegen könnte. Laborchemisch zeigten sich erhöhte Herzmarker. Als Erscheinungsbild kann daraus eine starke Einschränkung der Leistungsfähigkeit resultieren.

Darm: Auch in der Darmwand konnte das Virus isoliert werden. Es gibt Krankheitsverläufe mit ausschließlich Durchfall.

Die Sterberate intensivpflichtiger CoVid-19 Patienten ist erheblich, aber auch viele Überlebende haben lange nach der durchgemachten akuten Erkankung noch über Wochen und Monate Beschwerden. Und zwar nicht nur schwer Erkrankte, sondern auch Patienten mit mildem Verlauf! Laut RKI haben 40% der in der Klink behandelten und 10% der Patienten mit mildem Verlauf noch längerfristig Beschwerden. Es bildeten sich die Begriffe "chronisches CoVid-19 Syndrom (CCS)", "long CoVid" und post-Covid Syndrom mit vorwiegend folgenden Beschwerden (Häufigkeit in absteigender Reihenfolge): Fatigue/Müdigkeit, Atemnot, Husten, Depression, kognitive Störungen


Was kann ich präventiv tun?

Da noch kein Impfstoff zur Verfügung steht sind vorsorgend insbesondere hygienische Maßnahmen und das Social Distancing sinnvoll, wie:

-  1,5 - 2 Meter Abstand zu anderen Menschen halten. auf Gehwegen beim Passieren von Entgegenkommern hintereinander gehen

-  keine Umarmungen und Händegeben

-  in die Ellenbeugen nießen

-  nicht an Nase, Mund oder die Augen langen (eine gewisse Herausforderung, bei Allergiesaison)

-  Treppengeländer meiden, wenn man auch ohne diese sicher gehen kann

-  häufiges Händewaschen mit Seife und ggf. Benutzung von einem geeigneten Desinfektionsmittel: "mäßig viruzid" ist wahrscheinlich ausreichend.

-  das Smartphone regelmäßig desinfizieren

-  Desinfektionsmittel vor Kindern unzugänglich aufbewahren! Nicht versuchen Desinfektionsmittel selbst herzustellen durch Zusammenkippen von verschiedenen Chemikalien!

-  Kinder (diese können infiziert sein, obwohl sie nicht erkranken) nicht zu den Großeltern (Risikopersonen) geben

-  bei Kleingruppen (z.B. Sport max. 10 Personen laut Verordnung) entsprechende Sicherheitsmaßnahmen mit Abstand und/ oder ggf. Maske einhalten.

-  im Supermarkt, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Läden und beim Arzt eine FFP-2 oder FFP-3 Maske  tragen. Dieser Schutz sollte immer erfolgen, wenn man sich in abgeschlossenen Bereichen befindet und der Mindestabstand von 1,5 - 2 Metern nicht eingehalten werden kann, z.B. im Aufzug oder Taxi / Auto.

-  Vermeiden Sie den Aufenthalt in abgeschlossenen Räumen mit vielen anderen Personen.

-  Räume lüften oder Raumluftfilter verwenden

-  von privaten Party´s derzeit absehen

-  Großveranstaltungen selbstständig meiden

-  Aufenthalt > 30 min in geschlossenen Räumen mit anderen Personen meiden

-  durch gute Planung z.B. nur 1x pro Woche einkaufen gehen, möglichst nicht zu den Spitzenzeiten,

-  Impfung!

-  Vor dem Kontakt mit Risikopersonen zuvor einen Schnelltest durchführen

Wegen der großen Nachfrage nach fachgerecht durchgeführten Schnelltests auf das Coronavirus werden wir diese auch weiterhin anbieten. Mitlerweile sind diese kostenfrei. Man muß beachten, dass ein Schnelltest nur eine "Momentaufnahme" ist / sein kann. Die Spezifität unseres Test  und die Sensitvität ist jedoch jeweils sehr gut. Daraus ergibt sich, dass ein negatives Testergebnis (= kein Coronavirusnachweis) fast immer richtig ist. Wegen durchaus möglicher sogenannter falsch positiver Fälle (das heißt das Testergebnis zeigt einen Virus an, obwohl doch kein Virus da ist) sollte bei einem pos. Ergebnis eine PCR zur Bestätigung durchgeführt werden. Auch diese kann bei uns umgehend durchgeführt werden.

- Stärken Sie Ihr Immunsystem (siehe unter dem Tipps Button bei der Frage gehäufte Infekte, was kann ich dagegen tun?)

Stärken Sie Herz und Kreislauf durch moderate körperliche Betätigung, sei es durch Spaziergänge, Ausdauertraining oder Gymnastik (auch zu Hause möglich). Achtung starke und sehr starke körperliche Anstrengung kann die Funktion des Immunsystems ca. für die folgenden 4 Stunden reduzieren.

Vitamin-C stimmuliert nachweislich das Immunsystem. Viel Vitamin-C enthalten insbesondere Zitrusfrüchte, Kiwis oder Sanddorn. Bzgl. CoVid-19 sind die Daten uneinheitlicjh.

Zu geringe Vitamin-D Spiegel korrelieren mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko, weshalb Schottland und England eine Supplementierung für Risikogruppen plante. Alle großen Substitutionsstudien sind jedoch bislang negativ ausgefallen.

Mit einer Eigenbluttherapie zur allgemeinen Stimulation des Immunsystems haben wir gute Erfahrungen gemacht. Hierbei wird ein unspezifischer Reiz gesetzt. Näheres siehe unter dem Button Wahlleistungen.

Wenn man mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren kann, so ist dies auf jeden Fall bzgl. einer möglichen Ansteckung sicherer, als z.B. mit der U-Bahn, ec. Auch die frische Luft und die Bewegung sind für den Immunstatus gut. Man sollte jedoch darauf achten durch die Nase oder durch einen Schal zu atmen, damit nicht zu kalte Luft in den Rachen gelangt, welche sonst zu einer reduzierten Aktivität der Flimmerhärchen führen kann. Diese transportieren ja Fremdstoffe wieder nach draußen.

Alle Reiseaktivitäten sind kritisch auf die Notwendigkeit zu hinterfragen. Auch ist die Verhaltensweise im Zielland entscheidend und, dass natürlich viele hier durchgeführten Restriktionen auch dort eingehalten werden sollten wie das Social Distancing" und hygienische Maßnahmen allen voran 1,5 Meter Abstand halten und in geschlossenen Räumen in denen man sich mit fremden Personen befindet eine FFP-2 Maske tragen. Risikogebiete sollten gar nicht erst besucht werden, wenn keine dringlichen Gründe vorliegen. Siehe dazu auch die aktualisierten Empfehlungen des auswärtigen Amtes und die Liste der Risikogebiete, die aktuell fast täglich länger wird: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html. Während der derzeitigen Coronasituation sollten alle vermeidbaren Reisen unterbleiben, auch wenn nicht explizit verboten! Wer aus einem "herkömmlichen" Risikogebiet oder Hochrisikogebiet zurückkehrt muss ein negatives Testergebnis bei der Einreise vorweisen (bzw. spätestens 48h nach Einreise), genesen sein oder einen vollständigen Impfstatus nachweisen können. Andernfalls müsssen Sie für 10 Tage in Quarantäne. Diese Patienten dürfen nicht in eine Arztpraxis kommen! Nach Aufenthalt in einem Virusvariantengebiet sind auch Personen mit Genesenem Status oder Impfnachweis zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet, die auch nicht vorzeitig beendet werden kann! Übersicht über die aktuellen Virusvariantengebiete: www.rki.de/risikogebiete.

Auch wenn man in ein Land reist, dass noch nicht Risikogebiet ist muss man damit rechnen, dass es dieses während der Reisezeit durchaus werden kann!

Großveranstaltungen mit > 1000 Personen wurden in allen Bundesländern Deutschlands u.a. auch in Bayern verboten und werden dies voraussichtlich auf lange Zeit bleiben. Aber auch kleinere Menschenansammlungen können ein Risiko darstellen. Wichtig ist jetzt, dass jeder Einzelne mithilft und auch kleinere Menschenansammlungen ohne Mundschutz mit einer Kontaktzeit zu anderen Personen von > 15 Minuten meidet. Teilweise sind auch Testungen in wiederkehrenden Gruppen z.B. in Vereinen sinnvoll, da hier ein Spreading Ereignis weitreichendere Folgen hätte.  Auch die Politiker befürworten die Einschränkungen von Sozialkontakten ausdrücklich. Unsere Bundeskanzlerin Fr. Merkel sagte: "Verzichten Sie auf Sozialkontakte, wo immer es möglich ist" Diese Mahnung der Anfangszeit gilt im Prinzip immer noch bzw. jetzt seit der zweiten Welle wieder. Es gilt dies in gewissem Maße zu verinnerlichen, bis wir mit den Impfstoffen große Teile der Bevölkerung geimpft haben. Diese Maßnahmen sollten also weiterhin absolut ernst genommen werden. Es ist wichtig, dass  alle weiterhin verantwortungsbewußt handeln und es zu keinen größeren Menschenansammlungen  z.B. in Parks oder auf Demonstrationen ohne Mundnaseschutz oder Abstand kommt! Partys ohne Abstand und Mundnaseschutz sind absolut inakzeptabel! Auch private Feiern sollten momentan unterlassen werden. Gerichtsentscheide, dass die eine oder andere Maßnahme unverhältnismäßig sei sind meiner Meinung nach ziemlich kontraproduktiv!! Zusammenrottungen von deutschen Partygästen auf dem Ballermann auf Malle oder Kroatien ohne jeglichen Schutz und Abstand sind maximal unmöglich! Aber auch private Feiern in Deutschland, die oft schwierig festgestellt werden können, sollten durch die Vernunft jedes Einzelnen unterbleiben. Wir haben immer noch ein viel zu hohes Niveau an Neuerkrakungen und bereits einen Eintrag an mutierten und ansteckenderen Varianten, wie der aus Großbritanien, der Variante 501 V2 aus Südafrika oder der neuen Variante aus Brasilien . Wir müssen mehr dagegen tun! Jeder Einzelne.

Sport draußen zu treiben ist nicht nur o.K., sondern für Herz,- und Kreislauf und auch für die Psyche zu befürworten. Auch da muß jedoch auf das Sozial-Distanceing geachtet werden.

Da bislang die meisten Todesfälle bei alten Menschen und Personen mit Vorerkrankungen auftraten, sollten alle Personen über 60ig meiner Meinung nach und chronisch kranke Patienten eine Pneumokokkenimpfung erhalten, sofern diese nicht schon innerhalb der letzten 6 Jahre erfolgte. Bei manchen Erkrankungen ist sogar eine sequentielle Pneumokokkenimpfung, das heißt 2x sinnvoll. Genauso wichtig ist die Keuchhustenimpfung (= Pertussis) für alle Kinder und Erwachsene. Bei dieser Impfung sind i.d.R. nur für 6 Jahre Antikörper nachweisbar. Sie ist in manchen 3fach Tetanusimpfstoffen enthalten, aber eben nur 6 Jahre sicher wirksam und sollte daher ggf. bereits vor der normalerweise routinemäßigen 10- jährigen Tetanusauffrischung erfolgen.                                                                                                                                                       Auch bei der Grippe handelt es sich um eine impfpräventable Lungenerkrankung. Diese sollten jetzt unbedingt so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Der Impfstoff ist weiter verfügbar.

Schutzmasken bieten für einen selbst nur einen bedingten Schutz. Nur FFP-2 oder FFP-3 Masken haben einen aerosol,- bzw. virenwirksamen Filter. Die Maske muss dicht an der Haut abschließen (problematisch bei Bärten), also angedrückt werden und funktioniert offiziell nur 75 min sicher und ist ansich ein Einmalprodukt, wird aber aufgrund des Mangels regelmäßig wiederverwendet, was auch wohl gut funktioniert. Meiner Meinung nach ist eine Desinfektion durch Sonnenstrahlung am praktikabelsten. UV- Licht inaktiviert die Erreger auf der Oberfläche, aber eben nur auf der sonnenbeschienenen Seite. Die FH Münster empfielt den Backofen: für 1h bei konstant 80°C mit Ober,- + Unterhitze (nicht Umluft), am Besten mit einem Bratenthermometer überwacht. Auch ein elektrischer Reiskocher soll möglich sein laut der US Wissenschaftsgesellschaft ACS. Auch einfaches Aufhängen und Abwarten für 7d ist möglich. Eine Behandlung in der Mikrowelle, Waschmaschine, Spülmaschine oder im Kochtopf ist nicht zielführend, da die meisten Masken dieses Procedere nicht ohne Schaden überstehen.

Eine einfache OP-Maske oder ein Tuch vor Mund + (!) Nase schützt einen selbst nur eingeschränkt, da viel Luft seitlich vorbeiströmt, verhindert aber gesamtpopulativ gedacht die Ausbreitung, da man dann Andere nicht so leicht ansteckt und ja immer auch ohne Symptome schon infiziert sein könnte. Wenn das Material der Maske dies verträgt, kann / sollte diese bei > 80°C gewaschen werden.

Schutzvissiere anstelle einer Maske bieten Schutz vor direkten Spritzern etwa bei einer medizinischen Untersuchung, aber eben nicht vor der aerogenen Übertragung. Durchsichtige starre Masken erfüllen nicht die notwendigen Anforderungen

Nochmals im Einzelnen:

FFP-2 Masken:

Hierbei gilt es 2 verschiedene Typen zu unterscheiden: Die mit, und ohne Ausblaßventil. Die mit Ventil bieten ausschließlich einen Eigenschutz. Die Ohne Ventil, bei denen durch das Fließmaterial ein,- wie ausgeatmet wird, führen sowohl zu einem Eigenschutz, wie auch Fremdschutz und stellen somit die höchste Sicherheitsstufe dar. Aktuell sind diese In Bayern im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen und beim Arzt vorgeschrieben.

OP-Masken:

Neuere Untersuchungen zeigen, dasß OP-Masken neben dem Fremdschutz auch einen (unerwartet) hohen 50-75% Eigenschutz bieten, wenn die Maske eng anliegt und durch das Gewebe geatmet wird. Vorteil: es ist nicht ganz so anstrengend dadurch zu atmen.

Selbstgebastelte Masken:

Das Problem vieler selbst gemachter Masken besteht darin, dass womöglich das Gewebe zu dicht und undurchlässig ist und so vorwiegend die Luft von den Seiten angesaugt und von dort ein,- bzw. ausgeatmet wird. Es besteht ein Fremdschutz. Auch wenn die selbstgebastelten Masken oft hübsch aussehen, ist die Wirksamkeit der OP-Masken und natürlich der FFP-2 Masken deutlich besser. Mittlerweile sind letztere auch wieder erhältlich zu günstigem Preis.

durchsichtige Gesichtsmasken:

Da diese nicht genügend dicht am Rand abschließen können und die Verbreitung über Aerosole möglich ist sind diese nicht sinnvoll und auch mittlerweile verboten worden!

Wir haben keine Atemschutzmasken zu verkaufen! Mittlerweile sind jedoch in vielen Apotheken und anderen Läden auch FFP-2 Masken günstig zu bekommen.

Richtige Handhabung:

Beim Kauf sollte man auf das CE-Zeichen und eine nachfolgende vierstellige Nummer für die Zertifizierungsstelle achten. Übersicht über die zugelassenen Zertifizierungsnummern: www.produktwarnung.eu.

Die meisten FFP-2 Masken haben einen Draht im oberen Bereich eingearbeitet. Um ein Vorbeiatmen am Maskenrand und somit einem Wirksamkeitsverleust entgegen zu wirken sollte dieser Bügel genau an die Nasenform anmodeliert werden. Also vorab mit der Hand gebogen werden. Bei Vielen sieht man dort eine Dreiecksform. Die wenigsten Nasen sind aber dreieckig! Wenn man dies gut macht beschlägt auch die Brille deutlich weniger. Bärte verhindern per se ein dichtes Anliegen der Maske und sollten daher abrasiert werden. Ich weis, das ist für den einen oder anderen sehr hart, aber der Bart wächst ja auch wieder nach.

 

Sind Raumluftfiltergeräte sinnvoll?

Wenn man die Möglichkeit hat, die Fenster eines Raumes zu öffnen, ist meiner Meinung nach Stoßlüften sehr sehr wichtig und gut, am schnellsten wirksam und sehr kosteneffizient.

Wenn die Fenster nicht geöffnet werden können, aus welchen Gründen auch immer, so sind auch Raumluftfiltergeräte nachweislich wirksam. Wie schnell und stark hängt von der Leistung des Gerätes ab. Es gibt gute Untersuchungen von Teilchenphysikern, nach denen man auf folgende Gegebenheiten achten sollte:

- Kapazität für die Umwelzung von dem 6-fachen Raumvolumen pro Stunde. Also z.B. bei einem 20 qm Raum ca. 300 Kubikmeter pro Stunde

- Hepa-Filter: H13 oder H14 nach Norm EN 1822-1

- < 52 Dezibel (damit das Geräusch erträglich ist)

wichtig: das Gerät nicht auf Automatik stellen, sondern manuell auf das 6-fache des Raumvolumens!

 

Impfung?! häufige Fragen:

Ich empfehle die Coronaimpfung für fast Jeden. Ich selbst habe die Impfung sehr gut vertragen. Der Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer wurde vor Zulassung an über 21.000 Personen getestet und gilt nach derzeitiger wissenschaftlicher Datenlage als sicher. Er wird aktuell (6.2.21) in 56 Ländern eingesetzt und wurde bereits millionenfach verimpft. Er ist ab dem 16ten Lebensjahr zugelassen. Vereinzelt traten schwere allergische Reaktionen auf (die es prinzipiell bei jedem Medikament geben könnte) weswegen bei Personen, die vorbekannt schwere allergische Reaktionen hatten, eine besonders sorgfälltige Abwägung erfolgen muß (ggf. unter verstärkten Sicherheitsbedingungen wie verlängerte Nachbeobachtungszeit, mögliche Notfallversorgung ec.). Eine wirkliche Kontraindikation besteht nur bei einer Allergie gegen Polyethylenglykol (PEG), einem Bestandteil des Impfstoffs. Aufgrund vereinzelter Todesfälle hat Norwegen seine Impfempfehlung geändert. Bei Menschen mit schwerster Gebrechlichkeit wird dort von einer Impfung abgeraten, was meiner Meinung nach sinnvoll ist. Wichtig ist entgegen manchen Gerüchten, dass dieser Impfstoff nicht das Erbgut von Menschen verändert! Er enthält mRNA (nicht DNA!), also den gleichen "Stoff", den viele Erkältungsviren enthalten. Bei jeder Erkältung, die ein Mensch durchmacht wird mRNA in die menschlichen Zellen eingebracht, ohne das menschliche Erbgut zu verändern. Die mRNA wird nicht ins menschliche Erbgut eingebaut und zerfällt sehr schnell. Auch werden natürlich keine Chips eingebracht, das ist purer Unsinn. Der Impfstoff von Biontech muss 2x verimpft werden, im Abstand von 3 Wochen. Da er bei -15 bis -70C° gelagert werden muß erfolgt die Impfung über Impfzentren bzw. mobile Impfteams. Begonnen wurde ab dem 26.12. 2020 mit Risikogruppen in Altenheimen, deren Personal und medizinisch besonders exponierten Personen auf Intensivstationen und Notaufnahmen. Weiter erfolgte die Gabe an alle Alten Menschen sowie Personal in ambulanten medizinischen Einrichtungen. Eine erste laborchemische Untersuchung, die bislang im Preprint veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Impfstoff wohl auch gegen die neue Mutante B.1.1.7 aus Großbritanien sehr gut wirksam ist. Der Impfstoff soll die Erkankung verhindern, oder zumindest einen schlimmen Verlauf, was auch nach der derzeitigen Datenlage funktioniert. Nach neueren Daten kann auch eine Infektion und damit eine Übertragbarkeit zu fast 90% verhindert werden. aber nicht vollständig gebannt werden. Daher werden auch geimpfte Personen weiterhin bei Kontakten eine Maske tragen müssen und sollten auch alle weiteren Vorsichtsmaßnahmen weiterhin durchführen. Eine sogenannte sterile Immunität wird es nicht geben.

Der m-RNA Impfstoff von Moderna ist weitestgehend vergleichbar und auch gut wirksam gegen die Mutante B1.1.7.

Der Vektorimpfstoff von Astra Zeneca hat ein anderes Transferprinzip (siehe unten) und ist bzgl. leichter oder asymptomatischer Erkrankungen zu ca. 70% wirksam, bzgl. schwerer Erkrankungen / notwendiger Krankenahuseinweisung oder Todesfall ähnlich gut wirksam, wie die m-RNA Impfstoffe! Er ist auch gut wirksam gegen die Mutante B1.1.7.

Wir beraten Sie gerne, welche Kontraindikationen vorliegen und welche chronischen Erkrankungen relevant sind. Auch können wir Ihnen eine Bescheinigung ausstellen. Wir planen auch bei uns Impfungen durchzuführen. Wann die Freigabe dafür durch die Politik erfolgen wird ist noch unklar. Jedenfalls in Bayern wurde dies bereits von führenden Politikern zur Diskussion gebracht.

Anmeldung zur Impfung online: www.impfzentren.bayern oder telefonisch: 089/904292222. Die Impfung in München erfolgt im Impfzentrum in der Messe Riem, in der Halle C3, Eingang Nord, Paul-Henri-Spaak-Straße. Von denU-Bahnhaltestellen Messestadt verkehren Schuttlebusse.

 

Ist der Impfstoff von Astra Zeneca wirklich schlechter?

Meiner Meinung nach hat Astra Zeneca in erster Linie eine sehr schlechte "Publicity" gemacht. Teildaten wurden veröffentlicht und später wieder zurückgezogen, als neuere genauere Gesamtdaten vorlagen. Das verunsichert und fördert nicht gerade das Vertrauen. 70% Wirksamkeit hört sich einfach schlechter an als 95%. Neuere Daten zeigen zum einen dass nach einer Zweitimpfung des bereits gereiften Immunsystems im Sinne eines Boosters nach 3 Monaten bei Astra Zeneca durchaus eine Wirksamkeit von 84% hervorrufen. Im übrigen muß man sich genau ansehen, worauf die 70% bezogen waren. Nämlich auf leichte Erkrankungen und asymptomatisch Infizierte. Bei der entscheidenden Betrachtung der schwer Erkrankten und Verstorbenen erreicht Astra Zeneca wohl mit seinem Vektorimpfstoff nahezu die gleiche Wirksamkeit, wie Biontech oder Moderna. In der Zulassungs-studie von Astra Zeneca mußte kein einziger 2x Geimpfter in ein Krankenhaus wegen eines schweren Verlaufs! Vektorimpfstoff bedeutet, dass ein harmloses Adenovirus, dem die entscheidenden Gensequenzen zur Vermehrung entfernt wurden, für den Transfer der RNA des Spikeproteins verwendet wird. Dieses Virus stirbt bald ab. In der Muskelzelle wird das Spikeprotein gebildet und der Mensch bildet Antikörber dagegen, sowie toxische T-Zellen oder B-Gedächtniszellen. Epidemiologisch gesehen ist es wichtiger, dass rasch viele geimpft werden, bevor noch mehr Mutanten entstehen. Astra Zeneca ist auch gut wirksam gegen die britische Variante.

 

Wird nach der Impfung mein Testergebnis positiv?

Nein. Durch die Impfung wird weder der Antigen- Schnelltest noch die PCR positiv.  Solltw jemand kurz nach der Impfung positiv getestet werden, so hat er sich wahrscheinlich schon vor der Impfung angesteckt.

 

Privilegien für Geimpfte?

Meiner Meinung nach ist eine Diskussion darüber verfrüht (Stand Anfang Januar), da nach bisherigen Daten  und Experimenten an Affen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass eine Impfung zwar vor der Erkrankung gut schützt, aber nicht gegen eine Infektion und damit mögliche Weiterverbreitung. Sollte sich dies beim Menschen bestätigen, so nutzt eine Impfung der jeweiligen Person, zur Eindämmung der Verbreitung wären demnach aber viele der Maßnahmen trotzdem erforderlich. Auch der Ethikrat hat Anfang Februar bekanntgegeben, dass es keine Privilegien für Geimpfte geben soll. Als Ausnahme gelten Privatunternehmer, da es diesen durch die derzeitige gesetzliche Lage nicht verboten werden kann. So könnte z.B. ein Kinobetreiber nach Beendigung der Loockdownmaßnahmen den Einlass von einer Impfung abhängig machen. In Israel bekommen beispielsweise geimpfte Personen in manchen Restaurantes einen Preisnachlaß von 10-20%. Die Daten einer Beobachtungsstudie des israelischen Gesundheitsamtes mit Biontech zeigten im Februar 21, dass bei Geimpften, die sich trotzdem infiziert haben eine Weitergabe zu 90% verhindert wird. Also eine sehr sehr gute Wirksamkeit auch diesbezüglich, aber keine vollständige sogenannte "sterile Immunisierung".

Meiner Meinung nach wird es früher oder später Vorteile für Geimpfte geben.

 

Warum sind alle Maßnahmen so wichtig?

Eine Einzelkettenverfolgung und Eindämmung, wie im "Webasto-Fall" war in Deutschland lange Zeit nicht mehr lückenlos möglich, da es zu viele Fälle geworden waren. Wir hatten Mitte März eine exponentielle Kurve der nachgewiesenen Fälle, die also sehr steil nach oben ging. Wäre dieser Trend so geblieben, so wäre unser Gesundheitssystem und insbesondere unsere Intensivbettenkapazitäten in den Krankenhäusern überfordert gewesen!, wie Modellrechnungen belegen. Alle damaligen Maßnahmen zielten darauf ab, die Kurve abzuflachen, um Zeit zu gewinnen z.B. für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen. Am 9.4.2020 hatten wir eine Stagnation erreicht. Von April bis Juni abfallende Neuerkrankungsraten.  Seit Juni war eine Einzelkettenverfolgung durch unsere aufgestockten Gesundheitsämter, die auch durch die Bundeswehr unterstützt wurden, wieder möglich. Ab Oktober kam die zweite Welle.  Da die Politik nur sehr zurückhaltend am 26.10.2020 mit restriktiven Maßnahmen reagierte, gefolgt von Lockdown light ab November und erst Mitte Dezember mit wirklich verschäften Maßnahmen liegt es an uns allen Kontakte auf ein Minnimum zu reduzieren und uns selbst und Andere zu schützen. In diesem Zusammenhang ist auch das Tragen von Masken in geschlossenen Räumen zu sehen. Klar nervt das bei Hitze. Aber, es ist halt einfach so wichtig. Die anfangs teilweise bezweifelte Wirksamkeit der Masken ist wissenschaftlich mitlerweile eindeutig bewiesen.  Ich find auch die kurze Zeit im Laden oder der U-Bahn ist dies wirklich zumutbar. Denkt doch mal an die Chirurgen, die diese (fast) den ganzen Tag aufhaben müssen, immerschon. Aktuell sollten meiner Meinung nach nur noch FFP-2 Masken verwendet werden!!!

 

Was passiert, wenn bei mir eine Infektion nachgewiesen wurde?

Wenn im Abstrich oder Sputum die Infektion nachgewiesen wurde, so muss ich, sofern der Gesundheitszustand dies zuläßt, 14 Tage zu Hause bleiben in Isolation. Sie müssen das Gesundheitsamt anrufen, sofern dieses nicht schon Kontakt mit Ihnen aufgenommen hat. Es handelt sich dann um eine behördlich angeordnete "muss-Isolation"!

Bei schwerer Erkrankung oder Verschlechterung des Zustandes wird eine Klinikbehandlung in "einfacher" Isolation erforderlich. Der Transport dort hin erfolgt durch den Rettungsdienst  Tel.: 112 unter Angabe Coronavirusinfektion bzw. Coronavirusverdacht.

Bei weiterer Verschlechterung erfolgt i.d.R. eine Verlegung auf die Intensivstation mit den Möglichkeiten von invasiven Methoden, wie Beatmung oder ECMO (=extracorporale Membranoxygenierung). Diese letzte Möglichkeit wird bei einem Versagen der Lunge eingesetzt und ermöglicht die Sauerstoffversorgung des Körpers durch einen Blutfilter neben dem Bett.

 

Sind wiederholte Infektionen mit SARS-CoV-2 möglich?

Ja. Eine britische Studie zeigte, dass von 6000 Personen mit Antikörpern, die also schon eine SARS-CoV-2 Infektion durchgemacht hatten 44 eine Reinfektion bekamen.

Bislang (18.1.21) traten weltweit jedoch nur 3 Todesfälle bei Reinfektion auf.

 

optimierte Praxisorganisation:

Wegen der Coronaviruspandemie sind ungeschützte Kontakte mit anderen Personen zu Vermeiden. Unsere Ärzte, wie auch unsere Mitarbeiter tragen FFP-2 Schutzmasken und werden regelmäßig auf Corona getestet. Seit 18.1.21 haben auch alle Patienten eine FFP-2 Maske zu tragen. Wir versuchen einen Abstand von 1,5-2 Metern zwischen allen Personen zu bewerkstelligen. Verdächtige Patienten werden abgesondert. Wir versuchen die Wartezeit sehr gering zu halten durch den Parallelbetrieb von mehreren Ärzten gleichzeitig.

Dies alles bedeutet einen sehr hohen organisatorischen Aufwand. Bitte helfen auch Sie mit bei einem raschen Ablauf und haben Ihre Versichertenkarte und ggf. Impfausweis griffbereit. Bitte kommen Sie pünktlich bzw. zeitgenau zum Termin, also nicht später, aber auch nicht eher. Sie müssen eine FFP-2 Maske bei uns benutzen.    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ein Aufenthalt im Tresenbereich nur kurzfristig erlaubt ist. Auch in der offenen Sprechstunde versuchen wir einen Mindestabstand von 1,5-2 Metern zu erzielen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Sie ggf. kurz im Treppenhaus warten müssen. Bitte halten Sie auch dort Abstand und halten die Abstandsmarkierungen ein. Wegen der Bedeutung der aerogenen Übertragung wird bei uns viel gelüftet und es laufen Ventilatoren um einen erhöhten Luftaustausch zu bewerkstelligen. Bitte haben Sie dafür Verständnis und ziehen sich warm an. Diese Maßnahme ist aus medizinischer Sicht zum Schutz für uns Alle, auch Sie erforderlich. Wir geben Alles um das Risiko für Alle zu senken und eine ärztliche Versorgung von allen unseren Patienten optimal fortzuführen. Wir wünschen Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund.

Zur Vermeidung von Ansteckungen haben wir ab 2021 eine Videosprechstunde eingerichtet für unsere Patienten. Viele kleinere Fragen lassen sich durch die Videosprechstunde sehr schnell und unkompliziert sofort lösen. Bei der Videosprechstunde erfolgt eine Sprechstunde, wie bisher, aber per Internet. Krankschreibungen und Rezepte können zugeschickt werden. Die Videosprechstunde ist durch Kontaktvermeidung ideal, und erspart Ihnen zusätzlich unnötige Wege und Wartezeit.

Die Videosprechstunde ist für Kassenpatienten kostenfrei.

Sie benötigen dafür lediglich einen PC oder Smartphone mit Mikrofon, Kamera und Internetverbindung über Firefox, Chrome oder Edge. Sie müssen sich nirgends registrieren und dafür auch kein Programm herunterladen.

Vom Ablauf: Sie vereinbaren einen Termin an der Anmeldung oder über Tel.: 089/ 7601400 (wichtig dazu sagen, dass es ein Videosprechstundentermin sein soll). Sie nennen uns Ihre Internetadresse und erhalten dann einen Zugangscode zugeschickt. Diesen einfach 5-10 min vor dem Termin anklicken, Ihren richtigen Namen (wichtig für die Zuordnung bei uns) angeben, Mikrofon und Kamera einschalten. Sie gelangen dann in das virtuelle Wartezimmer und werden vom Arzt aufgerufen.

Sie müssen einmalig zuvor eine Einwilligungserklärung und die Aufklärung zur Datenschutzvereinbarung bei uns unterschreiben. Sie können diese jederzeit wieder zurückziehen.

Die Übermittlung der Videosprechstunde erfolgt End-zu-End verschlüsselt und Peer-to-Peer (Rechner zu Rechner). Die Datenschutzbestimmungen greifen ebenso, wie die ärztliche Schweigepflicht. Das Aufzeichnen der Videosprechstunde ist weder für uns noch für Sie erlaubt.

 

Telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU):

Ab 18.10.2020ist es wieder möglichbei leichten Erkrankungen der Atemwege eine telefonische Beratung durch den Hausarzt zu erhalten. Die entsprechende AU wird dann postalisch zugeschickt oder an eine Vertrauensperson ausgehändigt, die dann z.B.  bei Erstkontakt im Quartal auch die notwendige Versicherungskarte in die Praxis bringt. Die Dauer der Krankschreibung beträgt maximal 7 Tage und kann einmalig um 7 Tage verlängert werden.

 

Haben wir eine Chance?

Ja!

Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich verbessert. Es existiert Mittlerweile eine S2k-Leitlinie für die Intensivtherapie und die stationäre Behandlung. Die Intensivkapazitäten konnten deutlich gesteigert werden und wir haben erste zugelassene Impfstoffe.

Über 248 Forschergruppen in verschiedenen Ländern und Kontinenten arbeiten intensivst an Impfstoffen. Hochmoderne DNA-Impfstoffe sind bereits in einigen Ländern zugelassen. Biontech / Pfizer hat die Notfallzulassung in Großbritanien und den USA, sowie einigen weiteren Staaten erhalten, in der Schweiz bereits die erste reguläre Zulassung. Die Zulassung von der EMA (Europäische Behörde) wurden am 21.12.2020 erteilt. Die Impfungen haben am 26.12. in Deutschland begonnen für Pflegeheimbewohner und wurde nun auf medizinisches Personal und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen erweitert. Wegen vereinzelter  Anaphylaxien soll bei Patienten mit früheren schweren allergischen Reaktionen bzgl einer Impfung besonders abgewogen werden bzw. ggf. vorher spezielle Tests durchgeführt werden und ggf. eine Impfung unter verschärfter Überwachung erfolgen. Insgesamt kam es bei 1,9 Mil. Impfungen (Stand Anfang Jan. 2021) in den USA zu 21 Anaphylaxien. Eine erste laborchemische Untersuchung, die bislang im preprint veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Impfstoff wohl auch gegen die Mutation B.1.1.7 wirkt. Es gibt jedoch auch weitere Mutationen z.B. in Brasilien mit bereits einem Immunescape, d.h. es gab Reinfektionen von Patienten, die zuvor CoVid durchgemacht hatten. Biontech hat wohl die Möglichkeit der Impfstoffanpassung bei Mutationen ohne das komplette Zulassungsverfahren erneut durchlaufen zu müssen. Erste Ergebnisse zeigen, dass wohl bei Geimpften mit Coronavirusinfektion zumindest die Viruslast deutlich niedriger ausfällt. Dies bedeutet einen ersten Anhalt dafür, dass möglicherweise auch die Ansteckungswahrscheinlichkeit für Andere geringer sein könnte. Genaue Untersuchungen, die dies beweisen fehlen jedoch noch. Aber eine sogenannte sterile Immunität wird offensichtlich nicht erzielt!

Der Impfstoff von Moderna, ebenfalls ein hochwirksamer m-RNA Impfstoff, wurde in Deutschland am 6.1.21 zugelassenen. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Ergebnissen haben beide Impfstoffe mindestens eine 94% bzw. 95%ige Wirksamkeit. Der in Zusammenarbeit mit der Oxford Universität und Astra Zeneca entwickelte Vektor-Impfstoff habe derzeitigen Ergebnissen zu Folge eine 70%ige Wirksamkeit bzgl. einer Verhinderung von Erkrankungen und erhielt am 30.12.2020 in Großbritanien eine Notfallzulassung, in Deutschland am 29.1.2021. Die Wirksamkeit wird in den Zulassungsstudiendaten (vorwiegend Personen < 65LJ) mit 70% angegeben für eine Verhinderung von Erkrankungen. Die Wirksamkeit bzgl. einer vermiedenen notwendigen Krankenhauseinweisung oder eines Todesfalles sei nach neueren Studien ähnlich der der m-RNA Impfstoffe. Der zweite deutsche Impfstoff von CureVac befindet sich derzeit in der Phase III- Studie. Bei einem weiteren amerikanischen Impfstoff namens Novavax wurde eine Wirksamkeit von 89,3% festgestellt, während diese bei Johnson und Johnson, einem Adenovirusbasiertem Impfstoff, nur 66% betrage. Der russische Impfstoff Sputnik mit einer initialen Anzahl von nur 38 Probanden zur Zulassungszeit stellt ein Großexperiment dar, wie es nur in autokratisch regierten Ländern möglich ist. Doch aktuell sind in Lanzet, einer renomierten Fachzeitschrift, die ersten Zwischenergebnisse einer klinischen Phase III- Studie mit 20.000 Teilnehmern erschienen. Diese Studie unterlag einem sauberen sogenannten Peer- review-Verfahren mit der Beurteilung durch unabhängige Wissenschaftler. Die Wirksamkeit von Gam-COVID-Vac, dem eigentlichen Namen von Sputnik betrage >91%, wobei dies auch für Personen über dem 60. Lebensjahr gilt. Es handelt sich ebenfalls um einen Vektorimpfstoff, ähnlich dem von Astra Zeneca, jedoch mit zwei unterschiedlichen Vektoren. Die Zulassung wurde bei der EMA (= europäische Behörde für die Zulassung von Arzneimitteln) angemeldet.  Bei den chinesischen Impfstoffen Coronavac (50-78% Wirksamkeit) und dem von Sinopharm Life Sciences (>80% Wirksamkeit) handlet es sich um Impfstoffe nach klassischer Herstellung, bei dem inaktiviertes SARS-CoV-2 verwendet wird. Beide beinhalten Wirkverstärker, was i.d.R. zu verstärkten lokalen, aber harmlosen Nebennwirkungen führen kann.

Wird eine durch Impfung oder Erkrankung erzeugte Immunität anhalten? Bzgl. der Immunität nach durchgemachter Erkrankung führten zunächst die rasch absinkenden Antikörpernachweise zur Beunruhigung. Laut einer Untersuchung des La Jolla Institute of Immunology in Kalifornien waren jedoch noch nach 8 Monaten im Blut von ehemals an CoVid-19 erkrankten B-Gedächtniszellen nachweisbar, die zu einer schnellen erneuten Antikörperproduktion führen. Auch die T-Zellen könnten helfen: Untersuchungen von Marke Hoffmann der Universität in Freiburg, welche kürzlich in Nature Medicine erschienen, zeigten, dass T-Gedächtniszellen, die auf mit Sars CoV-2 infizierten Zellen reagieren, noch nach über drei Monaten nachweisbar waren.

Unklar ist momentan auch noch, ob die Impfstoffe möglicherweise "nur" die Erkrankung verhindern, möglicherweise aber nicht die Infektion. Dies würde bedeuten, dass geimpfte Personen nicht erkranken, was ja das Ziel der Impfung ist. Jedoch wären sie möglicherweise trotzdem infektiös und könnten das Virus dann weiter verbreiten. Dies wäre epidemiologisch bedeutsam, da in diesem Szenario die Pandemie und die negativen Auswirkungen nicht so stark gebremst werden würden.

Die nach Umfragen abgeschätzte Impfbereitschaft in der deutschen Bevölkerung liegt bei ca. 50-70% (je nach Quelle). Sollte es sich bewahrheiten, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes von Biontech bei >90% liegt, so könnte epidemiologisch betrachtet durch die Impfung ein guter Schutz für die gesammte Bevölkerung erzielt werden (vorausgesetzt der Impfstoff verhindert auch eine Infektion). Wäre zwar eine Infektion schon noch möglich, aber durch vorhandene oder rasch neu gebildete Antikörper die Viruslast und Ausscheidung deutlich vermindert, so würde das Infektionsverbreitungsgeschehen zumindest gebremst werden. Letzteres erscheint mir am wahrscheinlichsten. Insofern ist die Impfung ein Beitrag, aber nicht die komplette Lösung des Problems.

Weiter wird fieberhaft an Medikamenten zur gezielten Behandlung gearbeitet. Ein Wundermittel gibt es noch nicht, aber: In den USA und Europa wurde für Remdesivir eine Schnellzulassung bewirkt. Dieses kann, wenn es frühzeitig gegeben wird bei Sauerstoffpflichtigen, nicht Beatmeten die Erkrankungsdauer von durchnittlich 15 auf 10 Tge reduzieren. Bei schwer kranken Patienten kann Remdesivier die Beatmungsdauer senken aber die Sterblichkeit nicht signifikant beeinflussen. Indiziert ist es in erster Linie in der Frühphase der Erkrankung, wenn die Virusreplikation sehr hoch ist.                                                                                                                                           Alle anderen antiviralen Therapien waren bislang erfolglos. Insbesondere Lopinavir, Ritonavir, Hydroxychloroquinund Chloroquin, mit und ohne Azithromycin. Bei letzteren wurde die Schnellzulassung durch die FDA (Amerikanische Arzneimittelbehörde) im Juni 2020 zurückgenommen wegen einem fehlendem Wirksamkeitsnachweis. Gefährliche QT-Zeitverlängerungen können zu gefährlichen Herzrythmusstörungen führen!                                                                                                                    

Antiserum von ehemals infizierten Patienten wurde als Behandlungsoption versucht und hat in zwei Beobachtungsstudien als auch in zwei kontrollierten Studien enttäuscht, wird aber dennoch eingesetzt, weswegen zu Plasmaspenden ehemals erkrankter Personen aufgerufen wird.                                                                         Eine passive Immunisierung durch synthetisch hergestellte monoklonale Antikörper kann in der Frühphase bei hoher Virusreplikation hilfreich sein. Bamlanivimab von Eli Lilly hat in den USA die Notfallzulassung erhalten, ebenfalls Casirivimab / Imdevimab von Regeneron. In prospektiven wissenschaftlichen Untersuchungen wurden jedoch die Studienziele verfehlt .

In Frankreich konnte in einer Studie durch Tocilizumab, ein Interleukin -6-Rezeptorantagonist, die notwendige Beatmungshilfe reduziert werden und die Sterblichkeitsrate gesenkt werden.

In Beobachtungsstudien konnte ein erster Anhalt für die Wirksamkeit von Famotidin gefunden werden. Die Wahrscheinlichkeit zur notwendigen Beatmung als auch die Sterblichkeit konnte in einem retrospektivem Vergleich halbiert werden. Der wissenschaftlich geforderte Beweis durch eine prospektive Doppelblindstudie fehlt hier noch, wird aber gerade untersucht.                  

Insgesamt haben wir also viel dazugelernt und die Sterblichkeit auf den Intensivstationen ist gesunken (nicht nur durch jüngere Erkrankte). Remdesivir wird oft am Anfang eingestzt um die Viruslast zu senken. IFN-ß in der Frühphase der Behandlung intensivpflichtiger Patienten moduliert die Immunabwehr. Eine frühzeitige Gerinnungshemmung dieses Patientenkollektives hat die Sterblichkeit deutlich sinken lassen und auch Dexamethason senkt in einem vorläufigen Studienergebnis einer britischen Studie die Sterblichkeit bei schwer erkrankten Patienten in späteren Stadien durch eine Hemmung des sogenannten Cytokinsturms. Es wird aber nicht nur bei beatmeten Patienten, sondern auch schon bei sauerstoffpflichtigen Patienten erfolgreich eingesetzt.Damit haben wir schon ganz brauchbare Behandlungsoptionen, die auch unsere Intensivkapazitäten entlasten. Gute Übersicht über Medikamentenkandidaten und die jeweiligen gelaufenen Studien: https://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/AVP/COVID-19/index.html.

Der vermehrte Aufenthalt der Bevölkerung im Freien im Sommer hat eine hemmende Auswirkung auf die Verbreitung des Virus, da ein erheblicher Verdünnungseffekt einer möglichen Viruskonzentration erfolgte. Diese Auswirkung ist aber kaum quantifizierbar. Die wärmere Jahreszeit hat die Grippewelle typischerweise abflauen lassen, genau so, wie die Erkältungskrankheiten durch andere Viren. Offensichtlich hat die warme Jahreszeit aber alleine keine ausreichende Wirkung auf komplette Eliminierung von Co-Vid-19. SARS und MERS waren jeweils lokal begrenzt und CoVid-19 hat sich weltweit ausgebreitet. Das heißt, wenn auf der einen Seite der Erde Sommer ist und die Erkrankung weniger häufig vorkommt, kann es sich im Winter auf der anderen Seite gerade wieder ordentlich ausbreiten. Auch in Australien läuft eine zweite Welle ab, wie in vielen Ländern. Obwohl Australien eigentlich ziemlich gute Voraussetzungen hatte, da sie ihr Land hermetisch abgeriegelt hatten und es sich um eine Insel handelt. Laut statistischen Untersuchungen von der Arbeitsgruppe von Mohammad Jalali von der Harvart Universität, die die Auswirkungen des Klimas auf das Virus untersuchten, verlangsamt sich die Pandemie erst ab 25°C. Mit jedem Grad darüber sank die geschätzte Reproduktionsrate nur um ca. 3%. Ein Sommer alleine kann das Virus nicht verschwinden lassen. Andersrum gedacht stellen meiner Meinung nach die vielen Ausbrüche in Fleischverarbeitenden Betrieben mit deutlich abgesenkten Temperaturen in den Arbeitshallen ein Modell dar für den Herbst bzw. kalte Witterungsbedingungen und zeigen, wenn wir nicht aktiv viele Dinge dagegen unternehmen werden, so wird sich das Virus wieder weiter verbreiten! Wir müssen uns jetzt wieder mit aller Kraft zusammenreissen.

Eine Herdenimmunität noch vor dem Impfstoff zu erreichen scheint mir persönlich in Deutschland sehr unwahrscheinlich (siehe weiter unten). Es würden dafür laut Wissenschaftlern und Epidemiologen Antikörpernachweise bei 60-70% der Personen in der Bevölkerung benötigt. Geschätzt dürften wir mömentan bei wenigen Prozent, aber in jedem Fall im einstelligen Bereich liegen.  Eine unerwartet niedrige Übertragungsrate in Haushalten von ca. 15% auf ander Haushaltsmitglieder sowie unter Ehepartnern von ca. 28% könnte für eine unerwartete Hintergundimmunität sprechen. Dieses Phänomen könnte allerdings auch durch bereits nachgewiesene genetische Faktoren in unserem Blutgruppensystem erklärt sein. Studien der Universität von Oxford an Makaken zeigten, dass der dort verwendete Impfstoff die Affen vor einer schweren Lungenerkrankung bewahrte, aber nicht vor einer Infektion generell. Das Virus war nach absichtlicher Infektion z.B. in der Nase nachweisbar. Das bedeutet, dass möglicherweise Impfstoffe zwar eine schwere Erkrankung verhindern könnten, nicht aber die Ausbreitung des Virus. Eine Herdenimmunität durch freie Virusausbreitung anzustreben  wäre in meinen Augen zu höchst unethisch. Außerdem handelt es sich nicht um eine harmlose Erkrankung, sondern um eine Multiorganerkrankung, die auch (wenn auch weniger häufig) jüngere Menschen treffen kann. Man denke da nur an die Schädigung des Nervensystems.

Anhand aller Lockdownmaßnahmen in verschiedensten Ländern in der ersten Welle sieht man, dass drastische Maßnahmen wirksam sind, wenn diese auch konsequent umgesetzt werden. In der zweiten Welle haben wir gelernt, dass ein Lockdown "light" nicht funktioniert! Ein verschärfter Lockdown wird jetzt erforderlich. Daher ist es wirklich extrem wichtig, dass die angeordneten Maßnahmen auch eingehalten werden und Sozialkontakte auf ein Minnimum reduziert werden. Das "Social Distanceing" ist super wichtig. Und offensichtlich reichen die angeordneten Maßnahmen nicht und es liegt jetzt an jedem Einzelnen alle Kontakte auf ein Minnimum zu reduzieren!!!

Die weltweite Rate ist seit.Okt. steigend. Die USA hatten mit 99.000 Neuerkrankungen pro Tag schon am 30.10.2020 eine traurige Höchstmarke, die sich täglich weiter topt, im Januar (2.1.2021) mit. 298.000 Neuerkrankungen pro Tag laut CDC. Das Virus belohnt nicht Ignoranz und Narzissmus. Lasst uns daraus lernen. Andererseits richtet sich das Virus auch nicht danach, was deutschen Politikern für "machbar" erscheint. Die bislang von den Wissenschaftlern gemutmaßte Vorhersage, dass die zweite Welle schlimmer werden könnte hat sich bewahrheitet.. Daten zum Superspreading und der Dispersion von Fällen sowie dem angenäherten Dispersionsfaktor kappa von 0,45 zeigten schon vor dem Herbst, wie schnell die Pandemie auch in Deutschland wieder außer Kontrolle geraten könnte und dass bei einem Verdachtsfall eine sofortige Quarantäne noch vor einem PCR-Testergebnis entscheidend ist und wie wichtig es wäre von der Politik und den Gerichten dafür zu sorgen, dass Ereignisse bei denen so ein Spreading zum Tragen kommt weiterhin verhindert wird, wie z.B. Chorsingen oder große Menschenansammlungen ohne Abstand und/oder Mund,-Naseschutz. Eine neue Studie der Stanford Universität zeigt, dass Restaurant, Cafe´s und Fitnessstudios hotspots für Superspreadingereignisse darstellen können. Daher ist es mir aus medizinischer Sicht völlig unverständlich und meiner Meinung nach verantwortungslos, wie das Bayerische Landesgericht am 12.11.2020 die Schließung von Fitnessstudios kippen konnte!  Auch haben viele Coronagegner immer und immer wieder auf Demonstrationen gegen die Auflagen verstoßen! Wie konnte man diese lange Zeit noch zulassen? Erst im Dezember kamen erste Verbote, deren Rechtmäßigkeit nun auch durch das Bundesverfassungsgericht bestätigt wurden.

Immerhin hat eine, Ausweitung der Test´s stattgefunden. Die Ergebnisse müssen aber schneller da sein, weswegen Schnelltests mit einem Ergebnis nach 15 min sinnvoll und wichtig sind. Auch sollte die Bezahlung von Schnelltests uneingeschränkt von der Krankenkasse übernommen werden!

Spezielle Info´s:

In Deutschland handelte es sich sowohl im März, als auch im Oktober um eine exponentielle Entwicklung der sicher nachgewiesenen (im PCR Test gesicherten) Neuerkrankungsfälle. Im Verlauf hatte sich die Verdoppelungsgeschwindigkeit der Fallzahlen von anfangs alle 2,3  über 15 - 20 Tage (je nach Bundesland, Stand 18.4.) auf >35 Tage (Stand 20.4.) verlängert, was einen weniger steilen Anstieg bedeutete und die Wirksamkeit der Maßnahmen zeigte. Dieser Parameter ist in der Anfangsphase gut brauchbar und wird jetzt nicht mehr weiter von mir benannt. Die Anzahl der täglichen Neuinfektionen zeigte in Deutschland einen im Trend anhaltenden Rückgang vom Peak ab dem 28.3.. Die Reproduktionszahl R ist von 2,6-3,5 auf unter 1 gesunken bis auf 0,7 (Stand 17.4.20, laut RKI, alte Berechnungsmethode). Das heißt, dass eine Person nur noch weniger als eine weitere und nicht mehr 2-3 weitere Personen ansteckte. Für eine rückläufige Wirkung benötigen wir R < 1. Dieser Parameter ist ganz gut zur Abschätzung zur Entfernung zum Kipp-Punkt und stellt somit eine Art rote Alarmlampe dar. Alle Parameter zeigten  während des "Shut-down" in die richtige Richtung, und zeigten an, dass die Shut-Down-Maßnahmen der ersten Welle im März wirksam waren. In einem wirtschaftswissenschaftlichem Berechnungsmodell wurde als idealem Kompromißwert (also einem guten Wert für die Wirtschaft bei einer noch nicht erhöhten Sterberate) von R= 0,75 postuliert.                 

Für Zweifler hier der unverfälschte Zeitstrahl bzgl derersten Welle: Am 8.3. wurden Großveranstaltungen abgesagt, am 13.3. mahnt die Bundesregierung Sozialkontakte einzuschränken und in Bayern und Baden-Württemberg wurden Besuche in Altenheimen untersagt, am 16.3. erfolgten die Schulschließungen, am 20.3. erfolgte in Bayern eine Ausgangssperre. Parallel dazu begannen viele Firmen Homeoffice einzuführen. Passend dazu und zu der Inkubationszeit zeigte sich 1-3 Wochen später der Effekt mit rückläufigen Neuerkrankungsraten in Deutschland ab dem 28.3. (Quelle: Johns Hopkins Universität).                                                                                                          

Im Verhältnis zu den deutlich gesteigerten Kapazitäten im Gesundheitssystem hatte es in Deutschland im April gereicht. Bei 34 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner hatten wir in Deutschland eine Auslastung von durchschnittlich nur rund 60% (20.4.). Der wichtigste Parameter im Verlauf ist dann der Rückgang der täglichen Neuerkrankungsrate. In Deutschland Anfang Mai im Wochenmittel etwas unter Tausend. Es liegt also an der Dynamik einer Pandemie, dass verschiedene Parameter diese zu verschiedenen Zeiten jeweils unterschiedlich beschreiben, nicht an den Wissenschaftlern! Offensichtlich ist es eindeutig von Vorteil, wenn Politiker auch Wissenschaftler sind oder den Hintergrund mathemathisch-physikalischer Gegebenheiten verstehen können um verantwortungsbewußt richtige Entscheidungen zu treffen. Extrem schwierig ist, dass die Politik unter Druck der Wirtschaft und Lobbyisten steht gleichermaßen wie unter der zunehmenden Zahl an ungeduldigen Bürgern, teilweise aufgepeitscht durch Verschwöhrungsmythenverbreiter und Falschmeldungen. Der R-Wert ließ sich lange Zeit in der Nähe von 1 halten. Seit September sind die Fallzahlen deutlich angestiegen. Die jeweils aktuellsten Zahlen zur Neuerkrankung in den jeweiligen Ländern weltweit liefert die Johns Hopkins Universität: https://coronavirus.jhu.edu/map.html  oder das RK unter https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4.Momentan ist es am eindrücklichsten auf die 7-Tagesinzidenz zu schauen, also die tägliche Neuerkrankungsrate pro 100.000 Einwohnern jeweils auf eine Woche gemittelt. Während die Fälle bei Tönnies nur einen kleinen Anstieg der Fallzahl bewirkten, der gut kontrollierbar war hatten wir ab Oktober eindeutig eine zweite Welle durch die Reiserückkehrer und die gestiegene Sorglosigkeit und Unachtsamkeit. Ein großes Problem war und ist die weite Verbreitung in der gesammten Bevölkerung. Wir müssen vorsichtiger sein! Wir müssen unsere Kontakte einschränken. Und wir müssen mehr testen. Nur wenn viel getestet wird, kann man neue Initialfälle finden und die Ausbreitung eindämmen. Gleichzeitig muß Resourcenschonend gezielt getestet werden, da teilweise die Kapazitäten ausgeschöpft sind. Wir brauchen Schnelltests, die durch die Krankenkassen bezahlt werden!

Wir schaffen es nochmal! Helft alle mit! Wichtig ist bzgl der Maßnahmen nicht nachlässig zu werden und auch alle empfohlenen und nicht zwingend vorgeschriebenen Maßnahmen einzuhalten, um ein Absinken der noch immer viel zu hohen Neuerkrankungsraten zu erzielen. Über die Ostertage 2020 hatte die Disziplin der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung durchgehalten. Auch die Wiedereröffnung nach dem Lockdown hat gut funktioniert. Der Sommer lief gut. Die Reiserückkehrer und die Nachlässigkeit von uns Allen hat zu einem begrenzten Anstieg geführt. Die zusätzlichen kalten Temperaturen im Herbst haben dann zu dem erwartungsgemäßen Wiederanstieg geführt. Durch den Lockdown light konnte das exponentielle Wachstum gebrochen werden. Aber die Neuerkrankungsraten sind noch auf einem viel zu hohen Niveau, welches das Gesundheitssystem über längere Sicht nicht verkraften wird. Wir waren gerade im exponentiellen Wachtum der Neuinfektionszahlen! Am 28.10.2020 laut Johns Hopkins Universität 23.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Im Dezember stiegen die Zahlen wieder weiter. Zum Jahreswechsel hatten wir einen blinden Fleck da viele Arztpraxen geschlossen waren und viel weniger getestet wurde. Die Intensivstationen und Krankenhäuser arbeiten am Limit. Und jetzt wurde bereits die neue Mutante in Deutschland eingetragen. Es bleibt abzuwarten, ob wir das verkraften werden! Bleiben wir weiter vorsichtig. Es sollte auch jeder selbst überlegen, wie er durch sein Verhalten dazu beitragen kann und nicht nur nach den Vorgaben der Politik gehen.

Laut statistischem Bundesamt lag die Übersterblichkeit in Deutschland 2020 bei 43.000 entsprechend 5%. Diese Zahlen gelten als vorläufig. Wegen Nachmeldungen könnten diese Zahlen noch steigen. Beachten muss man auch, dass dieses Jahr die Grippewelle, die ja auch in die Übersterblichkeit einfließt relativ gering ausgefallen ist und so am Anfang des Jahres die Übersterblichkeit sogar geringer war. In den letzten Wochen der Jahres lag die Sterberate ein drittel über den Durchschnittswerten der Vorjahre! Das ist sehr viel. Bei 2291.924 nachgewiesenen Infektionen in Deutschland und 62.156 an/mit CoVid Gestorbenen (Stand 9.2.21) errechnet sich überschlagsweise eine Letalität von 2,7% Diese Zahl ist größenordnungsmäßig seit Beginn der Pandemie in etwa gleich geblieben. Zum Vergleich: die bisherigen Grippewellen brachten eine Letalität von 0,2 - 0,5%. Wenn man diese beiden Zahlen vergleicht, so muss man noch zusätzlich beachten, dass die Letalität von 2,7% ohne Lockdownmaßnahmen um ein vielfaches höher wäre.  Eindeutig ist schon jetzt, dass SARS-CoV-2 deutlich tödlicher ist, als jede Grippe, die bislang aufrat. Stand 9.2.21: ca. 62.000 Tote in Deutschland!

Wie geht es weiter?

Seit Mitte Oktober hatten wir erneut,wie auch schon im März, ein exponentielles Wachstum der Neuerkrankungsrate in der Größenordnung über zwanzigtausend Neuerkrankungen.Die erste Welle sieht dagegen richtig klein aus. Dies ist absolut kritisch!! Und uns steht noch der Winter bevor. Wir müssen wieder vorsichtiger werden. "Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an." Dieser Wahlspruch der Anfangszeit gilt auch jetzt wieder ganz besonders.

Mittlerweile besteht in Bayern die Möglichkeit, dass sich jeder kostenfrei mehrmals testen (Abstrich) lassen kann, der will. z.B. für Personen die einen Kontakt mit Risikopersonen planen. z.B. vor einem Schwiegerälternbesuch ist dies meiner Meinung nach sinnvoll und zu befürworten. Dieser kann bei uns durchgeführt werden. Eine Quarantäne ist für diese Personengruppe ohne Erkrankungsanzeichen nicht erforderlich.

Alternativ bieten wir einen Corona Ag Schnelltest auf Selbstzahlerbasis für 45,-Euro an.

Die Nachverfolgungs-App ist fertig und wurde im Verlauf verbessert. Diese App ist freiwillig. Lange hats gedauert, aber dafür soll diese App datenschutzrechtlich deutlich besser sein als diejenigen in totalitären Regimes. Aber wichtig ist dann, dass möglichst viele, bei denen die App auf dem Smartphone läuft, auch mitmachen! Die Datenspeicherung erfolgt dezentral. Die Idee hinter dieser App ist, dass die Nachverfolgung schneller erfolgen kann und dadurch Infektionsketten schneller unterbrochen werden können. Dadurch wird die Ausbreitung gehemmt. Außerdem können Begegnungen entdeckt werden von Personen, die man nicht kennt z.B. im Nahverkehr. Diese können ja auch bei der Nachverfolgung der Ketten durch das Gesundheitsamt nicht ausgemacht werden. Diese App ist ein weiterer wichtiger Baustein, um einer leider immer noch möglichen zweiten Welle und dem Herbst zu begegnen. Bislang wurde die App 17 Millionen mal heruntergeladen.

In Bayern werden teilweise Reihenuntersuchungen in Altenheimen, Schulen und Kita´s durchgeführt. Zeit wird`s.


Woran hapert es (meiner Meinung nach) noch?

- Impfstoffzusagen für Hausärzte gerade mal eine Woche im Vorraus ist zu knapp für eine gute Planung.

- In einer Pandemie müssen in der Phase des Anstiegs rasch entscheidende Maßnahmen getroffen und auch eingehalten werden. Die Einrichtung einer entsprechenden unabhängigen Kommission wurde bereits seit langem von der WHO empfohlen. Die Ministerpräsidentenkonferenz ist ganz offensichtlich nicht das geeignete Instument, insbesondere wenn sich danach keiner an seine getroffenen Vereinbarungen hält.  Meiner Meinung nach lähmt  zusätzlichdie deutsche Bürokratie in vielen Bereichen ein rasches Vorgehen

- Nach der Einführung des "Lockdown-light" ließ sich zwar das exponentielle Wachstum brechen, aber wir hatten seit Wochen keinen Rückgang sondern eine Seitwärtsbewegung. Statt einer notwendigen weiteren Verschärfung wurde paradoxerweise eine Lockerung an Weihnachten beschlossen. Wie inkonsequent ist das?

- Seit vielen Wochen meldeten im Herbst eine Vielzahl an Arztpraxen einen Mangel an Grippeimpfstoff. Dann wurde  überlegt die nationale Reseve auszugeben und erst mal der Bedarf ermittelt! Das ist meiner Meinung nach Realsatire, wenn s nicht so traurig wäre. Wieso wurde diese Reserve nicht Ende Oktober ausgegeben? Wieso muß ein Bedarf ermittelt werden? Ob der Impfstoff im Sammellager oder beim Arzt verfällt macht für mich keinen Unterschied. Die Berechnung des Vergabeschlüssels ist nicht so schwierig meine ich: Anzahl Impfstoffe geteilt durch Arztpraxen. Aber schön dass nach der Bedarfsanfrage nochmals erst jede Praxis diesen zugeteilten Bedarf anfordern mußte. Mit dieser Bürokratie können Abläufe nicht schnell gehen. Erst 2 Wochen vor Weihnachten kam dieser Impfstoff in unserer Praxis an. Wer wollte den dann noch haben?!!

- ich bin mal gespannt, ob die EMA (Europäische Zulassungsbehörde), die die Daten von Biontech für den Impfstoff und die Phase III-Studie ja bereits kontinuierlich zugespielt bekommen hatte, die Zulassung für den ersten Impfstoff zumindest genauso schnell schaft, wie die FDA der USA?! Kommentar 13.12.: leider verfehlt!!! Immerhin die bedingte Zulassung wurde am 21.12.2020 erteilt. Eine Zulassung für den Impfstoff von Moderna ist für den 6.1.2021 geplant gewesen und auch an diesem Tag erfolgt und mittlerweile erfolgte auch die Zulassung für Astra Zeneca.

- Endlich wurden die selbstgebastelten Masken, so individuell sie auch waren, gegen Vernüftigeres ausgetauscht. Aber wieso erst im Januar? und wieso ist auch eine OP-Maske erlaubt (außer in Bayern), wo doch die FFP-2 Maske viel besser schützt?

- Umfragen über die Impfbereitschaft in der Bevölkerung in Deutschland bzgl. eines CoV-2-Impfstoffes besagen, dass ca. 60-70% in der Bevölkerung zu einer Impfung bereit wären. Das geht noch besser! Bleibt auf einen Mitnahmeeffekt zu hoffen, nachdem bereits bei vielen Millionen Personen die Impfungen gut vertragen wurden und es nur vereinzelt zu Problemen kam.

- Kostenfreie Immunglobulintests sind noch nicht verfügbar. Diese können teilweise Aufschluß über den entsprechenden Stand der Immunität liefern.

Was aber für jeden Einzelnen unter Umständen interessant sein kann: Einen Antikörpertest aus dem Blut (IgG, ELISA), mit sehr guter Spezifität (98,5%) und Sensitivität von ca. 94% 21 Tage nach dem Symptombeginn, können wir anbieten. Die Ergebnisse werden dann von unserem kooperierendem Labor in wenigen Tagen vorliegen. Dieser Test ist CE Zertifiziert und wurde u.a. an der Charite in Berlin validiert. Dieser Test zeigt spätestens 3 Wochen nachdem eine Person eine Coronainfektion durchgemacht hat an, ob dieser Patient Antikörper gebildet hat. Laut den Angaben des Testherstellers Euroimmun gibt es keine Kreuzreaktionen dieses ELISA-Testes mit den 4 "Erkältungscoronaviren", lediglich mit dem alten CoVid-1 Virus, welches als ausgestorben gilt und nicht in Europa zirkulierte. Dennoch gibt es, wie bei jedem Test auch falsch positive Ergebnisse. Das heißt das man (aufgrund des Testergebnisses) meint, dass der Patient Antikörper gegen CoVid-19 entwickelt hat, obwohl dies nicht der Fall ist, was zu einer falschen Sicherheit führen kann. Auch ist unsicher, ob eine Antikörperbildung sicher vor einer erneuten Erkrankung schützen kann. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass dann zumindest der Krankheitsverlauf milder ablaufen sollte. Auch falsch negative Testergebnisse sind möglich. Die Wahrscheinlichkeit Antikörper nachzuweisen ist abhängig von der Durchseuchungsrate in der Bevölkerung und somit momentan noch gering, wird aber steigen. Auch die Auftretenswahrscheinlichkeit falsch positiver Werte wird sich mit höherer Antikörpermenge in der Bevölkerung verbessern. Dieser Test ist keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden (40,4 Euro). Eine mögliche T-zellvermittelte Immunität wird von diesem Test nicht erfasst. Auch sollte man sein Verhalten nach dem Testergebnis auf keinen Fall ändern!

- Warum werden bei uns kaum Abwasserproben, wie in den Niederlanden oder Luxenburg genommen? Dies wäre z.B. eine kostengünstige Methode Altenheime zu überwachen. Damit könnte man einige Tage eher gewarnt sein und dann alle Bewohner und Mitarbeiter eines betroffenen Heimes gezielt durchtesten!

- Eine Vielzahl an Wissenschaftlern (über 850 ! ) haben sich zusammengeschlossen und in einer Veröffentlichung bei Science gefordert die europäische Zusammenarbeit bzgl. des Coronavirus zu verstärken. Die nationalen Lockdowns müssen danach dringend synchronisiert werden, um einen PING-PONG-Effekt zwischen den Ländern zu verhindern.

- Schon sehr frühzeitig hat die WHO gefordert, die einzelnen Länder sollen jeweils eine unabhängige Corona-Kommission bilden. In Deutschland haben wir gesehen, wie eine in der Politikstruktur des Landes eigentlich gar nicht vorgesehene, Ministerpräsidentenkonferenz dazu führt, dass nach unsäglichen Diskussionen und einer angeblichen Einigung, dann doch wieder einige was ganz Anderes machen. Dieses Instrument funktioniert meiner Meinung nach nicht! Auch die Rolle des Gesundheitsministeriums und des Gesundheitsministers finde ich sollte nach so viel Pannen überdacht werden.

 

Was ist das Präventionsparadox?

Wenn man rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreift und diese wirksam sind, so wird man nicht die volle Wucht z.B. einer Pandemie (da sie verhindert oder abgeschwächt wurde) erleben. Manche Personen machen dann, den in der Wissenschaft nie erlaubten Umkehrschluß: "war doch gar nicht so schlimm", " Alles übertrieben". Wenn man vergleichend nach Italien oder New York schaut sieht man recht genau, wie es in Deutschland bzgl. dem Coronavirus wahrscheinlich ohne Lockdown gekommen wäre.

 

Wo kann ich mich gut und seriös informieren?

Stadtverwaltungen und Gesundheitsämter haben zwar hotlines zur Information der Bürger geschaltet, aber insbesondere letztere haben wichtigeres zu tun! Sie müssen und sollen die Infektionsketten verfolgen. Daher bitte ich alle Leser  dort von Anfragen abstand zu nehmen.

Empfehlen würde ich die regelmäßigen Podcasts des Virologen und Epidemiologen Alexander Kekule z.B. im MDR oder der ARD-Mediathek (Coronakompass), in welchen er viele relevante Gegebenheiten um das Coronavirus sehr gut allgemeinverständlich darstellt und praktikable pragmatische Lösungen anbietet und wissenschaftliche Aspekte gut verständlich serviert und auch Hörerfragen fachlich bewertet und beantwortet. Genauso zu empfehlen sind die Podcasts des Chef-Virologen der Berliner Charite Christian Drosten, der die Sachverhalte jedoch mehr unter dem Wissenschaftlichen Aspekt und sehr detailiert darstellt, was eher den Spezialisten anspricht.

Bei dem Tagesspiegel (kostenlose App) sind die jeweiligen Inzidenzen der Landkreise sehr aktuell.

Die Johns Hopkins Universität stellt auf ihrer Homepage die Neuerkrankungsraten pro Tag weltweit dar.

Das RKI gibt die jeweils gemeldeten Daten an und sortiert diese zurück auf den gemutmaßten Infektionstag.


Waren die Maßnahmen übertrieben?

Leider gehen momentan zunehmend Menschen auf die Straße und demonstrieren (was ihr gutes Recht ist, solange sie Abstand halten) da sie die Gefährlichkeit des Virus nicht wahrhaben wollen und/oder die Maßnahmen des Shut-Down für übertrieben halten. Wenn man die oben dargestellten Sachverhalte beachtet wie, dass es sich um eine Multiorganerkrankung handelt, die Letalität in der Größenordnung von 5-10x so hoch wie bei Grippeinfektionen sieht, beachtet, dass auch junge, zuvor gesunde Menschen versterben können (ca. 3,5% der Verstorbenen unter 60igstem Lebensjahr) oder einfach nur nach Italien oder New York schaut kann man eigentlich kaum noch die Gefährlichkeit des Virus leugnen. Hier ist noch nicht mal berücksichtigt, dass das Virus z.B. durch einen höheren Selektionsdruck durch die Behandlung mit den jetzt gefundenen antiviralen Mitteln, zu einer höheren Gefährlichkeit oder Infektiosität mutieren könnte. Fakt ist, wir hatten anfangs ein exponentielles Wachstum. Wenn man das nötige mathematische Grundverständnis einer Exponentialfunktion beherrscht, weis man, das ein noch so gutes Gesundheitssystem (auch das deutsche Gesundheitssystem) keinerlei Chance hat, wenn diese Kurve nicht gebrochen wird. Kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht mit einem mathematischen Modell vom Pax Plank Institut, welches versucht die Auswirkungen der verschiedenen Maßnahmen zu ermitteln. Einer der Ergebnisse dieses sogenannten SIR-Modells besagt, dass eine Schulschließung in der ersten Welle nur 5 Tage später zu einer Steigerung des Peaks der Neuerkrankungen um den Faktor 4 bedeutet hätte (also somit ca. 30.000 Neuerkrankungen pro Tag statt 7.500). Ein weiterer Schluss dieser Arbeit ist, dass keine einzige der getroffenen Maßnahmen hätte fehlen dürfen um eine Abnahme der Neuinfektionszahlen zu bewirken. Ein wirklich nicht zu unterschätzendes psychologisches Problem ist das sogenannte "Präventionsparadox" laut Christian Drosten, da man das Verhinderte nicht sehen kann und so den falschen Schluß ziehen könnte die Maßnahmen seien übertrieben gewesen. Hätte es auch anders gehen können? Ich finde im Vergleich zu vielen anderen Ländern war unsere Ausgangssperre, die ja nicht wirklich eine solche war und sehr viel Spielraum gelassen hatte in der ersten Welle wirklich moderat und mit Augenmaß. Schweden ist jedenfalls kläglich gescheitert mit einer 4-fach höheren Sterblichkeitsrate als seine Nachbarländer. In Belgien lag die kalkulierte Sterblichkeit im Juli bei 8%. In den USA lag die tägliche Neuerkrankungsrate im Dezember .bei >230.000! Und auch bei uns waren die Fallzahlen seit Oktober deutlich steigend und wir waren in die exponentielle Phase gerutscht! Durch den Lockdown light konnte ein viel zu hohes Niveau von ca. 20.000 täglichen Neuerkrankungen erreicht werden, das viel zu lange so hingenommen wurde. Nach einem weiteren Anstieg im Dezember sind die Zahlen seit dem verschäften Lockdown jetzt langsam am Sinken. Bleibt zu hoffen, dass jetzt nicht gleich wieder ein Wettbewerb an Lockerungsmaßnahmen losbricht. Die aktuelle (22.1.21) Zahl an entweder an, oder mit Corona Verstorbenen in Deutschland: 50.000!


Was können Verschwöhrungsmythen bewirken?

Verschwöhrungserzähler sind meiner Meinung nach gefährlich, da sie unsere jetzt gerade gelernte Achtsamkeit unterminieren. Das "Social-Distanceing" ist aber super wichtig, um einigermaßen unbeschadet durch die zweite Welle im Herbst zu kommen. Das Gefährliche daran ist, das die verschiedensten Erzählungen meist auf einem kleinen Fünkchen Wahrheit beruhen (was die Zustimmung erhöht), die Schlußfolgerungen aber dann oft völlig unwissenschaftlich weitergeführt werden, z.B. durch nicht zulässige Unkehrschlüsse, Zitate veralteter Sachverhalte, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate oder durch Weglassen bekannter weiterer Fakten, was aber oft nicht für jeden so gleich ersichtlich ist. Daraus werden sogenannte "Theorien" entwickelt, meist ohne solide wissenschaftliche Grundlage, bis hin zu völlig abwegigen Behauptungen, wie: "das Bill Gates nur ein Handlanger böser Mächte sei, die eine diktatorische Weltherrschaft errichten wollten" ... "und die Menschheit dezimieren wollen"..."mit Impfungen Chips implantieren würden"..."und kleine Kinder zu einem Verjüngungsmittel verarbeiten würden". Laut einigen Psychologen sollte man mit Verschwöhrungsgläubigen keine Diskussionen führen, um Ihnen keine Bühne zu bieten. Eine Diskussionsbereitschaft kann als Zugeständnis und Anerkennung des Verschwöhungsgläubigen fehlgewertet werden, bishin zu der Meinung, dass es ein Indiz darstellen könne, dass diese teilweise völlig abwegigen Meinungen eine akzeptable Position darstellen könnten.

Wir konnten den Sommer genießen. Der Rebound im Herbst war absehbar. Laßt uns jetzt wieder achtsam sein und uns wieder zusammenreißen und uns voll konzentrieren auf das "Social-Distanceing". Wenn wir aus der ersten Welle gelernt haben, können wir auch eine Zweite überstehen!!! Die Epidemiologen sagen, dass in der Regel bei Pandemien die Zweite die schlimmere wird. Und sie hatten schon wieder recht. Auch jetzt wird es wieder auf (fast) Alle ankommen. März, Oktober, November, Dezember, Januar, wir haben schon so viel geschafft!!!!

Bleibt´s gsund!